Umweltbonus 2023 – weniger Geld für Elektroautos

Es hat wie so oft ein wenig länger gedauert, bis sich die Ampel-Koalitionspartner im sprichwörtlichen Sinne grün geworden sind. Denn zwischen dem von Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) geführten Wirtschafts - und Klimaschutzsresort sowie Finanzminister Christian Lindner (FDP) herrschten deutlich gegensätzliche Meinungen darüber, ob Elektroautos auch über das Jahr 2022 hinaus noch gefördert werden sollen. Klar ist nun: Die Förderung durch den sogenannten "Umweltbonus" geht weiter, aber deutlich abgemildert. Käufer von Plug-in-Hybriden gehen ab dem 1. Januar 2023 komplett leer aus.
Für den Förderantrag ist weiterhin die Zulassung entscheidend
Das betrifft übrigens auch Fahrzeuge, die jetzt bestellt werden, allerdings erst im neuen Jahr geliefert werden können. Denn auch weiterhin gilt, dass der Förderantrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erst dann gestellt werden kann, wenn das Fahrzeug geliefert und auf den Halter zugelassen wurde. Für Käuferinnen oder Käufer von reinen Elektroautos hat dies ebenfalls den Nachteil, dass die maximale Fördersumme womöglich nicht mehr ausgeschöpft werden kann.
Die Änderungen des Umweltbonus ab 2023 im Überblick:
- Ab 1.1.2023 keine Förderung mehr für Plug-in-Hybride
- Reine Elektrofahrzeuge bis maximal 40.000 Euro netto erhalten 4.500 Euro
- Reine Elektrofahrzeuge von 40.000 bis 65.000 Euro netto erhalten 3.000 Euro
- Ab 1.9.2023 ist der Förderantrag nur noch für Privatpersonen möglich
- Ab 2024 sinkt die Förderung auf generell 3.000 Euro bei einem maximalen Nettolistenpreis von 45.000 Euro
- Niedrige Dienstwagenbesteuerung auf reine E-Autos und Plug-in-Hybride bleibt bestehen
Mit den geänderten Rahmenbedingungen reduziert die Bundesregierung gleichzeitig die zur Verfügung gestellten Finanzmittel. Sind laut „dpa“ im laufenden Jahr 2022 noch rund fünf Milliarden Euro für den Umweltbonus beziehungsweise die Innovationsprämie vorgesehen, stehen ab 2023 nur noch 2,1 Milliarden Euro und für 2024 deutlich reduzierte 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Die zuständigen Ministerien betonen ebenfalls, dass bei einer Ausschöpfung der Gelder der Umweltbonus automatisch ausläuft. Es kann also durchaus passieren, dass Antragsteller, deren Fahrzeuge zum Beispiel aufgrund der Lieferkrise in Verzug sind, weniger oder gar keine Fördergelder mehr erhalten.
Aus Industriekreisen ist offiziell noch nicht bekannt, wie es mit dem ebenfalls gewährten Herstelleranteil weitergeht. Einzelne Autobauer, wie etwa Mazda, haben von ihrer Seite aber bereits angekündigt, weiterhin Nachlässe anzubieten. (Text: tv)
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