VW ID.3 - mit Facelift alles besser?

An Kritik mangelte es nicht als Volkswagen den ID.3 im Jahr 2020 vorstellte. Das elektrische Vorzeigeprojekt der Wolfsburger kränkelt weiterhin an vielen Ecken, vor allem aber im Innenraum und bei der Bedienung. Eine Produktaufwertung soll nun für Abhilfe schaffen - aber leider nicht überall.

Alles neu in Wolfsburg?

Im Juli 2022 wurde bekannt, dass der damalige VW-Vorstand Herbert Diess, mehr oder weniger erwartbar, kurzfristig seinen Hut nehmen muss. Es folgte die Ernennung von Porsche-Chef Oliver Blume in das höchste Amt bei den Wolfsburgern. Thomas Schäfer wurde Markenchef der Pkw-Sparte von Volkswagen. Dieser neue Wind in der Konzernzentrale beschleunigt nun offenbar die Qualitätsoffensive bei den Niedersachen, die genau zugehört haben wollen, was die Kunden an ihren Produkten stört. Beim VW ID.3 war das offenbar so einiges (Stromverbrauch kombiniert: 15,8-15,3 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; elektrische Reichweite: bis zu 546 km)².

VW-ID3-2023-Facelift-Interior

Beleuchtete Touchslider erst ab 2024

So herrschte im Inneren der kompakten Elektro-Limousine bislang harter, wenig ansehnlicher Kunststoff vor. Nun werden mit dem Facelift unter anderem die Türverkleidungen wie beim großen Bruder ID.4 gepolstert, einzelne Oberflächen unterschäumt, Designnähte sorgen auch an den Sitzen für eine hübschere Optik. Die Mittelkonsole beherbergt fortan serienmäßig einen induktiven Lader sowie zwei USB-C-Steckplätze für das Smartphone und der Touchscreen fällt eine Nummer größer aus. Zudem läuft auf ihm nun eine überarbeitete Version der Infotainment-Software inklusive "Functions on Demand" Store. Allerdings: Es bleibt vorerst bei unbeleuchteten Slidern für die Temperatur- und Lautstärkenregelung. VW gelobt hier erst für Ende 2024 Besserung, wenn entsprechende Hardware zur Verfügung steht.

Gleichermaßen kritikwürdig ist und bleibt die Lenkradbedienung. Anders als beim Golf 8 Facelift, das im Erprobungs-Status bereits mit physischen Tasten am Volant gesichtet wurde, bleibt es beim ID.3 bei den unbeliebten kapazitiven Steuerungsflächen. Später soll eine Kompromisslösung mit einzelnen echten Tasten folgen. Rein äußerlich fallen die Retuschen beim Stromer derweil äußerst dezent aus. Man muss genau hinschauen, um die geänderte Frontpartie zu erspähen, die den Einstiegs-Stromer optisch etwas näher an den Golf heranrücken lässt. Optional stehen zudem neue Farben parat.

VW-ID3-2023-Facelift-Rear

Die Preise steigen kräftig

Käufer haben wie gehabt die Wahl zwischen einer großen und einer mittleren Batterie, eine kleine, günstigere Variante soll in Kürze folgen. Der E-Motor kommt unverändert auf 150 kW/204 PS Leistung, die Reichweite beträgt bis zu 546 Kilometer. Geladen wird an der geeigneten DC-Ladestation im Normalfall mit 120 kW, wer das große Akkupack wählt kann auf bis zu 170 kW hoffen. Das gilt übrigens auch schon für ID.3, die sich aktuell in Produktion befinden. Ebenfalls schon in die laufende Serie integriert ist die Funktion "Plug-and-Charge", die eine einfache Bezahlkommunikation zwischen Ladestation und Auto ermöglicht.

Wie so oft dieser Tage: Die Preise steigen mit dem Facelift deutlich. In Verbindung mit der mittleren Batterie werden mindestens 44.000 Euro fällig – knapp 5.000 Euro mehr als bisher. Die für das Frühjahr erwartete neue Basisvariante mit kleinem Akku dürfte dann wieder knapp unter 40.000 Euro liegen. (Text: tv, hh/sp-x | Bilder: Hersteller)

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