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UAZ 469

Kultiges Stadtauto mit Abenteuerflair, praktisches Freizeitfahrzeug mit relativ leicht zu wartender Technik oder vielseitig im Gelände einsetzbarer Offroader mit Allradantrieb, kaum eine andere Fahrzeugbauform weist ein so abwechslungsreiches Einsatzprofil auf, wie die oft unter dem Begriff Jeep zusammengefassten Modelltypen.

Mit den 469er Modellen schafft UAZ eine russische Jeep-Version

Für Fans historischer Geländegänger militärischen Ursprungs standen lange Zeit die namensgebenden Originale des US-Herstellers Jeep oder die britischen Modelle der noch bis ins Jahr 2016 fortgeführten Baureihe Land Rover Defender im Mittelpunkt des Interesses. Nach der deutschen Wiedervereinigung lernten Offroader-Freunde in den 1990er Jahren jedoch noch eine andere Version kennen: Gewissermaßen das osteuropäische Pendant zum US-Jeep, das der russische Hersteller UAZ Anfang der 70er Jahre mit den Modellen der Baureihe 469 in sein Neuwagenprogramm aufnahm.

Viele 469er-Militärmodelle von UAZ finden den Weg auf den Gebrauchtwagenmarkt

In der Offroad-Szene wurden die 469er von UAZ erst nach der Auflösung oder dem Abzug der ehemals im Warschauer Pakt vereinten osteuropäischen und sowjetischen Truppen populär. Dort gehörte der 469 zur Standardausrüstung. Dementsprechend viele UAZ-Jeeps waren daher im Einsatz, und viele von ihnen gelangten in der Folge der militärischen Neuorganisation nach dem Zerfall der Sowjetunion als Gebrauchtwagen auf die Märkte in den westlichen Ländern Europas. In der entstehenden Ostalgiewelle galten die 469er bald als originelle Alternative zu den originalen Jeeps aus US-Produktion oder zu den frühen Landy der Briten.

Fans sehen den 469 von UAZ als authentischen Vertreter seiner Klasse

So wie der Ur-Jeep und der Land Rover Defender ursprünglich als Einsatzfahrzeuge für die westlichen Weltkriegsalliierten entstanden waren, so entwickelten die Konstrukteure bei UAZ die Modelle der Baureihe 469 im Ursprung als Militärwagen. Doch während Amerikaner und Engländer ihren zivilen Versionen ab den 70er Jahren mit zunehmender Tendenz den Charakter von Freizeitautos gaben und sie mit Komfortfeatures ausstatteten, entwickelte UAZ die Baureihe 469 hinsichtlich Optik und Ausstattung lange Zeit kaum weiter. Für Offroad-Enthusiasten erwies sich das als Glücksfall. Denn auch 469er späterer Baujahre durften als authentische Vertreter einer in dieser Form eigentlich schon historischen Bauweise gelten.

UAZ fertigt die 469er-Modelle in zwei Varianten

Allerdings machte auch der russische Hersteller eine Unterscheidung zwischen den militärischen und zivilen Versionen seiner Geländefahrzeuge. So waren auf dem Markt für Gebrauchtwagen Fahrzeuge aus ehemaligen Militärbeständen zu finden, deren Baureihenbezeichnung die dreistellige Ziffernfolge 469 auswies. Für die als Neuwagen auch für einige Exportmärkte produzierten Zivilversionen verwendete UAZ hingegen die offizielle Bezeichnung 469B. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal der beiden Modelle: Die 469B wiesen aufgrund ihres abgesenkten Fahrwerks eine Bodenfreiheit von nur gut 22 Zentimetern auf. Die für das Militär gefertigten Varianten konstruierte UAZ zur Optimierung der Geländeeigenschaften mit einer um rund zehn Zentimeter höheren Bodenfreiheit. Als Gebrauchtwagen waren diese Varianten vor allem bei denen gesucht, die ihren 469er etwa als Nutzfahrzeug in der Land- und Forstwirtschaft viel im Gelände bewegen wollten.

In der Optik orientiert UAZ sein Modell 469 an den US-Jeeps

Steil aufragender Kühlergrill, haubenförmig ausgestellte Motorhaube und Rundscheinwerfer, mit diesen Merkmalen zeigte der 469er in der Frontansicht auf den ersten Blick, dass sich die UAZ-Konstrukteure bei seiner Gestaltung an den originalen US-Jeeps der Willys-Jahre orientiert hatten. Wie diese bekamen die russischen Versionen eine offene Dachkonstruktion, die mit dem Einsatz eines Planenverdecks als Wetterschutz verschlossen werden konnte. Später waren auch Hardtops für den 469 zu haben. Besonderheit bei der Innenausstattung: UAZ lieferte den Geländewagen mit zwei Notsitzen hinter der Rückbank aus, sodass der Offroader aus russischer Produktion zum 7-Sitzer wurde.

UAZ konzipiert den 469er als voll geländegängiges Fahrzeug

Entsprechend seines Haupteinsatzzweckes als leichtes Nutzfahrzeug für das Militär verzichtete UAZ bei der Ausstattung weitgehend auf den im zivilen Fahrzeugbau sonst üblichen Komfort. In diesem Sinne mussten die 469er auch in der zivilen Variante als spartanisch ausgestattete Arbeitsfahrzeuge gelten, die sich nicht an den Maßstäben messen lassen mussten, die Käufer etwa bei einem Sport Utility Vehicle (SUV) zugrunde legen durften. Dafür bot UAZ mit dem Modell 469 ein voll geländetaugliches Fahrzeug. Dafür sorgten etwa das hochgelegte und auf einem Leiterrahmen aufbauende Fahrwerk sowie die robusten Blattfedern. Die meisten 469er stattete UAZ zudem mit einem zuschaltbaren Allradantrieb aus. Seltener waren im Ausland Gebrauchtwagen der Baureihe zu finden, die in Russland mit Frontantrieb vom Band gelaufen waren.

Im Jahr 1985 spendiert UAZ dem 469 ein Facelift

An dem vielseitigen Einsatzprofil des 469er blieb es über die Jahre und auch an der Grundkonstruktion änderte der Hersteller kaum etwas. Wer die UAZ als Gebrauchtwagen unterschiedlicher Bauzeiten näher unter die Lupe nahm, entdeckte allerdings Unterschiede bei den Nummerncodes, die auf den Typenschildern oder in den Fahrzeugpapieren aufgeführt waren. So verwendeten die Russen ab dem Jahr 1985 nach einem Facelift der nun etwas kantiger wirkenden Karosserie für die Militärversionen die Bezeichnung UAZ 3151, während die zivilen Varianten der 469er-Baureihe nun offiziell als 31512 bezeichnet wurden. Und auch bei den im Ausland verkauften oder in Lizenz montierten Geländewagen waren unterschiedliche Namen für den 469 in Gebrauch.

In Italien werden die 469er von UAZ mit stärkeren Motoren ausgestattet

Zu den bekanntesten Westpartnern von UAZ gehörte das italienische Fahrzeugbauunternehmen Martorelli, das den russischen Geländewagen mit der Originalmotorisierung vermarktete oder die Modelle mit Motoren unterschiedlicher Hersteller umrüstete. Insbesondere in Italien waren daher zahlreiche Gebrauchtwagen der Reihe 469 zu finden, die mit Dieselmaschinen etwa von Peugeot bestückt waren. Im Laufe der Jahre kamen die UAZ Offroader in der Italo-Version als Selbstzünder in den Leistungsklassen von 43 kW (59 PS) bis 74 kW (100 PS) auf den Markt. Des weiteren statteten die Italiener die 469er mit Benzinmotoren aus, die etwa von Fiat zugeliefert wurden. Diese 2,0 Liter Aggregate konnten den 469ern bis zu 82 kW (112 PS) zur Verfügung stellen. Mit dieser Ausstattung gehörten die von Martorelli umgerüsteten Modelle zu den leistungsfähigsten Fahrzeugen, die auf Basis der UAZ Geländewagen der Baureihe 469 entstanden.

Der UAZ Hunter ist die modernisierte Version des Klassikers 469

Auch in Deutschland vergab UAZ Lizenzen für die Montage seiner als Arbeitsgerät und Kultauto geschätzten Klassiker. So fertigte das Unternehmen Baijah den 469 in den Jahren von 2003 bis 2007 unter dem Namen Taigah. In anderen Ländern wurde der Offroader in der zivilen Variante als Tigr sowie in einer modernisierten Version dann als UAZ Hunter vermarktet.