Fahrbericht Mazda3 Fastback e-Skyactive X 2.0 Hybrid: Erfrischend anders

Der Mazda3 Fastback e-Skyactive X 2.0 M Hybrid auf einen Blick
Stärken
- - Gute Straßenlage
- - Komfortables Fahrwerk
- - Bequeme Sitze
- - Einfache Bedienung
- - Knackiger Handschalter
- - Gute Verarbeitung
Schwächen
- - Wenig Platz im Fond
- - HUD nicht dauerhaft deaktivierbar
- - Schlechte Übersichtlichkeit
Der Mazda3 entzieht sich dem Trend der übertriebenen Sportlichkeit
Wenn ein Autobauer Gegenentwürfe zur um sich greifenden Elektrifizierung liefert, dann sicherlich Mazda. Die Japaner nutzen zwar ebenfalls 48V-Technik und haben mit dem CX-60 erstmals einen Plug-in Hybrid im Programm, bislang gibt es aber erst einen echten Vollstromer. Viel mehr entwickelt Mazda zukünftig neue Verbrennungsmotoren, setzt für seine größeren SUV auf eine maßgeblich hinterradgetriebene Plattform und bietet mit dem mindestens 25.890 Euro teuren „3er“ weiterhin eine erfrischende Alternative zum deutschen Einerlei in der Kompaktklasse an.
Trends um übertriebene Sportlichkeit, im optischen wie im fahrdynamischen Sinne, entzog sich die vierte Generation des Mazda3 schon bei ihrer Premiere 2019. Auch heute ist der mild elektrifizierter 2,0-Liter-e-Skyactiv-X-Motor mit dieselähnlicher Kompressionszündung (daneben gibt es noch zwei leistungsschwächere Sauger, der Diesel wurde 2021 gestrichen) weit davon entfernt sonderliche Fahrleistungen abzuliefern. Doch wie sagt man im Englischen so schön: „Who cares“, wen interessiert es? Im Alltag ist es mittlerweile völlig egal, ob du mit 186 oder 686 PS im Stau stehst, und überhaupt will der hier getestete Mazda3 in seiner Gesamtheit und nicht durch einen Spitzenwert überzeugen.
Mini-Facelift bringt neue Rückleuchten
Auch nach dem Mini-Facelift Anfang 2022 wird an der eher konservativen Ausrichtung des Mazda3 festgehalten. Lediglich neugestaltete Rückleuchten mit modifizierten „Herzschlag-Blinkern“, Platinum Quartz Metallic als neuer Lack sowie die Integration der MyMazda App sollen den Kompaktwagen auch mehr als drei Jahre nach seinem Debüt frisch halten. Diese Änderungen gelten sowohl für den Hatchback als auch für den von uns getesteten Fastback. Die Limousine ist bei uns eher selten anzutreffen und wirkt im Styling weitestgehend wie ein geschrumpfter Mazda6.
Ähnlich wie bei den Mitbewerbern BMW 2er Gran Coupé und Audi A3 Limousine dürfen jedoch keine Platzwunder erwartet werden. Vorne präsentiert der Mazda3 Fastback ein maßgeschneidertes Platzangebot für Fahrer und Beifahrer, hinten jedoch fehlt es insbesondere für größere Mitreisende an Knie- und Beinfreiheit. Der Kofferraum fasst 450 Liter Gepäck und bleibt damit in Reichweite zur Konkurrenz. Positiv zu erwähnen ist das einfache Bedienkonzept (bis auf die fummelige Deaktivierung des Head-up Display (HUD) bei jedem Fahrzeugstart), die gute Sitzergonomie für den Lenker und auch das Volant liegt gut in der Hand. Spätestens an dieser Stelle müssen wir freilich auf das Sechsgang-Schaltgetriebe des Mazda3 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,3-5,2 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 121-118 g/km)² zu schreiben kommen.
Knackiges Schaltgetriebe, durchschnittliche Fahrleistungen
Es liegt nicht nur in bester Griffnähe, gleichzeitig überzeugen die knackigen Schaltwege und die präzise Gassenführung. Der Handschalter harmoniert zudem bestens mit dem 186 PS starken Vierzylinder, der merklich Drehzahl braucht, um ordentlich aus den Puschen zu kommen. Bei 6.000 Touren liegt erst die Maximalleistung an und auch das Drehmoment von eher mageren 240 Newtonmetern steht spät bei 4.000 U/min bereit. In 8,1 Sekunden beschleunigt der Japaner aus dem Stand auf Tempo 100 – nicht die Welt, aber eben auch nicht langsam. Der Vortrieb endet derweil bei ebenfalls ausreichenden 216 km/h.
Ist der Mazda3 Fastback einmal in Fahrt, bilden Motor, Getriebe und Stahlfahrwerk jene unverfälschte Einheit, die wir uns eigentlich auch für den Mazda CX-60 gewünscht hätten. Besonders das Fahrwerk ist im Mazda3 auf der komfortablen Seite zuhause, spart sich seit dem Generationswechsel die aufwändige Mehrlenker-Hinterachse, ist allerdings dennoch nicht verlegen, auch kurvige Landstraßen mehr recht als schlecht zu bezwingen.
Testverbrauch 6,0 Liter auf 100 Kilometer
Bleibt zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf den Verbrauch, der für Mazda ja ausschlaggebend ist, überhaupt den Aufwand mit dem kompressionsgezündeten Benziner zu wagen. Er lag, nicht sonderlich zurückhaltend bewegt, bei gut sechs Litern Super E10 (hierauf legen die Damen und Herren Ingenieure besonders viel Wert) je 100 Kilometer. Kein schlechter Wert, allerdings auch keiner, den man nicht auch mit einem regulären Turbomotor erreichen könnte.
Fazit
Der Mazda3, auch als Fastback, ist allen voran durch sein Außendesign ein weiterhin frisch wirkender Gegenentwurf zur deutschen Kompaktwagen-Konkurrenz. Wenngleich die Innenraumqualität in hohen Tönen gelobt werden muss, ein Platzwunder wird aus dem Mazda3 keins mehr werden. Insbesondere der Fond wirkt arg beengt. Dafür stimmen die Fahrwerte für den Alltag, das knackige Handschaltgetriebe gefällt und der Mild-Hybrid-Vierzylinder mit Kompressionszündung kann halbwegs sparsam bewegt werden. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
Technische Daten*
- Modell: Mazda3 Fastback Selection Skyactiv-X 2.0 M Hybrid
- Motor: Vierzylinder-Benziner, 1.998 ccm
- Leistung: 186 PS (137 kW) bei 6.000 U/min
- Drehmoment: 240 Nm bei 4.000 U/min
- Antrieb: Vorderradantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
- Verbrauch kombiniert: 5,3-5,2 l/100 km²
- CO2-Emissionen kombiniert: 121-118 g/km²
- Beschleunigung (0–100 km/h): 8,1 s
- Höchstgeschwindigkeit: 216 km/h
- Abmessungen (L/B/H): 4,46 m/1,80 m/1,44 m
- Gewicht: ca. 1.350 kg
- Grundpreis Mazda3 Fastback: ab 28.890 Euro
*Herstellerangaben
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