Vorstellung: Lamborghini Veneno – Ja ne, is klar

Noch vor wenigen Wochen betonte Lamborghini bei der Aventador-Roadster-Präsentation, dass man weg vom Proll-Image wolle.

Ein Unterfangen, das der offene Bolide zurecht in Frage stellt. Gänzlich ad absurdum werden diese Image-Wandel-Ambitionen allerdings von Lambos neuestem Streich geführt, dem Veneno.
Verglichen mit dem Veneno, den Lambo-Chef Stephan Winkelmann am Vorabend des Genfer Autosalons im Rahmen der VW-Neuheiten-Schau der versammelten Journaille präsentierte, ist der Aventador ein harmloser Sonntagswagen. Der neue Superstar aus Sant‘Agata Bolognese basiert zwar auf dem aktuellen Topmodell, wirkt jedoch um ein Vielfaches martialischer, brutaler und, ja, prolliger. Nicht umsonst trägt er den Namen eines Kampfstieres, der einst seinen Torrero besiegte.

Alles für die Aerodynamik

Die Verwandtschaft zum Aventador, der als Basis diente, ist kaum mehr sichtbar. Das Veneno-Maul ist noch weiter aufgerissen, die Schnauze noch flacher, die Radhäuser noch ausgestellter und das Heck besteht mehr aus Luftöffnungen denn aus Karosserieteilen. Dazu eine Haifischflosse und ein mächtiger Spoiler über dem Heckmotor. Alles steht im Dienste der Aerodynamik.

Der weniger als 1.500 Kilogramm schwere Veneno soll mit aller Macht auf die Straße gepresst werden, damit die breiten Reifen die Kraft bestmöglich in Vorwärtsbewegung umwandeln können. Die Ingenieure haben ihre Physik-Hausaufgaben gut gemacht, in Bugatti-ähnlichen 2,8 Sekunden katapultiert der 750 PS starke 6,5-Liter-V12 den Karbon-Flitzer auf Tempo 100; erst bei 355 km/h setzt der Luftwiderstand der Beschleunigungsorgie ein jähes Ende.

Nur drei Mal

Wirklich konterkarieren wird der Veneno Lambos Streben zum Gut-Auto-Hersteller kaum können, schließlich wird ihn so gut wie nie jemand zu Gesicht bekommen. Gerade mal drei Fahrzeuge werden gebaut, und die bereits im Vorfeld auserkorenen Kunden befinden sich allesamt außerhalb Europas. Wo, will Lamborghini nicht verraten, doch liegt der Verdacht nahe, dass sie sich in Regionen befinden, wo weder Geld noch Spritverbrauch eine Rolle spielen...

Damit die drei Veneno-Fahrer ihre neuen Spielzeuge auseinander halten können, bekommt jeder der grau lackierten Supersportler einen eigenen farblichen Akzent, in rot, grün oder weiß; den Farben der italienischen Flagge. Ein viertes Modell, das alle drei Farben auf einmal trägt, behält Lamborghini für sich selbst.

Mehr als dreieinhalb Millionen

Keine schlechte Rücklage, denn schon jetzt müssen die drei Kunden jeweils 3,57 Millionen Euro für den Veneno hinlegen. Damit ist der Lamborghini nicht nur das wertvollste Exponat auf dem Genfer Autosalon, sondern auch eines der teuersten Autos überhaupt. Und sollte Lamborghini mal knapp bei Kasse sein, lässt sich der vierte Veneno mit der Seriennummer 0 sicher mit noch ordentlichem Aufschlag versetzen.

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