Porsche Taycan: Alles was wir bisher wissen

Porsche und die E-Mobilität: Man mag sich fragen, ob das wirklich zusammenpasst. Wer nun aber bereits die Gelegenheit hatte, eines der aktuellen Hybrid-Modelle aus Zuffenhausen zu fahren, der wird seine Skepsis ein wenig ablegen. Teilzeitstromen geht bei Porsche im Panamera und Cayenne schon länger, völlig elektrisiert wird aber erst der neue Porsche Taycan sein. Wir hatten die Gelegenheit ihn erstmals live auf dem Goodwood Festival of Speed zu sehen und den britischen Kollegen des CAR Magazin wurde gar eine Mitfahrt gestattet.
Taycan mit bekannten Modellbezeichnungen
Viel mehr als die beisitzenden Fahreindrücke interessieren uns allerdings jene Informationen, die die Kollegen eher beiläufig enthüllt haben. Zunächst zur Modellbezeichnung: Gerüchte gab es schon länger, dass Porsche auch den Taycan mittels bekannter Nomenklaturen klassifizieren will - nun wird aus der Vermutung eine Quasi-Bestätigung. Startet das Basismodell mit einer 80 kWh großen Batterie, Heckantrieb und mindestens 322 PS nur als „Taycan“, sollen die nachfolgenden Leistungsstufen die Verbundenheit zum Porsche 911 auch namentlich demonstrieren:
- Porsche Taycan Carrera 4S: 96 kWh, Allrad und mindestens 429 PS
- Porsche Taycan Turbo: 96 kWh, Allrad und mindestens 600 PS und 10 Sekunden Overboost-Funktion
- Porsche Taycan Turbo S: Allrad, mehr als 700 PS
- Porsche Taycan GTS: Heckantrieb, Leistung zwischen 4S und Turbo
Glaubt man den derzeit vorliegenden Informationen, soll der Porsche Taycan in der Tat mehr gemein haben mit dem neuen Porsche 911 (922) als mit dem Panamera. So baut auch der 992 beispielsweise auf dem Elektrifizierungsbaukasten der Stuttgarter Autoschmiede auf und ist „bereit“ für zumindest einen Hybrid-Antrieb, der aber aller Voraussicht nach noch Jahre auf sich warten lässt.
Das kostet der Porsche Taycan
Preislich soll der Taycan übrigens hierzulande noch im Bereich der 80 - 90.000 Euro starten, das Top-Modell Turbo S wird aber nicht unter 140.000 Euro zu haben sein. Bei dieser gewohnt selbstbewussten Einpreisung seitens Porsche darf sich der Kunde allerdings sicher sein, dass er zumindest bei den Turbo-Modellen, so schnell nicht auf der Strecke liegen bleibt. Spekuliert wird beim Top-Taycan, der über die große 96 kWh-Batterie verfügen soll, über eine Reichweite knapp über 500 Kilometer nach WLTP.
Dauerhaft schnell, dank guter Kühlung
Das schätzungsweise 650 Kilogramm schwere Batteriepack im Porsche Taycan Turbo drängt den Viersitzer auf gut 2.100 Kilogramm und damit in direkte Konkurrenz des aktuellen Tesla Model S, das annährend gleich viel wiegt. Interessant wird hier vor allem, wie viel der Basis Taycan am Ende auf die Waage bringt. Die von LG zugelieferten Lithium-Ionen-Batterien sollen zudem so performant sein, dass zehn Kavalierstarts von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde (in gut 3,2 Sekunden) kein Problem darstellen. Mittels einer umfangreichen Kühlung wird der Taycan zudem in der Lage sein, die 261 km/h Höchstgeschwindigkeit des Turbo-Modells ohne Batterie-Überhitzung auch auf längere Distanz zu überstehen.
Rasches laden ja, doch nicht zu Beginn
In Sachen Aufladung möchte Porsche (zusammen mit Audi und anderen großen Autobauern) ab 2021 ein flächendeckendes Schnellladenetz kredenzen, das es mit bis zu 350 kW ermöglicht, 400 Kilometer Reichweite in gut 20 Minuten nachzuladen. Langsamer geht selbstredend immer, doch wird das „Auftanken“ eines Taycan an der klassischen Haushaltssteckdose mit Sicherheit mehr als einen Tag in Anspruch nehmen. Bis derlei durchsatzstarke Ladepunkte in Deutschland verfügbar sind, beschränkt sich Porsche beim Taycan voraussichtlich auf eine Ladung maximal mit 250 kW und selbst sie wird eher die Ausnahme sein. Nur wenige Ladestationen schaffen (Stand 07/2019) in Deutschland überhaupt die 150 kW-Grenze. (Quelle: CAR Magazin | Autor: tv | Bilder: Hersteller)
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