Vorstellung: VW XL1 – DAS Ökoauto

Im Jahr 1999 galt das 3-Liter-Auto alias VW Lupo 3L als echte Effizienzsensation. Jetzt schreiben wir das Jahr 2013 und VW setzt eine neue Wow-Marke in Sachen Verbrauch: Mit dem XL1 kommt nämlich das 1-Liter-Auto.

Und: Der extrem aerodynamische Teilzeitstromer bleibt kein Einzelstück für Automessen, sondern wird bald schon in Serie gebaut. Vorläufig gibt es allerdings nur grünes Licht für 50 Exemplare. Machen wir uns nichts vor: Viele Autofahrer wollen zwar effizientere und umweltfreundlichere Autos, doch in Verzicht üben fällt ihnen dann doch meist schwer. Wohl deswegen dürften die Marktchancen eines XL1 eher gering sein, denn es handelt sich um eine teure, aerodynamische Leichtbau-Zigarre, bei der man sich in einigen Punkten einschränken muss.

Vor allem beim Raumangebot, denn mit 3,89 Meter Länge ist der XL1 zwar auf dem heutigen Kleinwagenniveau, mit 1,28 Meter baut er allerdings so flach wie ein Supersportler. Damit erfüllt der XL1 dank geringer Stirnfläche einen wesentlichen Anforderungspunkt für effizientes Fahren, kann aber im Gegenzug nur zwei Passagieren und 100 Liter Gepäck Platz bieten.

Easy going

Was bei Spaßautos zwar gerne in Kauf genommen wird, hat bei Ökomobilen für viele Autokunden einen eher faden Beigeschmack. Immerhin dürfen die Passagiere im Kleinserien-XL1, anders als noch bei den ersten beiden Prototyp-Generationen, leicht versetzt nebeneinander sitzen. Und sie dürfen – Sportwagenfreude werden feuchte Augen bekommen – über Flügeltüren einsteigen. Auch sonst lässt die XL1-Konstruktion Supersportler-DNA vermuten, denn beim Körperbau hat VW durch den Einsatz von reichlich Alu und Karbon das Gewicht auf Supermodel-Niveau gedrückt.

795 Kilogramm soll der XL1 wiegen, obwohl in ihm gleich zwei Motoren für den Vortrieb stecken und noch eine mittelschwere Lithium-Ionen-Batterie, die 50 Kilometer rein elektrischen Radius ermöglichen soll. Geht der 27 PS leistenden E-Maschine der Strom aus, übernimmt ein 48 PS starker Zweizylinder-Diesel in Kombination mit einen Sieben-Gang-DSG die Vortriebsarbeit. Wie hoch der Verbrauchswert des Diesels bei leeren Batterien ist, wird nicht angegeben. Den Wert, den VW offiziell kommuniziert sehen möchte, ist die fabelhafte Marke von 0,9 Litern Durchschnittsverbrauch. Dieser Marke ist aber immer nur für die ersten 100 Kilometer gültig, bei denen ja die Hälfte der Strecke rein elektrisch gefahren wird.

Nicht für Jedermann

Doch nicht nur beim Sparen hilft der Doppelherzantrieb, auch für ordentlichen Vortrieb kann er sorgen, denn der XL1 vermag aus dem Stand in 12,7 Sekunden sprinten und immerhin 160 km/h schnell werden. Für ein Alu-Karbon-Flügeltürer mag das zwar etwas beschaulich anmuten, für ein Öko-Mobil mit Zweizylinder-Diesel klingt das hingegen verheißungsvoll.

Der größte Haken am Serien-XL1 ist allerdings seine Verfügbarkeit. Otto-Normal wird dieses Auto wohl nur selten zu Gesicht bekommen, besitzen wird er es ohnehin nie können, denn nach vorläufigen Plänen will VW am Standort Osnabrück im Lauf des Jahres 2013 lediglich 50 XL1 fertigen, die dann an ausgewählte Kunden gehen. Weil es keinen offiziellen Vertrieb gibt, gibt es auch keinen offiziellen Preis. Wenn es ihn geben würde, würde er potenzielle Kunden sicherlich abschrecken.  (mh)

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