Neuer A6 allroad (2026): Das nächste dicke Ding von Audi!

Audi gibt Gas! Nach dem bärenstarken RS 5 bringen die Ingolstädter nun den A6 allroad. Der Allrad-Kombi sprengt die Grenzen. Er ist um elf Zentimeter breiter als der herkömmliche A6 Avant und sieht aus wie ein Kraftsportler, der gerade aus dem Gym kommt. Erste Sitzprobe.

Der neue Audi A6 allroad auf einen Blick


Was uns gefällt

Noch nie hatte ein A6 so eine optische Wucht wie der allroad.

Was wir vermissen

Einen V8-Motor der zur maskulinen Optik passt.

Ideal, wenn …

… man auf wirklich allen Straßen unterwegs sein will.

Die Alternativen

Einzig die Mercedes-Benz E-Klasse als All-Terrain.


Stärken

  • High-End-Fahrwerk mit Allrad-Lenkung
  • Ausdrucksstarke Optik
  • Auch als PHEV bestellbar

Schwächen

  • Teuer in der Anschaffung
  • PHEV mit geringer Ladeleistung
  • Teils umständliche Bedienung

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Elf Zentimeter breiter und trotzdem kein Pummel

Das ist ein dickes Ding. Audi stellt die fünfte Generation seines Allrad-Kombis A6 allroad noch breiter auf. Im Vergleich zum Avant wächst die Karosserie um stattliche 11 Zentimeter an den Hüften. Wer jetzt glaubt, das sieht plump oder gar pummelig aus, der sollte sich die Fotos genauer anschauen. Der neue allroad ist wirklich ein starkes Stück. Davon konnten wir uns bei der Erstbegegnung im Studio persönlich überzeugen.

Zumindest was das Design angeht, muss man festhalten: Audi ist zurück in der Spur. Schon der normale A6 Avant ist optisch ein Leckerbissen, ganz zu schweigen vom Mega-Sportler RS 5 – aber der allroad setzt noch einen drauf. Vater der kühnen Linien und Kanten ist ein gewisser Francesco d’Amore, der mit viel Liebe und italienischer Leidenschaft auch am Geländekumpel der Baureihe gearbeitet hat.

Auch die Spurweite und die Felgen wachsen

Breiter und weiter! Neben den elf Zentimetern mehr an Hüftgold, hat auch die Spurweite zugelegt: Vorn 77 mm und hinten 70 mm. Und die Felgen wachsen gleich mit. In der Serie sind es 19-Zöller, auf denen der allroad rollt. Bis zu 21 Zoll sind (optional) möglich. Zusammen mit den schwarz glänzenden oder matten Offroad-Beplankungen und den vorderen Kotflügeln, die durch einen eigenen Luftauslass hinter den Rädern noch breiter wirken, entwickelt das Design eine elegante Wucht, die einen sofort anspricht.

„Haben wollen“, quäkt das Kind im Manne. Und damit haben die Designer das erreicht, was sie wollten. Den Kaufimpuls auslösen. Wem der allroad gefällt und der auch das nötige Geld auf dem Konto hat (Basismodell startet bei 77.250 Euro), kann die Offroad-Limousine schon jetzt bestellen, ausgeliefert wird aber erst im September.

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Mit KI wird der A6 allroad zum rollenden Büro

So spektakulär wie das Exterieur ist das Interieur nicht. Erste Sitzprobe – wir geben der Tür einen kleinen Schubs. Nicht fest genug. Aber das macht nichts. Denn der allroad hat eine elektrische Türziehhilfe (optional). Ein Feature, das man sonst nur aus der Luxusklasse kennt. Das Cockpit hingegen hat man schon in vielen anderen Modellen gesehen. Das hochauflösende Panorama-Display (OLED) besteht aus dem 11,9 Zoll großen virtuellen Cockpit, dem 14,5 Zoll-Infotainment-Bildschirm und dem (optionalen) 10,9-Zoll-Beifahrer-Screen.

Auf dem Lenkrad kehren die Walzen zurück, ansonsten gibt es aber immer noch ziemlich viele kapazitive Schaltflächen. Zum Beispiel in der Armlehne – und auch noch in Klavierlack-Ausführung. Nicht alle Zeitgenossen freuen sich darüber. Zum Glück hat Audi mit ChatGPT künstliche Intelligenz an Bord, die zum Beispiel bei Entertainment und Navigation helfen. Und das schon ziemlich elegant. So kann man über den Audi Assistant beispielsweise nach einem „Restaurant mit Blick auf den Starnberger See“ suchen, und bekommt eine veritable Auswahl davon. Der KI-Assistent soll nach entsprechender Genehmigung des Users sogar Zugriff auf Kalender und E-Mails haben, sodass der A6 allroad zum rollenden Büro wird.

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Beim Sprint hat der Diesel einen hauchdünnen Vorsprung

Optisch ist der A6 allroad eine echte Wucht – aber kann man das auch vom Motorenprogramm sagen? Zum Start bietet Audi zwei Triebwerke an. Im Basismodell kehrt ein alter Bekannter zurück, der Drei-Liter-TDI. Mit dem Vorgänger hat er aber nicht mehr viel gemein. Der Selbstzünder wird gleich von drei E-Maschinen bespaßt. Von einem Startergenerator, einem Triebstranggenerator und einem elektrischen Verdichter. 220 kW / 299 PS und 580 Nm Drehmoment spuckt das Quartett aus und lässt den Diesel in 5,4 Sekunden von null auf Tempo 100 sprinten. Ein wirklich feines Maschinchen, das wir im „normalen“ Audi A6 Avant schon getestet haben und das uns ziemlich überzeugt hat.

Und dann gibt es noch einen Plug-in-Hybrid (ab 80.250 Euro), der die Power eines 2,0 Liter großen TFSI-Motors (185 kW / 252 PS) und einer E-Maschine bündelt. Am Ende stehen 270 kW / 367 PS und 500 Nm Drehmoment Systemleistung. Aufgrund des Gewichts braucht der Hybride mit 5,5 Sekunden einen Tick länger beim Spurt auf Tempo 100. Dafür kann er mit seiner 20,7 kWh-Batterie (netto) bis zu 95 Kilometer elektrisch fahren. Aufladen kann man ausschließlich mit Wechselstrom bis maximal 11 kW. Was nicht unbedingt auf der Höhe der Zeit ist.

Bei den Motoren ließe sich durchaus noch ein dickeres Brett bohren, hört man schon den einen oder anderen Zeitgenossen sagen. Schließlich weckt die um elf Zentimeter verbreiterte Karosserie fast schon RS6-Gefühle. Und welcher Motor würde besser zu einem Auto mit solch bulligem Auftritt passen als ein Achtzylinder. Der bekannte 4,0-Liter-V8-Biturbo wäre wie gemacht dafür. Zumal schon der erste Audi allroad quattro mit einem Achtender zu haben war.

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Luftfeder mit Liftfunktion: So kommt der A6 allroad durchs Gelände

Umgesetzt wird die Power natürlich mit dem Allradantrieb Quattro. Grundbedingung im Gelände. Genauso wie eine gute Bodenfreiheit. Die Karosserie liegt um 34 Millimeter höher als beim normalen A6 Avant und ist dank der serienmäßigen Luftfederung flexibel. Bei dynamischer Fahrweise senkt sich das Auto um 20 mm ab. In den Offroad-Programmen geht es um 15 mm nach oben. Und wenn es besonders schroff und steinig wird im Gelände, dann lässt sich die Karosserie mit der Liftfunktion noch mal um weitere 20 mm anheben. Das geht immerhin bis 35 km/h.

Mit an Bord ist auch eine elektronische Differenzialsperre, zuständig für Traktion und Antriebsmomente. Wer den Diesel ordert, hat die Wahl bei der Lenkung: Entweder die normale Progressivlenkung oder die Allrad-Variante. Beim PHEV ist sie Serie – und eigentlich auch empfehlenswert. Der Wendekreis reduziert sich um knapp einen Meter. Rangieren und Einparken werden auch leichter, denn der A6 allroad ist mit seiner Länge von fünf Metern (Radstand 2,93 m) und einer Breite von 2,10 Meter schon ein „Trumm“ von Auto. Da hilft es, wenn die Hinterräder bis zu fünf Grad gegenläufig einschlagen. Bei höherem Tempo gehen sie bis zu zwei Grad in der gleichen Richtung mit wie die Vorderreifen und erhöhen somit die Stabilität des Fahrzeugs und auch die Lenkpräzision.

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Kleinerer Kofferraum im Plug-in-Hybrid

Noch ein Wort zu den Platzverhältnissen. Der Kombi bietet ein Kofferraumvolumen von 466 bis 1.497 Litern. Das gilt nur für den Diesel. Beim Plug-in-Hybrid sind es nur 404 bis 1.423 Liter wegen der zusätzlichen Technik. Geöffnet wird die Heckklappe elektrisch (serienmäßig), die zweite Sitzreihe ist im Verhältnis 40:20:40 klappbar – und kann vom Kofferraum aus entriegelt werden. Wem der allroad zu wenig Platz bietet, weil man beim Abenteuer Freizeit noch ein paar mehr Utensilien braucht wie Zelt, Boot & Co. – für den bietet Audi einen mattschwarz pulverbeschichteten Dachkorb mit Spanngurten und Haltern an.

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Erstes Fazit

Beim Design macht Audi wieder verdammt starke Ansagen. Vorläufiger Höhepunkt ist der Audi A6 allroad. Ein Prachtstück von Auto, ein wirklich dickes Ding. In Kombination mit dem 3,0-Liter-TDI, der Luftfederung und den Offroad-Fähigkeiten ist der allroad der vielseitigste Audi-Avant im Programm und vielleicht auch der spannendste. (Text: Rudolf Bögel | Fotos: Hersteller)

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel ist seit 2022 freier Redakteur bei AutoScout24. Er schwärmt für elegante Limousinen und drehfreudige Saugmotoren, fährt privat jedoch überwiegend elektrisch: im Honda e, gespeist von der eigenen PV-Anlage. Seine heimliche Leidenschaft gilt Oldtimern – vom Mercedes-Benz 190 „Heckflosse“ über den Triumph Spitfire Mk II bis hin zum Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Über Geschmack lässt sich streiten, über gute Autos nicht.

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