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Borgward P 100

Die letzte große Borgward-Legende mit Luftfederung

Nur drei Jahre lang wurde der letzte große Borgward in Bremen produziert – trotzdem erreichte der Borgward P 100 den Legenden-Status. Einerseits durch seine innovativen Luftfederung, andererseits durch sein tragisches Schicksals, als seine vielversprechende Karriere durch den Konkurs des Borgward-Unternehmens beendet wurde. Auch der Versuch einer Fortsetzung in Mexico scheiterte. So bleibt der P 100 Sinnbild für den Untergang der Borgward-Tradition und ist ein begehrter Oldtimer in Deutschland.

Ein würdiger Nachfolger für die Borgward Isabella

Der Borgward P 100 war nicht verantwortlich für den Konkurs der traditionsreichen, deutschen Automarke, konnte sie aber zum Zeitpunkt seiner Markteinführung auch nicht mehr retten. Trotzdem ist das Flaggschiff aus der oberen Mittel-klasse mehr als ein Souvenir aus vergangener Zeit. Es ist bis heute ein imposantes und zukunftsweisendes Auto, eine charakterstarke Limousine im modischen Gewand, die an den Charme der Borgward Isabella anknüpfen konnte. Der eigentliche Vorgänger für den P 100 ist jedoch der Borgward Hansa 2400, umgangs-sprachlich auch „Hansa Vierundzwanzighundert“ genannt. 1952 kam die eher rundliche Karosserie mit einem von Borg-ward selbst entwickeltem Automatikgetriebe sowie Blinkern statt Winkern auf den Markt. Allerdings stellte sich die Voll-automatik als sehr störanfällig heraus und auch das gewöhnungsbedürftige Fließheck verschwand 1955 wieder aus dem Programm. Stattdessen stand der Hansa 2400 dann mit Stufenheck und Bremsanlage mit Servounterstützung zur Ver-fügung, um die bis dahin unzureichende Bremswirkung zu verbessern. Trotz der Innovationen entwickelte sich der Vor-gänger des Borgward P 100 nicht zum Erfolg. Insgesamt wurden nur knapp 1.400 Exemplare in sechs Jahren produziert.

Borgwards letzter großer Wagen

1959 übernahm der P 100 als neuer Hoffnungsträger die Position an der Spitze der Borgward-Modellpalette. Auf der IAA in Frankfurt präsentierte er sich mit einem „Hansamatic“-Automatikgetriebe aus England, das schon mal wesentlich betriebssicherer lief als die Eigenentwicklung beim Hansa 2400. Schon auf der Messe erfreute sich das Auto großer Beliebtheit. Das attraktive Design und die aufwendige Technik boten eine würdige Alternative zum Mercedes 220 S und Opel Kapitän, während sich der P 100 doch etwas von den verbreite-ten Volkslieblingen VW Käfer , Ford Taunus 12 M und Opel Olympia Re-kord absetzte. Gegenüber dem Hansa 2004 hat der P 100 an Größe und Gewicht abgespeckt, so-dass er mit dem gleichen Motor etwas sparsamer und schneller vorankam. 100 PS aus einem 2,3-Liter-Motor – das war schon eine Ansage! Der Opel Kapitän brauchte 2,6 Liter Hubraum für 90 PS. Den sportlichen Auftritt schaffte der P 100 durch die zwei zusätzlichen Zylinder im Isabella-Motor, sodass die sechs drehfreudigen Zylinder in 16 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und den Borgward bis zu 160 km/h Höchstgeschwindigkeit antreiben. Zunächst passten in den Tank des P 100 nur 46 Liter, seit 1961 waren es 60 Liter, wodurch die Limousine bei einem normalen Verbrauch fast 500 Kilo-meter Reichweite schafft. Unter dem rechten vorderen Kotflügel ist ein Bremskraftverstärker ATE T 50/24 verbaut. Kühlrippen an den Bremstrommeln schützen vor Überhitzung. Auch im Innenraum wirkt der Borgward sehr groß und imposant, obwohl er von den Maßen und vom Radstand her nicht größer ist als ein Ford 20M P7. Die Sicht in alle Richtun-gen ist phänomenal, der Kofferraum wirkt riesig.

Absturz trotz deutscher Prämiere der Luftfederung

Vor allem eine technische Innovation sorgte dafür, dass der Borgward P 100 in die Autogeschichte einging: die Luftfede-rung „Airswing“. Als erstes deutsches Serienfahrzeug konnte die Limousine ab Januar 1960 mit dem eigens entwickelten Federungssystem gekauft werden. Dabei sitzt an jedem Rad ein Luftfederbalg, der vom Kom-pressor im Motorraum über einen Vorratsbehälter gefüllt wird. Diese Luftbälge gleichen das Fahrzeug auch bei seitlicher Neigung in Kurven und beim Bremsen aus, sodass die Karosserie immer in der Waagerechten bleibt. Beim Fahren fühlt sich der P 100 wie ein sehr gut gefedertes Auto mit straffer Dämpfung an, nicht wie ein Citroën DS , der einfach jede Unebenheit wegbügelt. Mit seiner Luftfederung hat Borgward zwar nicht die Weltpremiere aufge-stellt, weil der 56er Cadillac Eldorado Brougham in den USA schon vorher ähnliche Luftbäl-ge verbaut hatte, doch diese waren wesentlich anfälliger und noch nicht so ausgereift wie beim P 100. In Deutschland gewann Borgward damit auch das Rennen gegen Mercedes-Benz, die zu dieser Zeit schon für den Mercedes-Benz 600 und den Mercedes-Benz 300 SE eine Luftfederung im Test hatten. Die innovative Technologie rettete den Borgward-Konzern jedoch nicht vor dem Unter-gang. Nur knapp 2.590 Borgward P 100 konnten im Zeitraum von 1959 bis 1962 hergestellt werden, wovon es heutzuta-ge noch rund 50 fahrbereite Exemplare in Deutschland gibt. Dann wurde die nagelneue Produktionsstätte in Bremen abgebaut und nach Mexico verschifft, wo der P 100 in großem Maßstab auf dem amerikanischen Markt vertrieben wer-den sollte. Vier Jahre und knapp 2.300 Exemplare später musste auch dieser Plan aus Kapitalmangel verabschiedet wer-den, wodurch der Borgward P 100 endgültig zu Grabe getragen wurde.

Fazit

Wer heute noch einen Borgward P 100 besitzt, der kann mit der traditionsreichen Limousine auf eine Reise in die Ver-gangenheit gehen. Ein bisschen Ruhm und Glamour spürt man im Innenraum noch. Durch die Luftfederung fährt sich das imposante Auto recht angenehm und schnittig. Inzwischen ist ein gebrauchter Borgward P 100 etwas für echte Liebhaber und Kenner, die ein Stück Auto- und Unternehmensgeschichte aufrecht erhalten möchten.