Zum Hauptinhalt springen

Neuer Anstrich – gewohnte Funktionen

Entdecken Sie jetzt unseren neuen Stil, den wir Schritt für Schritt auf der gesamten Website umsetzen.

Mehr erfahren

Eine Sache noch...

Vielen Dank, dass Sie an unserer Sneak Preview für das neue Design teilgenommen haben. Sie werden noch ein paar weitere Farbänderungen sehen, während wir Ihre Erfahrungen mit unserem endgültigen Design aktualisieren.​

Gebrauchte Borgward Isabella bei AutoScout24 finden

Borgward Isabella

Die Borgward Isabella – ein Klassiker, der vielleicht bald zeitlos wird

Die Isabella aus den 50er und 60er Jahren war das erfolgreichste Modell der damaligen Borgward-Gruppe, bis diese Konkurs anmelden musste. Der Wagen traf den Publikumsgeschmack und war vom ersten Tag an ein Verkaufserfolg. Auch heute ist das Modell als Oldtimer begehrt und bringt einige Qualitäten mit, die es nachwievor zu einem gangbaren Alltagsfahrzeug machen. Wer es lieber futuristisch mit neuester Technik mag, muss noch ein paar Jahre warten. Dann vielleicht kommt die Isabella als Neuauflage aus der Feder des Gründerenkels.

Die Firma Borgward trägt einen Teil deutscher Geschichte: Bis zu seinem Konkurs in den 60er Jahren produzierte der Hersteller Pkw und Lkw in Bremen. Ab 1961 standen viele Fahrzeuge auf Halde, aber ein Modell wurde trotzdem bis 1962 weiter gebaut: die Isabella. Das serienmäßig zweitürig oder dreitürig angebotene Fahrzeug war das erfolgreichste Modell der Borgward-Gruppe. Der Wagen traf den Publikumsgeschmack und war vom ersten Tag an ein Verkaufserfolg. Umso mehr war der Konkurs der Borgward-Gruppe ein Schock für die damals noch junge Bundesrepublik. Bis dahin war es nahezu unvorstellbar, dass es nach dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1950er Jahre in Deutschland auch wieder bergab gehen könnte. Doch Borgward hat tiefe Spuren hinterlassen:

Borgward kehrt zurück

Christian Borgward, der Enkel des Gründers Carl F. W. Borgward, arbeitet seit 2005 an der Rückkehr der Borgward-Automobile: 2008 rief er die Borgward AG in der Schweiz ins Leben. Die Markenrechte an Borgward gingen an das chinesische Unternehmen Beiqi Foton Motor. Die Präsentation des „Borgward BX7“ und weiterer SUV-Modelle erfolgte in den Jahren 2015 und 2016. Bereits kurze Zeit später folgten der kleinere BX5 und der darauf aufbauende BX6 TS. Im Mai 2015 gründete Christian Borgward die Borgward Group AG als europäische Unternehmenszentrale in Stuttgart, allerdings sollte der Stammsitz bald wieder in die ursprüngliche Heimat zurückkehren: 2018 wird der Grundstein des neuen Werks in Bremen gelegt, ab 2019 soll die Produktion anlaufen. Und auch die Isabella soll in komplett futuristischem Kleid wieder kommen, allerdings anders als die SUVs der neuen alten Marke nur mit rein elektrischem Antrieb (siehe weiter unten). Somit ist Borgward sowohl eine ehemalige als auch eine brandaktuelle deutsche Fahrzeugmarke – ebenso die Isabella, die damals noch folgendermaßen ausgestattet war:

Die Motoren der ursprünglichen Borgward Isabella

Die Borgward Isabella gab es ab Juni 1954 zunächst nur mit einer Motorisierung: Der wassergekühlte Vierzylinder-Reihenmotor fasste einen Hubraum von 1.493 ccm und leistete bei 4.700 Umdrehungen pro Minute bis zu 44 kW (60 PS) und erzeugte bei niedrigen 2.400 U/min ein maximales Drehmoment von 108 Nm. Das Modell führ bis zu 135 km/h Spitze und beschleunigte in 25 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Im September 1955 kam die stärkere Isabella TS hinzu, die aus der gleichen Motorisierung bis zu 55 kW (75 PS) bei 5.200 U/min herausholte und damit immerhin in nur 19 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigte. Das Drehmoment war mit 114 Nm nur geringfügig höher, dafür konnte die TS aber bis zu 150 km/h schnell fahren. Äußerlich zu erkennen war das TS-Modell an dem entsprechenden Schriftzug am Heck und an Parkleuchten auf den vorderen Kotflügeln.

Die Technik der Borgward Isabella

Die Borgward Isabella war aus einer selbsttragenden Ganzstahlkarosserie gefertigt. Die Radaufhängung erfolgte über Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfer, vorne kamen außerdem zwei ungleich lange Dreiecksquerlenker und ein Stabilisator zum Einsatz, hinten eine Pendelachse mit Schubstreben. Angetrieben wurde über die Hinterachse, die vier Gänge wurden per Hand am Lenkrad geschaltet – neu war damals die hydraulisch betätigte Kupplung. Im Verbrauch kamen beiden Modelle bereits damals nicht über acht bis zehn Liter Normal- bzw. Superbenzin bei der TS. Die Isabella war mit 7.265 DM teurer als der Opel Rekord oder der Ford 12 M, aber deutlich günstiger als ein Mercedes 180. Die im Herbst 1955 neben der TS eingeführten Karosserievarianten als dreitüriger Kombi und Cabriolet kosteten 7.565 DM und 9.950 DM.

Die Borgward Isabella im Laufe ihrer Zeit

Im Dezember 1956 bzw. zum Modelljahr 1957 entfielen die anfänglichen Kühlschlitze unter dem Kühlergrill und der Schriftzug der ursprünglichen Bezeichnung „Hansa 1500“ (noch vom Vorgängermodell) im Rhombus wurde durch „Isabella“ ersetzt. Zum Modelljahr 1958 erhielt der Wagen ein Armaturenbrett mit modischem Bandtachometer, das die kleinen Rundinstrumente der ersten Generation ersetzte – im Januar 1961 kehrte das Armaturenbrett mit Rundinstrumenten allerdings wieder zurück. Im August 1958 bzw. zum Modelljahr 1959 wurden der Rhombus verkleinert und die schmäleren Rückleuchten des Hansa 2400 für die Isabella übernommen. Bis zum Produktionsende wurden insgesamt 202.862 Stück gebaut. Die Position, die die Isabella eingenommen hatte, füllte BMW ab 1961 mit dem BMW 1500 aus.

Die Neuauflage Borgward Isabella Concept (2017)

Auf der IAA 2017 präsentierte Borgward die Studie einer nicht wiederzuerkennenden Isabella: Auffällig ist gleich, dass keine Türgriffe zu sehen sind. Stattdessen beinhaltet das futuristische Design eine geschwungene Chromleiste entlang der „Gürtellinie“. Fährt man mit der Fingerkuppe darüber, öffnet sich automatisch die Tür – oder besser gesagt, die Porttaltüren, denn so einen Öffnungsmechanismus hat man noch bei keinem Auto gesehen: Zwei Türen schieben sich auseinander, wie man es von Glastüren in der Bank kennt, und so wird ein einziger großer Zugang für Vorder- und Rücksitze frei. In diesem Zuge verzichtet die Borgward Isabella Concept komplett auf eine B-Säule, allerdings mit der Anmerkung des Design-Vorstandes, dass dieses Konzept natürlich nicht in Serie gehen wird. Abgesehen von den Türen soll die Isabella aber serienreif sein.

Zukunftsmusik spielt aber auch der Innenraum mit seinen vier freistehenden Lounge-Sesseln. Die Touch-Display-Mittelsonsole, genannt "the scarf", stellt Navigationsanweisungen und Menüunterpunkte räumlich dar und erlaubt, Interaktionsflächen frei zu belegen. Die Bedienung soll so komplett ohne Knöpfe und Tasten, sondern per „Handauflegen“ funktionieren.

Ebenfalls neu ist die E-Antriebsplattform "Borgward Epropulsion", die nach dem Elektro-SUV Borgward BXi7 (in Deutschland für 2019 angekündigt) erstmalig in einer Limousine zum Einsatz kommt. Je ein E-Motor an der Vorder- und der Hinterachse werden durch Akkus gespeist, die für eine Leistung von 300 PS und ein Drehmoment von 450 Nm sorgen. Damit soll das Borgward Isabella Concept (2017) nicht nur 4,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können, sondern auch eine für ein Elektroauto ungewöhnlich hohe Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h und eine Reichweite von bis zu 500 Kilometer schaffen.

Fazit

Die Borgward Isabella gehört fest zur deutschen Automobil-Geschichte. Je älter sie wird, desto zeitloser wirkt ihr Erfolgsrezept. Ihre Geräumigkeit macht sie zum idealen Familienauto für Oldtimer-Fans und dabei muss man nicht mal viel für den Verbrauch hinlegen. Die Isabella schwimmt noch heute gut im Verkehr mit und ihre Mechanik eignet sich prima zum Selbstschrauben. Im Vergleich zu anderen Artgenossen war sie zwar weniger rostanfällig, was aber im Falle Oldtimer über die Jahre nicht mehr von Belang sein dürfte. Achten sollte man vor allem auf Pfusch-Restaurierungen früher Jahre, die leider häufiger vorkamen.

Über die Neuauflage der Isabella kann noch nicht viel gesagt werden. Noch ist nicht sicher, ob das Modell in Serie gehen wird und wenn ja, wann.