Sternfahrt zu München: Mercedes präsentiert EQE und EQG

Die IAA Mobility in München (07. bis 12.09.2021) steht klar im Zeichen der Elektromobilität. Auch Daimler nutzt die Gunst der Stunde und stellt eine ganze Reihe neuer Stromer vor. Doch neben dem EQS53 AMG (Stromverbrauch kombiniert WLTP: 23,9-21,5 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert WLTP: 0 g/km²) und einer elektrischen Maybach-Studie sind es vor allem die elektrische E-Klasse als EQE sowie die stromende G-Klasse als EQG, welche die Massen interessieren wird.
Der EQE soll dabei ab Mitte 2022 in den Handel kommen, wird im Mercedes-Werk in Bremen neben EQC und herkömmlichen Verbrennern gefertigt und orientiert sich unschwer zu erkennen am großen Bruder EQS. Zwar blickt der EQE nicht ganz so verkniffen drein, doch die Seitenansicht der 4,95 Meter langen Limousine lässt keinen Zweifel an der Abstammung zu. Mit einem Radstand von 3,12 Meter verspricht Mercedes fürstliche Platzverhältnisse im Innenraum und im Vergleich zur regulären E-Klasse mehr Bewegungsfreiraum. Einzig der Kofferraum fällt mit rund 430 Liter etwas verhalten aus.
EQE mit 292 PS und bis zu 660 Kilometer Reichweite
Der auf der Daimler-E-Plattform EVA 2 aufbauende EQE fährt indes mit einer zunächst netto 90 kWh großen Batterie im Fahrzeugboden vor, die laut Herstellerangaben auf einen Großteil des bisherigen Kobalt-Anteils verzichtet. Lediglich 10 Prozent der Zellchemie sollen aus dem zweifelhaften Rohstoff stammen. Je nach Einsatzgebiet soll die elektrische E-Klasse damit zwischen 540 und 660 Kilometer weit stromern können. Das Debüt-Modell ab Mitte 2022 wird auf die Modellbezeichnung EQE 350 (Stromverbrauch nach WLTP: 19,3-15,7 kWh/100 km; CO2-Emissionen: 0 g/km²) lauten und mit einem 215 kW/292 PS und 530 Nm starken permanenterregten Synchronmotor an der Hinterachse vorfahren. Allradantrieb in Form einer weiteren Maschine an der Vorderachse ist ebenfalls vorgesehen.
Bei der Ladetechnik fehlt es Daimler dagegen an Überraschungen. Neben einem 11 kW-Basislader für AC-Ladesäulen (gegen Aufpreis bis zu 22 kW) kann der EQE an DC-Schnellladesäulen nur mit bis 170 kW betankt werden. Allerdings: Als Neuerung wird auch beim EQE Plug & Charge eingeführt. Übersetzt bedeutet das, dass man das Ladekabel nur noch an die Ladesäule anschließen muss, der Lade- und anschließende Bezahlvorgang wird automatisch durch den Mercedes Me-Account im Fahrzeug vorgenommen.
Innenraum mit viel Display
Ein kurzer Blick in den Innenraum offenbart ebenfalls die Verwandtschaft zum größeren EQS, der neue Hyperscreen wird auch im EQE zum bestimmenden Stilelement. Die drei großen, aneinandergereihten Displays sollen Fahrer und Beifahrer informieren und unterhalten, der 12,3 Zoll große OLED-Bildschirm des Beifahrers blendet dabei selbstständig ab, falls der Fahrer zu sehr vom Infotainment seines Passagiers abgelenkt wird. Ansonsten wird Sitz- und Loungeatmosphäre auf aktuellem Mercedes-Stand gereicht, gleiches gilt für das reichhaltige Assistenzangebot.
Elektrische G-Klasse kommt ab 2024
Wen der neue EQE kaltlässt, der könnte auf dem IAA Mobility-Messestand von Mercedes dennoch auf seine Kosten kommen. Denn die Stuttgarter präsentieren in der bayerischen Landeshauptstadt auch die seriennahe Studie der elektrischen G-Klasse. Als EQG soll dieser in Serie gehen und wird wohl gleich zu Beginn die zusätzliche Nomenklatur 560 und 580 erhalten (Fahrzeuge stehen noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend²). Beide Zahlenkombinationen hat sich Daimler bereits schützen lassen, was auf zwei sehr leistungsstarke Allradwagen hoffen lässt.
Mehr als Spekulation ist freilich nicht dabei, denn Mercedes nennt weder Leistungsdaten noch zeigen die Schwaben Bilder vom Innenraum. Nur so viel: Vier Elektromotoren ermöglichen einen radselektiven 4x4-Antrieb, der sich per Knopfdruck auch sperren lassen soll. Denn eines wollen die Süddeutschen mit Sicherheit nicht: dass der EQG die Meisterprüfung am Schöckl nicht besteht.
EQG weiterhin mit Leiterrahmen
Einzelradaufhängung vorne und Starrachse hinten sollen ebenfalls auf die Geländequalitäten des EQG hindeuten, der wie das Verbrenner-Vorbild auf einem Leiterrahmen steht. In diesem wird zugleich die Batterie verbaut, dessen Kapazität weiterhin ein Geheimnis bleibt. Optisch orientiert sich der elektrische G ebenfalls am benzindurstigen Original, wobei allen voran die Lichtspiele und er geschlossene Kühlergrill ins Auge stechen.
Wer sich jetzt schon auf die elektrische G-Klasse freut muss allerdings Geduld mitbringen. Vor 2024 sieht der Elektrifizierungsplan der Stuttgarter den EQG nicht vor, maximal ein Jahr vor Marktstart soll das Serienmodell offiziell vorgestellt werden. (Text: tv | Bilder. Hersteller)
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