Eccentrica V12 Roadster: Wenn ein offener Diablo nicht exzentrisch genug ist

Der Lamborghini Diablo lebt als Restomod weiter. Nach dem Eccentrica V12 Coupé folgt nun der offene Roadster. Der aufwendig modernisierte Supersportwagen basiert auf einem frühen Diablo, der in Carbon gehüllt und von einen überarbeiteten 550PS-V12-Saugmotor angetrieben wird.

Wer Autos liebt, dem stockt bei dieser Kombination der Atem: 90er-Faustkeil-Design, freisaugender V12 mit gigantischem Hubraum, ungefilterter Heckantrieb und ein manuelles Schaltgetriebe mit offener Kulisse. Der Lamborghini Diablo sorgt auch heute noch für Gänsehaut. Wilder, exzentrischer und kompromissloser war seither kaum ein anderer Supersportler. Doch mehr geht immer.

Auf der diesjährigen Monterey Car Week im kalifornischen The Quail hebt das italienische Unternehmen Eccentrica seinen extremen Lamborghini-Diablo-Restomod aus dem letzten Jahr auf die nächste Stufe: Der neue Eccentrica V12 Roadster lässt das Dach komplett weg und bringt die Faszination der analogen Ikone noch ungefilterter auf die Straße.

Design & Aerodynamik: Mehr als nur ein abgeschnittenes Dach

Dabei haben die Mailänder Ingenieure für die offene Version weit mehr getan, als einfach nur die Flex an ein originales Diablo-Dach angesetzt. Die Karosserie aus einem Mix von Stahl und Carbon entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Designstudio Borromeo De Silva und dem ehemaligen Lamborghini-Chefentwickler Maurizio Reggiani, der bereits Legenden wie den Murciélago oder den Aventador verantwortete.

Eccentrica V12 Roadster 1

Um den Luftstrom im offenen Cockpit auch bei hohem Tempo perfekt zu kontrollieren, wurde eine eigene Aerodynamikstudie durchgeführt. Zusätzlich verstärkt eine modifizierte Carbon-Struktur das Chassis, während eine verbreiterte Spur, semiaktive Dämpfer, eine hydraulische Lenkung und moderne Bremsen aus dem Hause Brembo das Fahrverhalten in die Neuzeit katapultieren.

Antrieb: 5,7-Liter-V12 mit offener Schaltkulisse

Das Herzstück des Roadsters schlägt gewohnt frei saugend. Der gründlich überarbeitete 5,7-Liter-V12 leistet 404 kW (550 PS) bei 7.000 U/min und drückt bis zu 600 Nm Drehmoment auf die Hinterräder.

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Für maximale Emotionen im Innenraum sorgt die Kraftübertragung: Das Triebwerk ist an ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe mit offener Schaltkulisse gekoppelt. Das Ergebnis ist eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in knackigen 3,8 Sekunden und eine Spitze von 335 km/h. Über drei einstellbare Fahrmodi lässt sich das Ansprechverhalten zudem individuell abstimmen.

Innenraum & Customizing: Ein Einzelstück im Quadrat

Der Innenraum wurde mit edlem Connolly-Leder, Alcantara, eloxierten Bedienelementen und viel Sichtcarbon aufgewertet. Über 3.500 maßgeschneiderte Komponenten werden laut Eccentrica im Zuge des Re-Engineerings für jedes einzelne Fahrzeug entwickelt. Keiner der Kunden-Roadster gleicht am Ende dem anderen.

Eccentrica V12 Roadster 6

Das Motto beschreibt Eccentrica-Gründer Emanuel Colombini treffend: „Der Roadster ist das nächste Kapitel: offener, unmittelbarer, anspruchsvoller. Kein Dach. Kein Filter. Nichts zwischen dir und der Maschine.“

Die technischen Daten auf einen Blick

Parameter Eccentrica V12 Roadster (2027)
Motor 5,7-Liter-V12-Saugmotor
Leistung / Drehmoment 404 kW (550 PS) bei 7.000 U/min / 600 Nm
Getriebe Manuelles 6-Gang-Schaltgetriebe (offene Kulisse)
0–100 km/h / Vmax 3,8 Sekunden / 335 km/h
Leergewicht 1.540 kg
Karosserie Stahl-Carbon-Mischbauweise, verstärktes Chassis
Limitation 19 Exemplare weltweit
Geschätzter Preis ca. 1,2 bis 1,3 Mio. € (zzgl. Spenderfahrzeug)

Besser nicht nach dem Preis fragen

Mit dem V12 Roadster liefert Eccentrica nicht nur ein emotionales Statement ab. Es ist auch eine Demonstration der Handwerkskunst, des Engineerings und überhaupt: In Zeiten der grassierenden Elektrifizierung auch bei den Hypersportler ein fast schon rebellischer Akt. Man darf die 19 Sammler schon heute beglückwünschen, auch wenn der exzentrische Roadster-Spaß locker siebenstellig kosten wird. (Text: an | Bilder: Eccentrica)

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Alexander Nocker

Alexander Nocker verstärkt seit 2026 das AutoScout24 Magazin als freier Redakteur mit Fokus auf Antriebstechnologien. Er bringt langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus mit und beschäftigt sich vor allem mit neuen Technologien und aktuellen Mobilitätsthemen. Auch klassische Fahrzeuge kennt und schätzt er. Privat schlägt sein Herz für sportliche Klassiker - sein Traumwagen ist ein BMW M3 E30 Sport Evolution. Aktuell fährt er einen VW ID.3 GTX Fire & Ice.

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