Auto überwintern lassen - Ratgeber

Ob Cabrio, Young- oder Oldtimer: Ihr Saisonfahrzeug sollten Sie stets gut präpariert ins Winterquartier schicken. Wir haben umfassende Tipps rund ums Einmotten zusammengestellt.

Das Auto auf sein Winterquartier vorbereiten

Frost, Streusalz und Nässe in Verbindung mit Schmutz verkürzen das Oldtimerleben und lassen ein Cabriodach vorzeitig altern. Meldet man das Auto mit einem Saisonkennzeichen an, profitiert man von niedrigeren Kosten bei der Cabrio-Versicherung, muss sich allerdings Gedanken über ein geeignetes Winterquartier machen. Doch das Winterlager - im Idealfall ein trockener Platz - allein reicht nicht aus, sondern das Einmotten bedarf gründlicher Vorsorge. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein, denn die Vorbereitungen nehmen einen ganzen Tag in Anspruch. Die richtige Behandlung für die Winterruhe beginnt mit einer gründlichen Autowäsche:

  1. Fahren Sie in eine Waschanlage und lassen Sie den Wagen einschließlich Unterbodenwäsche, Radkästen und Radläufe reinigen.
  2. Befreien Sie alle Fugen, Wasserabläufe und Ecken penibel von Schmutz und angesammelten Unrat. Warum? Jedes bisschen vergessener Schmutz am Wagen kann wie Schmirgelpapier wirken.
  3. Anschließend begeben Sie sich mit dem Wagen auf seine letzte Fahrt und geben beherzt Gas. So kommt der Wagen nochmals auf seine Betriebstemperatur und das Kondenswasser verdampft im Auspuff.
  4. Bei dieser Gelegenheit füllen Sie den Tank komplett auf, damit er während der Standzeit nicht von innen rosten kann.

Besonders bei einem Oldtimer mit Metalltank ist dies eine wichtige Maßnahme, da es im Schlimmstfall sehr zeitaufwendig sein kann, einen Oldtimer zu entrosten. Als sinnvolle Ergänzung bietet sich ein Additiv an. Dieses verhindert die Aufnahme von Kondenswasser im Tank, der Einspritzanlage beziehungsweise dem Vergaser.

Die Autopflege vor dem Winterschlaf

Sind Sie im Winterquartier angekommen, nehmen Sie alle Matten heraus und reinigen den Innenraum sowie den Kofferraum Ihres Fahrzeugs. Ledersitze pflegen Sie mit einem entsprechenden Pflegemittel. Bei einem Cabrio waschen Sie das Verdeck mit Hand und lassen es gut trocknen, um Wasserflecken zu vermeiden. Vergessen Sie nicht die Gelenkscharniere mit Fett, Sprühöl oder Teflonspray zu behandeln. Lassen Sie das Cabrio mit geschlossenem Verdeck überwintern, ansonsten bilden sich Schimmelflecken oder Falten.

Prüfen Sie eingehend den Lack und beim Kabriolett die Kunststoffscheibe auf eventuelle Kratzer und polieren diese mit einer geeigneten Politur. Sofern Sie kleine Steinschläge entdecken, bessern Sie diese mit einem Reparatursatz aus, da ansonsten Rost entstehen kann. Für die Winterversiegelung verwenden Sie zum Abschluss Hartwachs.

Des Weiteren sind alle Flüssigkeiten zu überprüfen: Auch wenn noch kein Wechsel ansteht, ist es sinnvoll einen Ölwechsel vorzunehmen. Denn Verbrennungsrückstände wie Metallstaub und Säuren greifen Dichtungen und Metallteile an. Hingegen schützt frisches Öl den Motor optimal vor Standschäden. Im Anschluss wechseln Sie den Ölfilter und füllen Frostschutzmittel auf.

Das Fahrwerk und den Motor winterfest machen

Fetten Sie am Fahrwerk sämtliche Schmierpunkte wie Türscharniere, Bremsgestänge, Lenkhebel, Traggelenke und Vorderachsen gründlich ein. Bei Oldtimern schmieren Sie zusätzlich das Vergasergestänge und lassen das Benzin aus dem Vergaser. Damit verhindern Sie, dass die Vergaserdüsen und die Schwimmkammer nicht verharzen. Als Nächstes ist der Motor an der Reihe:

  • Ersetzen Sie die alten Zündkerzen durch neue. Das schont beim Motorstart im kommenden Frühjahr den Anlasser und die Batterie.
  • Um die Schmierung des Motors beim ersten Start im Frühling zu sichern, geben Sie ein Spritzer frisches Motoröl in die offenen Kerzengewinde.

Die Reifen entlasten Sie, in dem Sie den Luftdruck auf rund drei Bar erhöhen. So behalten diese ihre Form und Sie beugen einem Standplatten vor. Zur Reifenentlastung wäre auch das Aufbocken des Fahrzeugs denkbar. Allerdings schädigen Sie dadurch eventuell die Fahrwerkgummis. Besser wäre, das Auto alle vier Wochen ein Stück von Hand zu bewegen.

Der richtige Standort zum Überwintern

Zum Überwintern sind eine Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent und eine Temperatur von 15 Grad Celsius die besten Bedingungen. Eine durchschnittliche Garage kann diese Voraussetzungen im Grunde erfüllen. Legen Sie Luftentfeuchter in den Innenraum, ist dies eine zusätzliche Hilfe gegen Feuchtigkeit. Besitzen Sie keinen geeigneten Unterstand, kann eine Mietgarage oder ein vor Diebstahl geschütztes bewachtes Parkhaus eine Alternative sein.

  • Wenn Sie das Auto einmotten, bauen Sie die Batterie komplett aus. Diese bewahren Sie an einem kühlen Ort auf und laden Sie monatlich ein Mal auf. Sind Autobatterien nicht in Betrieb, altern sie schneller.
  • Konservieren Sie den Motor durch ein Schutzspray und stecken einen Öl getränkten Lappen in den Auspuff.
  • Über den Öllappen ziehen Sie einen Gefrierbeutel und verschließen ihn mit Klebeband. So kann keine Feuchtigkeit über den Auspuff in den Motor gelangen, welche zu Rostbildung im Motorraum führen kann.
  • Schlussendlich öffnen Sie für die Luftzirkulation ein Fenster einen spaltbreit und klappen die Scheibenwischer hoch. Dies dient zur Entlastung der Wischer und zusätzlich mit Bienenwachs eingerieben, bleiben sie geschmeidig.

Vor dem ersten Motorstart im Frühling entfernen Sie die Schutzmaßnahmen und setzten die Batterie ein. Anschließend klemmen sie die Spritpumpe ab und zünden dann den Motor, damit sich der Öldruck aufbauen kann. Ist dies geschehen, stecken Sie die Spritpumpe an und fahren die ersten Kilometer mit mäßigem Gasfuß zur Tankstelle. Hier überprüfen Sie den Luftdruck und kontrollieren sicherheitshalber das Öl - auch dieses kann während der Standzeit altern.

Wer rechtzeitig die geeigneten Maßnahmen trifft, kann sein Sommerauto mit relativ geringem Aufwand in die Winterpause schicken. Oftmals sind diese Fahrzeuge mit einem Saisonkennzeichen angemeldet. Lassen Sie dieses Kennzeichen bei der Zulassungsstelle vermerken, sparen Sie sich den Weg um den Wagen ab - oder anzumelden. Daraus resultiert ebenso eine Ersparnis bei der Steuer und Versicherung. (Text: AutoScout24)

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