BMW übernimmt ab 2026 die Marke Alpina

Der Kleinserienhersteller Alpina beendet Anfang 2026 seine Eigenständigkeit und wird stattdessen als Marke ein Teil der BMW Group. Das gaben die Allgäuer in einer Pressemitteilung bekannt. Über die Modalitäten wurde derweil stillschweigen vereinbart.

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Die Alpina Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG, Hersteller exklusiver Automobile, wird nach firmeneigenen Angaben die Markenrechte an Alpina zum 01.01.2026 an die BMW Group abgeben. Damit endet in gut dreieinhalb Jahren eine 43 Jahre andauernde Ära als Kleinserienhersteller mit Produkten „Made in Buchloe“. Die strategische Neuausrichtung wird seitens der Allgäuer damit begründet, dass man auf die steigende Dynamik, der sich verschärfenden gesetzlichen Rahmenbedingungen reagieren wolle.

 Firmeninhaber Florian und Andreas Bovensiepen: Ab 2026 wird die Marke Alpina ein Teil der BMW Group werden. Firmeninhaber Florian und Andreas Bovensiepen: Ab 2026 wird die Marke Alpina ein Teil der BMW Group werden.

Rahmenbedingungen haben sich geändert

Doch die Alpina-Pressemitteilung wird noch deutlicher: „Durch die politisch verordnete Transformation in Richtung Elektromobilität und die weltweit steigende Regulatorik – insbesondere die Abgasgesetzgebung, Software-Absicherung und Vorgaben zur Fahrerassistenz- und Überwachungssystemen – nehmen die Anforderungen und Risiken auch für Kleinserien-Hersteller deutlich zu.“

Im Klartext bedeutet dies, dass man für die eigenen Produkte, die sich maßgeblich durch eine hohe technische Entwicklungsarbeit im Bereich der Verbrennungsmotoren von der Konkurrenz abheben, künftig nur sehr erschwerte Marktbedingungen erwartet. Der Wechsel hin zur Elektromobilität käme demnach für Alpina nicht infrage – auch weil hier die nötigen Akzente im Antriebsbereich gegenüber dem langjährigen Kooperationspartner BMW fehlen würden.

 Alleinstellungsmerkmale der Allgäuer sind technisch aufwändig konstruierte Diesel- und Benzinmotoren. Mit dem Wandel hin zur Elektromobilität fehlen dem Kleinserienhersteller fortan seine Akzente gegenüber BMW. Alleinstellungsmerkmale der Allgäuer sind technisch aufwändig konstruierte Diesel- und Benzinmotoren. Mit dem Wandel hin zur Elektromobilität fehlen dem Kleinserienhersteller fortan seine Akzente gegenüber BMW.

Bovensiepen kümmert sich zukünftig um Young- und Oldtimerbestand der Marke Alpina

Doch das Team um Firmenchef Andreas Bovensiepen wird auch über 2025 hinaus dem automobilen Genuss verpflichtet bleiben. Unter dem Familiennamen Bovensiepen will man sich um die Restauration und den Erhalt der Alpina-Kundenflotte kümmern, hierzu wurden auch mit BMW Vereinbarungen getroffen, damit entsprechendes Zubehör und spezielle Fahrzeugteile nachproduziert werden können.

Wie geht es mit Alpina weiter?

Vorerst und bis zum 31.12.2025 werden neue Alpina-Automobile weiterhin im Stammsitz Buchloe endmontiert beziehungsweise veredelt. Welche Position die Marke Alpina danach innerhalb der BMW Group einnehmen könnte, zeigt bereits heute das Fahrzeugangebot von BMW in den USA. Hier wird Alpina seit je her nicht als eigener Hersteller geführt, sondern findet sich zum Beispiel bei X7, 7er und 8er als Modell-Linie wieder. Preislich positioniert man Alpina hier oberhalb der M- bzw. M-Performance-Varianten. Der Ankauf der Buchloer Manufakturmarke würde BMW überdies helfen, sich stärker gegen Luxus-Ableger der Mitbewerber Mercedes (Maybach) und Audi (Horch) zu positionieren. Gefahr für Rolls-Royce, ebenfalls Teil der BMW Group, besteht allerdings nicht, ist der preisliche Unterschied hier weiterhin gewaltig.

Die Übernahme der Markenrechte an Alpina durch die BMW Group wird aktuell durch die Kartellbehörden geprüft, gilt aber nurmehr als Formsache. Betont wird zudem, dass keine Firmenanteile veräußert werden. Das Geschäft des durch die Familie Bovensiepen betriebenen Weinhandels mit dem Namen Alpina Wein GmbH + Co. KG wird wie gewohnt weitergeführt. Bezüglich der anstehenden Veränderungen für die Mitarbeiter teilt das Unternehmen mit, man werde jenen, die nicht am Standort in Buchloe weiterbeschäftigt werden können, entsprechende Stellenagebote bei der BMW Group oder bei Zulieferbetrieben anbieten. (Text: tv | Bilder: Hersteller, tv-as24)

 Die Familie Bovensiepen will sich zukünftig, neben dem Weinhandel, vor allem um den Erhalt der Alpina-Kundenflotte kümmern. Insbesondere für Young- und Oldtimer der Marke sollen weiterhin Ersatzteile produziert werden. Die Familie Bovensiepen will sich zukünftig, neben dem Weinhandel, vor allem um den Erhalt der Alpina-Kundenflotte kümmern. Insbesondere für Young- und Oldtimer der Marke sollen weiterhin Ersatzteile produziert werden.

Über die ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG

"Die ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG ist ein deutscher Fahrzeughersteller mit Sitz in Buchloe. Die offizielle Firmengründung datiert auf den 1. Januar 1965. ALPINA war seit den 1960er Jahren im BMW Tuning und Motorsport aktiv und wurde 1978 Hersteller von Personenkraftwagen auf Basis von Produkten der BMW AG. Seit 1983 ist das in Buchloe im Landkreis Ostallgäu ansässige Unternehmen als offizieller Automobilhersteller beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg registriert. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. 2021 wurden in Buchloe rund 2.000 Fahrzeuge gefertigt. Neben Deutschland und Europa sind Japan, USA und der Nahe Osten wichtige Märkte für ALPINA. Das zweite Standbein des Familienunternehmens Bovensiepen ist der ALPINA Weinhandel."

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

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