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Renault Cabrio

Statt auf Prestige-Cabriolets setzt Renault auf offene Kompaktmodelle

Im Gegensatz zu den beiden Dauerkonkurrenten auf dem heimischen Markt hielt sich der französische Fahrzeugbaukonzern Renault in den vergangenen Jahrzehnten sehr zurück, wenn es um publikumswirksame Entwürfen für Pkw-Modelle in offener Bauweise ging. Das mochte daran liegen, dass Renault sich nach der mehrheitlichen Übernahme in Staatsbesitz eher als populärer Volkswagenhersteller verstand und den Schwerpunkt der Produktion früh auf Volumenmodelle legte. In dieses Konzept passten große Cabriolets allein schon deswegen weniger, da sie in der Regel in sehr viel kleineren Stückzahlen vom Band liefen. Dafür jedoch brachten die offenen Bauversionen, zumal wenn sie als klassisches Stoffverdeck-Cabrio konstruiert waren, den Herstellern ein Prestige, das sonst nur von Sportwagen oder leistungsstarken Coupés ausging. Komplett wollte Renault aus diesem Grund dann doch nicht auf Pkw mit versenkbaren Dächern in seinem Programm verzichten. Das zeigten die Beispiele der frühen Juvaquatra der Vorkriegszeit oder die 4 CV Cabriolets der 1950er Jahre. Den Ansatz, Cabrios vor allem als Alltagsmodelle zu etablieren, verfolgte der Hersteller weiter: In den 1990er Jahren ließ Renault seine offenen Modelle vornehmlich in der verkaufsstarken Klasse der Kompakten antreten.

Die Mégane dominieren den Cabrio-Bau bei Renault

Besonderheit der Cabriolet-Entwicklung bei den Franzosen: Nach dem Bau der ersten Nachkriegsmodelle trat der Hersteller zunächst als Kooperationspartner des Veredlers Alpine in Erscheinung, der mit seinen Sportwagen der A-Baureihe leistungsstarke Cabrios konstruierte. Während die Renault-Alpine Cabrios sowie später die Roadster der Baureihe Wind nur in geringen Stückzahlen die Werkshallen verließen, gelang Renault mit dem Mégane Cabriolet ein Entwurf, der in der Produktion eine weitaus höhere Auflage erreichen konnte. Das galt insbesondere für den Zeitraum, ab dem die Cabrio-Klassiker im Programm der Franzosen in der komfortablen Form eines Coupé-Cabriolets (CC) mit versenkbarem Glasdach auf den Markt gekommen waren.

Die ersten Renault-Cabrios der Baureihe Mégane kommen 1997 in den Handel

Premiere feierte das in der Kompaktbaureihe Mégane angesiedelte Cabriolet des französischen Konstrukteurs im Jahr 1997 zunächst in der klassischen Bauweise mit einem Textilverdeck. Die Cabrios entstanden als Ableitung der ein Jahr zuvor präsentierten Mégane Coupés. Als Bestandteil der kompakten Baureihe bekam das Cabrio die erste für die Mégane umgesetzte Modellpflege, die im Jahr 1999 leichte Veränderungen vor allem an der Front mit sich brachte. Bis zum Jahr 2003 blieben die Mégane Cabrios der ersten Generation im Programm. Da der Hersteller die offenen Modelle nach dieser Zeit mit einem Hardtop fertigte, blieben die klassischen Stoffdach-Ausführungen als Gebrauchte auch nach dem Auslaufen ihrer Produktion weiterhin populär. Und das, obwohl die Mégane CC durchaus einige praktische Vorteile mit sich brachten.

Mobile Glasdachkonstruktion für die Mégane CC ab Baujahr 2003

Als der Mégane CC im Jahr 2003 auf den Märkten eingeführt wurde, war die als Mischung zwischen Coupé und Cabriolet angelegte Bauweise gerade eine aktuelle Entwicklung, die nach und nach auch die klassischen Stoffdach-Cabrios bei anderen Herstellern ersetzte. Während diese jedoch oft eine Konstruktion wählten, bei der ein in mehreren Teilen gefertigtes Stahldach über ein Gestänge in einem Fach im Kofferraum versenkt werden konnte, ließen sich die Ingenieure von Renault etwas Besonderes einfallen: Sie verbauten für den Mégane CC ein Dach aus zwei Glasteilen. Das ließ sich mit Hilfe einer elektronischen Hydraulik wie ein herkömmliches Hardtop in gut 20 Sekunden im Kofferraumfach zusammenlegen. Freie Sicht gab es im kompakten CC jedoch auch, wenn das Dach geschlossen war. Die gegen die Sonneneinstrahlung getönten Glaselemente bescherten den Passagieren des Mégane einen Panoramablick in den Himmel. Das konnten die Vorgänger mit dem klassischen Stoffverdeck gewiss nicht bieten. Darüber hinaus sollten die Coupé-Cabrios mit besserer Geräuschdämmung und Isolierung die Vorteile einer Hardtop-Bauweise unter Beweis stellen. Da die Franzosen mit dieser Konstruktion jedoch selbst noch keine Erfahrung hatten, ließ Renault das mobile Panoramadach des Cabriolets vom deutschen Spezialisten Karmann entwickeln und fertigen.

Die dritte Generation des Renault Mégane Coupé-Cabrios kommt 2010 in den Handel

Im Frühsommer des Jahres 2010 präsentierte der Hersteller die dritte Generation seines inzwischen zum Klassiker im Programm gewordenen Mégane Cabriolets, das wiederum mit der vom Vorgänger bekannten Glasdachkonstruktion in den Handel kam. Am Designkonzept der CC-Modelle mit ihrem typischen hohen Heckaufbau änderten die Franzosen nichts Wesentliches. Jedoch wirkten die auf fast 4,30 Meter gestreckten und 1,80 Meter breiten offenen Versionen der Baureihe nun mit ihren veränderten Proportionen sowie den Umgestaltungen an Kühler und Scheinwerfern eleganter und der Kompaktklasse fast schon entwachsen. Ein Konzept der Höherpositionierung, das Renault mit den 2014 modellgepflegten Mégane Cabrios konsequent fortführte.

Als Cabrio-Einstiegsmodell produziert Renault ab 2010 das Modell Wind

Ganz auf Sportlichkeit getrimmtes Karosseriedesign, Heck in Rennwagenoptik, ultrakompakte Abmessungen und Platz für zwei Personen, mit diesem Konzept realisierten die Renault-Ingenieure im Jahr 2010 ein Cabrio-Einstiegsmodell, das unter dem passenden Namen Wind auf den Markt kam. Der Zweisitzer war deutlich unter dem Mégane CC positioniert und entstand auf Basis des Kleinwagens Twingo. Der mit einem herkömmlichen Stahldach anstelle der gläsernen Panoramakonstruktion gefertigte Wind sollte als sportliches Fun Car eine Nische besetzen und insbesondere ein jüngeres Publikum ansprechen, dem der Mégane CC bereits zu groß geworden war. Entsprechend dieses Kalküls boten die Franzosen ihr kleines Coupé-Cabrio in der Spitzenausstattung mit einem durchaus potenten Vierzylinder an, der dem kaum über eine Tonne wiegenden Wind eine Leistung von bis zu 98 kW (133 PS) zur Verfügung stellen konnte. Damit erreichte das Cabrio-Einstiegsmodell von Renault eine Spitzengeschwindigkeit von knapp über 200 Stundenkilometern und legte den Spurt von null auf 100 km/h in gut 9,2 Sekunden zurück. Darüber hinaus gab es den Wind in der Basisausführung mit 75 kW (102 PS) mit entsprechend leicht geringeren Leistungswerten.

Gebrauchte Wind-Modelle von Renault sind bei Cabrio-Individualisten beliebt

Trotz oder vielleicht auch wegen des ungewöhnlichen Designkonzepts mit dem Rennwagenheck blieb der Wind nicht lange in der Fertigung. Bereits drei Jahre nach der Marktpremiere nahm Renault sein Einsteiger-Cabrio mit dem Jahr 2013 vorerst wieder aus dem Programm. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt war die CC-Version des Twingo aufgrund der geringen Absatzahlen zwar entsprechend rar. Aber als Cabriolet für Individualisten galt dieser Renault bald als eine Art Geheimtipp. Der Grund: Das sportliche Auftreten und die ordentlichen Motorleistungen erinnerten an Cabrio-Klassiker, die vom Veredler Alpine stammten, für den Renault bereits vor der Übernahme die Motoren zugeliefert hatte.