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Bedford Dormobile

Die Idee lag wohl nahe: Händler, Handwerker und andere Kleinunternehmer rüsteten ihren Kleintransporter am Wochenende zum Wohnwagen um. Ein paar Kisten und Sitzgelegenheiten reichten, um die Freizeit draußen in der Natur zu verbringen. Überliefert ist diese Geschichte, wer zuerst auf die Idee gekommen ist, natürlich nicht. Dafür ist verbürgt, wie der Name “Dormobile” für ein Camping-Fahrzeug entstand und wo diese Fahrzeuge in den 1950er Jahren entstanden.

Aus einem Lieferwagen wird der Bedford Dormobile

Dormobile war eine englische Karosserie-Firma, deren Wurzeln bis ins Jahr 1773 zurückreichten. Damals baute das Unternehmen noch Kutschen, knapp 150 Jahre später Karossen für britische Automobilproduzenten. Da nannte sich das Unternehmen aber nach einem seiner Erfolgsmodelle, einer Karosserievariante mit Namen “Dormobile”. Erst Anfang der 1960er Jahre wurde aus der Wohnidee im Auto ein Produkt. Mit dem Bedford CA - einem Kleintransporter, der bei Vauxhall in Luton schon seit 1952 gebaut wurde - stand ein Serienfahrzeug zur Verfügung, das für den Ausbau zu einem Campingmobil geeignet war. Was bis dahin Heimwerker und Autobastler vormachten, sollte nunmehr professionell durchdacht in Serie gehen. So erschienen schon 1960 bei Bedford Dormobile, die aber noch keine speziellen Aufbauten hatten, sondern eher an einen Kleinbus erinnerten.

Der Bedford CA als Plattform für zahlreiche Dormobile-Varianten

1964 sahen die Campingmobile schon den heutigen Modellen ähnlich. Kunststoffe und Aluminiumbleche machten es möglich, vielfältige Varianten der Wohnmobile zu entwickeln. Zahlreiche Kleinunternehmen machten sich daran, der Kundschaft ihren Camper für den Traumurlaub zu bauen. Auch der Hersteller Vauxhall mischte im Angebot mit. So gab es mehrere Modelle in unterschiedlicher Ausführung und Ausstattung, vom einfachen Camping-Bus bis hin zum Wohnmobil für den Familienurlaub. Der Schriftsteller Anthony Burgess reiste mit seinem Bedford Dormobile in den 1960er Jahren durch Europa. Er erfreute sich an dem “Wunder britischer Ingenieurskunst”, die es ihm ermöglichte, sich überall “zu Hause” zu fühlen. Gleichzeitig beschwerte er sich über die “typisch britische Ausführung”, womit er die oberflächliche Verarbeitung meinte.

Ein neuer und größerer Bedford Dormobile

1969 erschien ein neuer, größerer Kleintransporter, der Bedford CF, in Deutschland als Bedford Blitz bekannt. Der Bedford wurde sehr schnell auch zum Bedford Dormobile. Aber die neue Plattform ermunterte auch zahlreiche andere Anbieter von Wohnmobilen zu neuen technischen Lösungen. In Deutschland setzte zum Beispiel Hymer auf den Bedford Blitz als Basis für die Hymermobile. 1988 wurde die Produktion des Bedford CF eingestellt. Die Dormobile-Modelle sind heute die am weitesten verbreiteten CF-Fahrzeuge aus dieser Zeit und noch häufig in den Sommermonaten auf Campingplätzen anzutreffen.