Gebrauchtwagentest: Mercedes C-Klasse – Überzeugt problemlos

Wer die Straße durch einen Stern und für verhältnismäßig wenig Geld beobachten möchte, muss sich zwangsläufig auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen. Mit der 2007 erneuerten C-Klasse boten die Stuttgarter ihr Mittelklasse-Modell erstmals mit zwei verschiedenen Frontdesigns an.

Den Stern gab es dann nicht nur auf der Motorhaube, sondern auch im Kühlergrill. Für die Zuverlässigkeit spielt das natürlich keine Rolle, der C-Klasse mit der internen Bezeichnung W 204 bescheinigen TÜV-Prüfer stets gute Noten. Karosserie und Innenraum

Eine konservative Limousine wie die C-Klasse bietet Vorteile: Da ist zum einen der leise Innen-, zum anderen der große Kofferraum. Wer mehr Variabilität sucht, greift zum Kombi, der bei Mercedes T-Modell heißt. Kurz nach dem Facelift der Baureihe im Jahr 2011 kam auch das Coupé dazu, dass das Sportcoupé CLC ersetzte. Auf einer Fahrzeuglänge von 4,58 Meter bietet der Schwabe beim Viertürer ausreichend Platz für vier Personen. Der Kombi ist nur 1,5 Zentimeter länger als die Limousine. Der Zuwachs kommt ausschließlich dem Kofferraum zu gute. Dieser fasst 485 Liter im T-Modell, in der Limousine sind es zehn Liter weniger.

Von der Überarbeitung zur Lebensmitte profitierte besonders der Innenraum. Hier verbesserte Mercedes die Verarbeitung, an dessen hohem Hartplastik-Anteil sich einige Käufer optisch und haptisch störten. Wie beim Vorgänger (Typ W 203) wurde auch die Baureihe W 204 in den drei Ausstattungen Classic, Elegance und Avantgarde angeboten. Den Stern auf der Haube behielten nur Classic- oder Elegance-Fahrer. Die Linien Avantgarde und der AMG haben einen großen Stern im Kühlergrill.

Motoren

Vom kleinen Vierzylinder-Diesel mit 120 PS bis zum bärenstarken V8-Benziner mit 517 PS bietet die C-Klasse ein breites Antriebsprogramm. Saugmotoren, mit Kompressor oder Turbo aufgeladene Aggregate, als Saugrohr- oder Direkteinspritzer, mit Sechsgang-Schaltbox oder Automatik mit fünf und sieben Gängen – die Auswahl ist groß. Was die Sache allerdings zum Teil etwas unübersichtlich macht. Wer keine besonders dynamischen Ansprüche an sein Gefährt stellt und sparsam unterwegs sein will, der kann zum Basisdiesel mit 120 PS greifen. Um jedoch auch auf der Autobahn gut mithalten zu können, eignen sich stärkere Aggregate wie beispielsweise der 204 PS starke V6-Benziner C 230 oder der gleichstarke Vierzylinder-Selbstzünder. Kräftigster Diesel mit 265 PS ist der ab 2011 angebotene 3,0 Liter große V6 im C 350. Die Motoren gelten bei normaler Pflege als langlebig und robust, Probleme sind kaum bekannt.

Ausstattung und Sicherheit

Gab es beim Vorgänger noch Probleme mit der Vorderachse, macht der W 204 bei der Kfz-Hauptuntersuchung so gut wie nie Ärger. Ähnlich fällt das Urteil für die Lichtanlage und die Bremsen aus, auch hier bleibt die Mercedes C-Klasse weitgehend ohne Befund. Nicht einmal Schmiermittelverlust ist ein Thema, genauso wie Rost. Sämtliche Mängel bewegen sich laut TÜV-Prüfer am Rande der statistischen Nachweisbarkeit. Bei der Sicherheit gibt es ebenfalls nichts zu mäkeln: Mit fünf von fünf möglichen Sternen schnitt die C-Klasse beim EuroNCAP Crashtest 2007 gut ab. Von der nackten Basisausstattung ist allerdings abzuraten. Nur wenn der Erstkäufer  genügend Geld für Extras in seine C-Klasse gesteckt hat, wird der Stuttgarter komfortabel.

Qualität

Ein weiteres Kapitel, bei dem der Stern nicht an Glanz verliert. Wurde das Fahrzeug von seinem Vorbesitzer gepflegt und hat womöglich viel Zeit in der Garage verbracht, gibt es auch bei der Karosserie keine Schwierigkeiten. Lediglich die per Fuß zu betätigende Feststellbremse löst sich manchmal etwas träge. Generell gilt: Diese C-Klasse-Baureihe kann ohne große Bedenken gebraucht gekauft werden. In der TÜV-Statistik schneidet der Benz stets besser als der Durchschnitt ab. Da der W 204 ohne Kinderkrankheiten auf den Markt gekommen ist, spricht bei diesem Benz auch nichts gegen ein frühes Baujahr. Für gepflegte Modelle werden in den gängigen Autobörsen meist um die 10.000 Euro aufgerufen, dann allerdings mit hohen Laufleistungen. Soll es ein Langzeitauto werden, das nicht vom schwächsten Aggregat angetrieben wird, muss der künftige C-Klasse-Fahrer etwas tiefer in die Tasche greifen. (as/sp-x)

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