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UAZ Patriot

Wie viel kostet ein UAZ Patriot?

Den klassischen UAZ-Händler um die Ecke sucht man in Deutschland vergebens. Dennoch ist auch ein fabrikneuer UAZ Patriot hierzulande erhältlich. Es bedarf nur die Hilfe eines Importeurs. Dort fängt der Patriot in der Grundausstattung bei rund EUR 23.000,00 an. In der höchsten Ausstattungsklasse kommt er schon über die EUR 30.000,00 Marke.

Dennoch bleibt er in Deutschland ein seltener Anblick und so ist auch der Gebrauchtwagenmarkt mehr als überschaubar. Gebrauchte Patriot-Modelle sind nur sehr selten zu finden.

Die Kontrahenten des russischen Geländewagens

Die naheliegendsten Kontrahenten stammen natürlich von Lada. Dazu zählen Modelle wie der Lada Nivaoder der Lada Taiga. Alternativ dazu drängen sich die üblichen, europäischen Lieblinge unter den Geländewagenauf. Allen voran stößt man hier schnell auf ältere Exemplare der Mercedes-Benz G-Klasse. Doch auch der Suzuki Jimny, der Fiat Panda 4 x 4oder mit Abstrichen der Dacia Dusterkönnen interessante Kandidaten sein.

Die Anfänge der Uljanowski Awtomobilny Sawod

Die russische Stadt Uljanowsk hat mehr als 600.000 Einwohner und ist (zumindest in Russland) für zwei Dinge bekannt. Zum einen wurde Lenin dort geboren und zum anderen befindet sich dort ein Fahrzeughersteller. Im Jahr 1941 begannen die Russen, einige Produktionsfirmen aus Moskau auszulagern und im ganzen Land zu verteilen. Das Uljanowski Awtomobilny Sawod, also das Uljanowsker Automobilwerk war ein Ergebnis dieser Vorgehensweise. Es startete 1942 mit der Herstellung von Fahrzeugen. Für die damalige Zeit wenig überraschend, waren es vor allem Militärfahrzeuge.

Nach ein paar Jahren bekam das Werk die Abkürzung „UAZ“ als neuen Namen und so haben wir spätestens jetzt den Grundstein für den heutigen Autohersteller UAZ gefunden. Schon damals rollten dort robuste Geländewagen aus den Produktionshallen. Sie eigneten sich vor allem als Transport- und Landwirtschaftsfahrzeuge und wurden in die gesamte Sowjetunion geliefert. Zudem waren sie auch damals bereits für ihre tatsächlich hohe Qualität bekannt.

UAZ nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Start des Patriot

Das Ende der Sowjetzeit Anfang der 1990er-Jahre tat dem Erfolg von UAZ keinen Abbruch. Im Grunde machten sie einfach weiter wie bisher und bauten robuste, einfach gehaltene und dennoch hochwertige Geländefahrzeuge. Eines davon war ab dem Jahr 2005 der UAZ-23632 Patriot, oder kurz: UAZ Patriot. Er galt als Nachfolger des UAZ Simbir und feierte auf der Moskau International Motor Show 2005 seine Premiere in der Öffentlichkeit. Eine spezielle Geschichte oder Begründung, wie es zu dem Namen „Patriot“ gekommen ist, hat UAZ bisher nicht genannt. Ein Zusammenhang mit der Geschichte von UAZ als Hersteller vieler Militärfahrzeuge liegt jedoch nahe.

Im Laufe der Jahre diente der Patriot als Basis für verschiedene Modellvarianten. Neben dem klassischen 5-Türer kamen damit ein Pickup, ein Pritschenwagen, eine Art Kastenwagen und auch Spezialvarianten für Polizei und Militär dazu. Der direkte Verkauf beschränkt sich auf Russland und einige andere Staaten in Osteuropa. Zwischen 2007 und 2012 gab es dieses Auto jedoch direkt in Deutschland zu kaufen. Dabei hieß er jedoch Baijah Tulos.

Eine erste, klassische Modellpflege bekam dieses Auto im Jahr 2014. Dabei kamen einige technische und vor allem auch optische Änderungen zum Tragen. Drei Jahre später folgte 2017 noch ein Update. Dieses Mal gab es vor allem Airbags und ESP für den russischen Geländewagen. Die letzte, kleinere Modellpflege bekam er 2019. Dabei ging es um ein paar neue Farben, kleinere Anpassungen im Innenraum und einige nicht gleich sichtbare Verbesserungen, wie die Geräuschdämmung am Motor und in den Radkästen. Im Gelände ist er aktuell mit einer Bodenfreiheit von 210 Millimetern und einer Watttiefe von 500 Millimetern bestens unterwegs.

Die bisherigen Motoren im UAZ Patriot

Den Anfang machte im Jahr 2005 ein Benziner mit 2,7 Litern und 128 PS. Er brachte zudem ein maximales Drehmoment von 210 Nm mit. Über ein Schaltgetriebe mit 5 Gängen wurden – wenig überraschend – alle vier Räder angetrieben. Auch heute noch ist das Zusammenspiel aus Allrad und manueller 5-Gang-Schaltung der aktuelle Stand. Eine Automatik mit 4 oder 5 Gängen wurde bereits angekündigt, steht jedoch noch nicht zur Verfügung.

Von Beginn an war der 2,7-Liter-Benziner nicht allein. UAZ hat mit „Sollers“ einen Mutterkonzern und dieser arbeitet wiederum mit dem Fiat-Konzern zusammen. Im Zuge dessen hatte unser Fahrzeug auch einen IVECO-Motor im Angebot. Damit war auch ein Dieselmotor mit 2,3 Litern Hubraum und 116 PS erhältlich. Diese Zusammenarbeit mit IVECO endete jedoch im Jahr 2012 und UAZ nutzte einen russischen Dieselmotor, der nur minimal kleiner und schwächer war. Ende 2016 nahmen sie jedoch auch dieses Aggregat aus dem Programm und so ist der Patriot seither nur mehr als Benziner verfügbar.

Der aktuelle Motor

Der verbleibende Benziner beruht immer noch auf der Basis des ersten Motors. Der Reihenmotor mit vier Zylindern hat weiterhin 2,7 Liter Hubraum. Seit 2016 holten die Russen jedoch 135 PS heraus und konnten ab Ende 2018 diesen Wert noch einmal steigern. So hat der UAZ Patriot als einzige Motorvariante einen Benzinmotor mit 150 PS und 235 Nm. Sollte der Geländewagen einmal auf der ebenen Straße unterwegs sein, kann er mit diesem Antrieb den Sprint auf 100 km/h in 12,7 Sekunden schaffen. Bei 150 km/h Höchstgeschwindigkeit ist jedoch Schluss.

12,7 Sekunden klingt natürlich nicht gerade nach Sprint. Wir dürfen dabei aber nicht übersehen, dass der Patriot mehr als 2 Tonnen wiegt und der bisherige Wert bei über 20 (!) Sekunden lag. Für die Leistungssteigerung verwendeten die UAZ-Entwickler neue Kolben, hitzebeständigere Auslassventile und einen verbesserten Zylinderkopf. Die bisherige kapriziöse, lamellare Kette durfte einer besseren, zweireihigen Steuerkette weichen.

Die Ausstattung des UAZ Patriot

Auch wenn er nicht ganz das westliche Niveau bei der Verarbeitung erreicht, so liest sich die Ausstattungsliste durchaus vertraut. Aufgeteilt auf die vier Ausstattungsvarianten Klassik, Optimum, Prestige und Maximum hat er einige auf den ersten Blick sogar überraschende Ausstattungshighlights zu bieten. Zu diese Highlights können je nach Ausstattungsvariante unter anderem folgende Dinge zählen:

  • Elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel
  • Elektrische Fensterheber
  • Airbags für Fahrer und Beifahrer
  • Beheizbare Frontscheibe
  • Gekühltes Handschuhfach
  • ISOFIX
  • Höhen- und Längenverstellbares Multifunktionslenkrad
  • Klimaautomatik
  • Lenkradheizung
  • 7-Zoll Multimediadisplay mit Android Interface
  • 6 Lautsprecher
  • Tempomat
  • Parksensoren vorne und hinten
  • Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer
  • Zentralverriegelung und Alarmanlage

Dazu kommen noch verschiedene Assistenzsysteme wie der Off-Road-Modus samt elektronisch geregelter Bremskraftverteilung, eine Berganfahrhilfe, die Antriebsschlupfregelung und die CBC – Kurvenbremskontrolle.

Fazit: Kann der UAZ Patriot mithalten?

Ja, er kann. Auch wenn er fast schon klischeehaft die ein oder andere Schwäche bei der Verarbeitung offenbart, kann er bei der Leistung und auch bei der Ausstattung mit westlichen Modellen absolut mithalten. Wer also gerne eine fast schon kultige, russische Rarität fürs Gelände sucht, der könnte sich den UAZ Patriot gerne etwas genauer ansehen.