Cupra Raval Endurance (2026) im Test: Fahrspaß im kleinen Spanier

Das Wichtigste zuerst
AutoScout24-Bewertung: 8,4 von 10 Punkten.
Der neue Cupra Raval, der im Stammwerk des Autoherstellers in Martorell bei Barcelona gebaut wird, ist ein 4,05 Meter langer Elektro-Kleinwagen mit Frontantrieb. Er basiert auf der MEB+-Plattform des Volkswagen-Konzerns. Der temperamentvolle Spanier wird mit drei unterschiedlichen Antrieben angeboten, deren Leistungsspektrum von 135 PS (99 kW) bis 226 PS (166 kW) reicht. Abhängig von der Batteriegröße und Ausführung beträgt die WLTP-Reichweite bis zu 446 Kilometer. Die Preise gehen in Österreich bei 30.400 Euro los, mit der alltagstauglicheren 55-kWh-Batterie startet der Raval bei 34.900 Euro.
Stärken, Schwächen, Alternativen
Was uns gefällt
Die gelungene Umsetzung der Cupra-DNA in das Kleinwagensegment.
Was wir vermissen
Eine umfangreichere Serienausstattung.
Ideal, wenn …
… man in einem praktischen Kleinwagen sportlich unterwegs sein will.
Die Alternativen
Peugeot E-208, Renault 5 E-Tech Electric, VW ID. Polo
Stärken
- Echter Cupra auf den ersten Blick
- Fahrverhalten mit Spaßfaktor
- Effizienter Antrieb
Schwächen
- Hoher Einstiegspreis
- Selbst Grundlegendes aufpreispflichtig
- Kein Frunk
Klein, aber eindeutig Cupra
Der neue Cupra Raval ist auf den ersten Blick als Cupra erkennbar. Die charakteristische Front mit dem spitz zulaufenden Sharknose-Design und der dreieckigen Lichtsignatur der Scheinwerfer greift die typische Formensprache der Marke konsequent auf. Trotz seiner kompakten Abmessungen liegt der 4,05 Meter lange Elektro-Kleinwagen breit und satt auf der Straße. Dazu tragen die kurze, nach vorne abfallende Motorhaube, die ausgeprägten Radhäuser und scharf gezeichneten Linien bei. Am Heck bilden die durchgehende Lichtleiste mit beleuchtetem Cupra-Logo und der markante Diffusor einen sportlichen Abschluss.
Vom Cupra Raval sind drei Versionen verfügbar, die alle über Frontantrieb verfügen. Die Basis bildet dabei der Raval Plus mit einer Leistung von 135 PS (99 kW) und der kleineren LFP-Batterie mit 38,5 kWh (37 kWh netto). In der Mitte rangiert der getestete Raval Endurance mit 211 PS (155 kW) und der größeren NMC-Batterie mit 55 kWh (52 kWh netto). Die sportliche Krönung stellt der Raval VZ mit gleichem Akku und 226 PS (166 kW) dar. Er fährt serienmäßig auf 19-Zoll-Rädern und verfügt über ein adaptives Fahrwerk.
Für unseren Geschmack wirkt das Testfahrzeug Cupra Raval Endurance in der Basisausstattung mit der Unilackierung Fjord-Blau und den einfärbig dunkelgrauen Felgen für einen Cupra etwas bieder. Dem kann jedoch gegen Aufpreis mit den durchaus empfehlenswerten Metallic- und Sonderlackierungen inklusive zweier matter Farbtöne sowie den markentypischen schwarz-kupferfarbenen 19-Zoll-Felgen erfolgreich entgegengewirkt werden.

Fahrspaß für jeden Tag
Die 155 kW (211 PS) passen sehr gut zu den sportlichen Ambitionen des Cupra Raval Endurance. Trotz des Vorderradantriebs bringt er die Kraft problemlos auf die Straße und sprintet in flotten 7,1 Sekunden von null auf Tempo 100. Auch der Durchzug ist im Alltag vollkommen ausreichend und ermöglicht zügige Überholvorgänge. Die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h passt gut zu dem Kleinwagen und ist in Österreich ohnehin ein eher theoretischer Wert. Die Fahrassistenten verhalten sich dezent, können bei Bedarf unkompliziert deaktiviert werden und tun so dem Fahrspaß keinerlei Abbruch.
In den optionalen Sportschalensitzen, die sehr guten Seitenhalt bieten, fühlen wir uns auf Anhieb gut verankert. Die direkte Lenkung vermittelt einen präzisen Eindruck und macht kurvenreiche Straßen zum reinen Vergnügen. Dazu wirkt das Fahrwerk ausgewogen, steckt auch kleine Schläge gut weg und ist straff genug, um bei Bodenwellen nicht nachzuschwingen. Wer noch mehr Performance möchte, greift zum Cupra Raval VZ. Dieser verfügt serienmäßig über adaptive Dämpfer und ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial an der Vorderachse, um die Antriebskraft noch effizienter auf die Straße zu bringen.
Großes Kino nur gegen Aufpreis
Die Materialanmutung und Verarbeitung im Innenraum wirken durchwegs hochwertig. Kupferfarbene Akzente, die Rautenstruktur am Armaturenbrett und in den Türverkleidungen sowie die bereits erwähnten Sportsitze verströmen echte Cupra-DNA, zu der auch die effektvolle Ambientebeleuchtung gehören würde. Vergeblich versuchen wir diese im Testfahrzeug zu aktivieren, bis sich herausstellt, dass serienmäßig nur eine weiße Fußraumbeleuchtung vorhanden ist. Gegen Aufpreis wird dann aber großes Kino geboten mit umfangreicher Ambientebeleuchtung, dynamischen Innenraum-Projektionen und einem Sennheiser Premium-Soundsystem.
Das durchgehend digitale Cockpit mit 10,25 Zoll großem Fahrerdisplay liefert alle wesentlichen Fahrinformationen übersichtlich und gut ablesbar. Dabei kann aus mehreren Ansichten gewählt werden. Der 12,9-Zoll-Touchscreen thront mittig auf dem Armaturenbrett. Mit den oft kritisierten Slidern am unteren Rand des Displays zur Einstellung von Temperatur und Lautstärke kommen wir nach kurzer Eingewöhnungsphase gut zurecht. Am Lenkrad, wo diese wesentlich unpraktischer sind, kommen hingegen nur noch physische Tasten zum Einsatz, die sich gut bedienen lassen.
Das im Testfahrzeug fehlende Navigationssystem kann zum Teil durch die Anbindung eines Smartphones und Nutzung von Google Maps kompensiert werden. Eine Ladeplanung hat man damit aber nicht mit an Bord. Das Telefon kann induktiv in der Mittelkonsole geladen werden. Praktischerweise lässt es sich auch stehend in einer Halterung platzieren und bleibt so immer im Blickfeld. Dahinter befinden sich zwei Becherhalter, die zentral positioniert sind. Stauraum findet man neben den Türverkleidungen unter der Mittelkonsole und Mittelarmlehne.
Die Platzverhältnisse im Cupra Raval bewegen sich auf gutem Kleinwagenniveau. Mit einem Radstand von 2,60 Metern finden auch hinten zwei Erwachsene gut Platz – Kopf- und Beinfreiheit sind ausreichend vorhanden. Mit 441 Litern Ladevolumen bietet der Kofferraum des Cupra Raval ein für diese Fahrzeuggröße ansprechendes Ladeabteil. Der variable Ladeboden kann in zwei unterschiedlichen Höhen eingesetzt werden. Darunter befindet sich ein sehr tiefes Fach, das praktischerweise sogar Platz für eine Getränkekiste bietet. Aufgrund des an der Vorderachse sitzenden Elektroantriebs ist allerdings kein Raum für einen Frunk vorhanden. Der Raval Plus darf 500 Kilogramm an den Haken nehmen. Beim Endurance und VZ sind es ungebremst 750 Kilogramm und gebremst immerhin 1,2 Tonnen – ein guter Wert für einen E-Kleinwagen.
Sparsamkeit und konstante Ladeleistung zahlen sich aus
Der Cupra Raval Endurance ist ein sparsamer Zeitgenosse. Bei guten äußeren Bedingungen um die 20 Grad Außentemperatur genehmigt sich der kleine E-Flitzer auf Überlandfahrten auf der Bundesstraße inklusive Ortsdurchfahrten rund 13 kWh auf 100 Kilometern. Mit einer nutzbaren Akkukapazität von 52 kWh sind damit bis zu 400 Kilometer Reichweite möglich. Auch bei österreichischem Autobahntempo steigt der Verbrauch nicht wesentlich an. Mit knapp 16 kWh auf 100 Kilometern geht es bis zu 330 Kilometer weit. Damit sind auch etwas längere Autobahn-Etappen gut machbar.
Die angegebene und im Test erreichte maximale Ladeleistung von 105 kW ist nicht gerade berauschend. Wie sich jedoch zeigt, liegt die Stärke des Cupra Raval Endurance bei der für die Ladedauer entscheidenden durchschnittlichen Ladeleistung. Diese liegt in unserem Fall bei 93,9 kW, wodurch der kleine Stromer in 23 Minuten von zwölf auf 80 Prozent SoC auflädt. Das ist eine Dauer, mit der man im Alltag durchaus gut leben kann. An einer Wallbox mit 11 kW vergehen 5:30 Stunden für eine Ladung von null auf 100 Prozent.
Fazit
Mit dem neuen Cupra Raval ist die Umsetzung der eigenständigen Markenidentität der Spanier auch im Kleinwagensegment gut gelungen. Effizienter Antrieb, gute Platzverhältnisse und ein ansprechendes Design bilden ein schlüssiges Gesamtkonzept. Schade ist nur, dass bei einem Grundpreis von 34.900 Euro für den Raval Endurance wesentliche Ausstattungskomponenten wie zum Beispiel Parksensoren vorne, Rückfahrkamera und Navigationssystem nicht serienmäßig enthalten sind. Auch die weitere Aufpreisliste ist lang. So wird es ein ziemlich teures Vergnügen, einen Cupra Raval zu fahren, der außen wie innen unserer Vorstellung von einem stimmigen Cupra entspricht. (Text und Bild: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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