Audi Nuvolari: 1.001-PS-Hybrid soll 2027 in Kleinserie starten

Audi gibt einen ersten Ausblick auf seinen neuen Supersportwagen: Der Nuvolari soll als erstes Serienmodell der Marke mit High-Performance-Hybridantrieb kommen und auf 499 Exemplare limitiert werden. Die Auslieferung ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Audi selbst spricht bei der Vorstellung im französischen Antibes noch von einem seriennahen Prototyp.
Ein V8 und vier Elektromotoren sorgen für bis zu 1.001 PS
Im Mittelpunkt steht der Antrieb. Der Nuvolari kombiniert einen 4,0-Liter-V8-Biturbo mit drei Elektromotoren. Die maximale Systemleistung nennt Audi mit 736 kW / 1.001 PS. Der Verbrenner leistet 588 kW beziehungsweise 800 PS und liefert bis zu 730 Nm Drehmoment. Zwei Elektromotoren sitzen an der Vorderachse, ein weiterer zwischen V8-Mittelmotor und Getriebe. Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Bruttokapazität von 7,3 kWh.
Die Fahrleistungen fallen entsprechend sportlich aus: Von null auf 100 km/h soll der Nuvolari in 2,6 Sekunden beschleunigen, 200 km/h sollen nach 6,8 Sekunden erreicht sein. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Audi mit mehr als 350 km/h an. Diese Werte gelten laut Fußnote unter speziellen Bedingungen, darunter eine Batterie-Ausgangstemperatur von mehr als 28 Grad Celsius und ein Ladezustand von über 80 Prozent.
Mit freundlichen Grüßen aus der Formel 1
Technisch soll der Supersportwagen stark von Audis künftiger Formel-1-Ausrichtung geprägt sein. Dazu zählen der hybridisierte Antriebsstrang, eine aktive Aerodynamik, ein Brake-by-Wire-System und eine weiterentwickelte Allradregelung. Unter dem Namen „quattro predictive ride“ verknüpft Audi Antrieb, Bremsen und Aerodynamik mit Sensordaten zum Fahrzustand. Das System soll Grip-Verluste früh erkennen und Drehmoment, Bremseneingriffe sowie Abtrieb entsprechend anpassen.
Für die Fahrprogramme nennt Audi vier Modi: E-Hybrid, Balanced, Dynamic und Dynamic+. Zusätzlich gibt es einen Track Mode, in dem sich die Traktionskontrolle je nach Fahrstil und Grip-Niveau abstimmen lässt. Die beiden Elektromotoren an der Vorderachse übernehmen dabei auch elektrisches Torque Vectoring.
Audi Space Frame mit Carbon-Exterieur
Bei der Karosserie setzt Audi auf einen weiterentwickelten Space Frame mit Carbon-Exterieur. Nahezu alle äußeren Bauteile bestehen laut Hersteller aus carbonfaserverstärktem Kunststoff. Gefertigt werden die Elemente in Prepreg-Autoklav-Technik, wie sie auch im Motorsport verwendet wird. Neu im Serienportfolio der Marke sind zudem geschmiedete Center-Lock-Räder.
Die aktive Aerodynamik arbeitet mit einem adaptiven Heckflügel, der zwischen eingefahrener Position, Low Downforce und High Downforce wechseln kann. In den sportlicheren Fahrmodi erfolgt die Steuerung automatisch. Ein DRS-Modus lässt sich am Lenkrad aktivieren. In der Hochabtriebs-Konfiguration nennt Audi je nach Fahrsituation mehr als 400 Kilogramm Abtrieb.
Konsequente Fahrerorientierung im Innenraum
Auch das Bremssystem ist auf Rennstreckenbelastung ausgelegt. Das „Audi Ceramic Pro“-System kombiniert hydraulische Bremsleistung mit elektrischer Verzögerung durch Rekuperation. Vorn kommen Zehnkolben-Festsättel mit 420 Millimeter großen Scheiben zum Einsatz, hinten Vierkolben-Sättel mit 410-Millimeter-Scheiben. Unter geeigneten Bedingungen soll ein erheblicher Teil der Verzögerung rein elektrisch erfolgen.
Innen beschreibt Audi den Nuvolari als konsequent fahrerorientiert. Anzeigen und Bedienelemente sind auf die Fahraufgabe konzentriert, die Leichtbausitze nutzen Carbon-Strukturen. Farb- und Materialakzente sollen an historische Rennwagen der Auto Union erinnern.
Der Name Nuvolari verweist auf den italienischen Rennfahrer Tazio Nuvolari. Mit dem neuen Modell positioniert Audi den Supersportwagen als technologisches Aushängeschild. Der Bestellprozess startet in den kommenden Monaten zu mindestens 600.000 Euro. (Text: an | Bilder: Hersteller)
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