BMW X5 mit Wasserstoff-Brennstoffzelle

BMW entwickelt das Brennstoffzellenmodell i Hydrogen Next auf Basis des aktuellen X5 weiter. Im Jahr 2022 soll eine Kleinserie starten. Höhere Stückzahlen stellt BMW nicht vor 2025 in Aussicht.

BMW und Wasserstoff – das ist eine lange Geschichte. Bereits im Jahr 2000 wurden, damals auf Basis des BMW 750i der Baureihe E38, 15 Prototypen gebaut. Diese konnte man auf der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover bestaunen. Vier Jahre später gab es einen offenen Sportprotypen und 2009 schließlich den BMW Hydrogen 7 (E68), wieder auf Basis des dann aktuellen 7er. Von ihm entstanden 100 Exemplare mit einem V12-Motor, der Wasserstoff statt Benzin verbrannte. Anschließend wurde es bei BMW still um die neuartige Antriebstechnologie, bevor 2015 eine kleine Testflotte auf Basis des BMW 5er GT aufgelegt wurde. Hier kam dann aber eine andere Technologie zum Einsatz: die Brennstoffzelle.

BMW i Hydrogen Next Tanks

Hyundai und Toyota liefern schon Serienmodelle

Die asiatischen Hersteller Hyundai und Toyota sind mit entsprechenden Autos bereits seit 2013 (Hyundai ix35 Fuel Cell) bzw. 2014 (Toyota Mirai) auf dem Markt, wenn auch mit überschaubarem Erfolg. Hyundai plant nicht nur für das aktuelle Brennstoffzellen-SUV Nexo (hier im Test) höhere Stückzahlen, sondern will bis 2030 Kapazitäten für 700.000 solcher Antriebsmodule pro Jahr aufbauen. Toyota hat angekündigt, von der neuen Generation des Mirai 30.000 statt bisher 3.000 Autos im Jahr zu fertigen. Auch Mercedes hat ein Modell mit Brennstoffzelle im Programm, den GLC F-Cell. Er wird in sehr geringer Stückzahl an ausgesuchte Kunden verleast.

Technik kurz erklärt

Doch was genau ist ein Brennstoffzellenantrieb? Im Prinzip handelt es sich um ein Elektroauto. Anstelle eines großen Akkus, wird unter hohem Druck gespeicherter Wasserstoff als Energieträger genutzt. In der Brennstoffzelle reagiert der Wasserstoff dann mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft. Dabei wird Strom erzeugt, der in eine relativ kleine Pufferbatterie gespeist und über diesen Umweg dem Elektroantrieb zur Verfügung gestellt wird. Als direkte Emission bleibt nur Wasserdampf übrig.

BMW i Hydrogen Next Antriebsstrang

Erster Auftritt des i Hydrogen Next auf der IAA 2019

Auf der IAA hat BMW im September 2019, relativ schüchtern in einer Ecke des Messestandes, einen BMW X5 als Prototyp mit dem Namen i Hydrogen Next präsentiert. Jetzt haben die Münchner angekündigt, dieses SUV-Modell ab 2022 in einer Kleinserie zu produzieren. Dabei wird man wohl ähnlich vorgehen wie Mercedes mit dem GLC F-Cell, den i Hydrogen Next also nicht in das reguläre Modellprogramm aufnehmen. Das Antriebsmodul im BMW i Hydrogen Next soll dabei zunächst eine maximale Leistung von 125 kW / 170 PS bieten. Die Bauteile des Elektroantriebs werden vom neuen, batterieelektrischen, BMW iX3 übernommen. Das gilt auch für die Leistungspufferbatterie. Sie kann kurzzeitig eine extra Portion Energie freisetzen, zum Beispiel für Überholvorgänge. Dann soll die Systemleistung in der Spitze bei bis zu 275 kW / 374 PS liegen. Bis zu sechs Kilogramm Wasserstoff werden in zwei Tanks mit 700 Bar Druck gespeichert. Bei den bisher eingesetzten Prototypen nutze BMW einen Druck von 350 Bar.

BMW i Hydrogen Next Antriebsstrang schraeg

Technik-Kooperation mit Toyota

Bei der Brennstoffzellentechnologie kooperiert BMW mit Toyota, nutzt Know-how und Bauteile der Japaner. Die beiden Unternehmen arbeiten schon länger zusammen. Toyota nutzte vor einigen Jahren Dieselmotoren von BMW, als Gemeinschaftsprojekt entstanden die aktuellen Sportmodelle BMW Z4 und Toyota GR Supra. In Deutschland sind aktuell 83 Wasserstofftankstellen in Betrieb in Österreich nur sechs. Bis Ende 2020 plant H2 Mobility, ein Konsortium mit Beteiligung von Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total, 100 Standorte in Deutschland. Einer davon befindet sich im Münchner Norden, direkt am Forschungs- und Ingenieurszentrum (FIZ) von BMW. Wer nun aber auf ein baldiges Erscheinen zahlreicher BMW Wasserstoff-Modelle hofft, wird voraussichtlich enttäuscht. „Frühestens in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts“ will BMW seinem Entwicklungschef Klaus Fröhlich zufolge „ein Kundenangebot mit Wasserstoff-Brennstoffzelle“ zu den Händlern bringen. (Text: Bernd Conrad | Bilder: Hersteller)

Artikel teilen

Jetzt BMW X5 auf AutoScout24.at finden

Alle Artikel

Alle ansehen
Eccentrica V12 Roadster

Eccentrica V12 Roadster: Wenn ein offener Diablo nicht exzentrisch genug ist

Der Lamborghini Diablo lebt als Restomod weiter. Nach dem Eccentrica V12 Coupé folgt nun der offene Roadster. Der aufwendig modernisierte Supersportwagen basiert auf einem frühen Diablo, der in Carbon gehüllt und von einen überarbeiteten 550PS-V12-Saugmotor angetrieben wird.

Mehr lesen
Eccentrica V12 Roadster: Wenn ein offener Diablo nicht exzentrisch genug ist
2027 Smart #2 Exterior 1

Smart #2 (2027): Der Fortwo-Nachfolger ist da und Chinas Patentamt leakt alle Daten!

Smart kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Der neue Smart #2 wird wieder ein ultrakompakter, Zweisitzer mit zwei Türen und Heckantrieb. Der neue City-Stromer ist 2,75 Meter lang, nutzt eine 35,7-kWh-Batterie mit 300 Kilometer WLTP-Reichweite. Weltpremiere ist im Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon.

Mehr lesen
Smart #2 (2027): Der Fortwo-Nachfolger ist da und Chinas Patentamt leakt alle Daten!
A263961 large

Audi A2 e-tron: Comeback der teuren Effizienz-Ikone

Audi bringt den A2 zurück. Der neue A2 e-tron fährt rein elektrisch, basiert auf dem weiterentwickelten MEB des VW-Konzerns und setzt stärker denn je auf Effizienz. Doch wie schon beim Vorgänger bleibt eine entscheidende Frage: Ist der A2 gut genug, um seinen erwartbar hohen Preis zu rechtfertigen?

Mehr lesen
Audi A2 e-tron: Comeback der teuren Effizienz-Ikone