Nissan Z: Z wie ziemlich schade

In Europa ist kein Platz mehr für sportliche Coupés, deren einzige Daseinsberechtigung purer Fahrspaß ist. So sieht man es zumindest in Japan und schickt den neuen Nissan Z nur in Asien und Nordamerika ins Rennen.

Man nannte sie einst Fairlady, wobei die "schöne Dame" im Laufe von sieben Generationen schon auf viele (Export-)Bezeichnungen hörte: 240Z, 280Z, 300ZX, in jüngster Vergangenheit dann 350Z und 370Z. Die neue schnelle Dame aus Japan belässt es schlicht beim Z. Und damit ist genug gesagt, denn jeder weiß, worum es ihr geht: Fahrspaß.

Nissan-Z-Front-Rear

Nissan Z zitiert gekonnt die Vergangenheit

Im Design erlaubt sich der Nissan Z (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend²) wunderbarer Rückgriffe in die Vergangenheit. Selten hat ein Retrodesign so gut funktioniert, denn es wirkt betont frisch und modern – und doch erkennt man liebevoll die Zitate an alte Modelle. Die mächtig ausgeformte Haube etwa ist eine Verneigung an die 70er Jahre, während der eckige Lufteinlass an der Front den 350er zitiert. Hinten spielen die filigranen LED-Leuchtstreifen eine Hommage an den luxuriösen ZX der 90er.

Auf Wunsch kann man die Außengestaltung noch etwas nachwürzen, denn das Performance-Pack hält ein markanteres Spoilerprofil am Heck und einen ausgeprägteren Frontsplitter bereit. Dazu kommen Räder im 19-Zoll-Format, die in speziell abgestimmte Reifenmischungen von Yokohama oder Bridgestone gehüllt sind. Das Sport-Pack gibt sich mit dezenteren 18-Zoll-Rädern zufrieden.

Nissan-Z-Interieur

Weiterhin mit Handschalter und nicht vollständig digital

Das Interieur widersteht ebenfalls der Versuchung des Volldigitalen. So erfreuen sich die Piloten weiterhin an den klassischen analogen Zusatzinstrumenten. Vor allem aber sorgt das manuelle Schaltgetriebe für Fahrfreude – denn kaum ein anderer Sportwagen seiner Klasse bietet überhaupt noch eine Handschaltung an.

Den Takt gibt die Sechsgang-Box übrigens einem 3,0-Liter-V6, der von zwei Turboladern unter Druck gesetzt wird. Damit verabschiedet sich Nissan vom Saugmotor und geht wieder zurück auf Zwangsbeatmung – ein Feld, in dem sie nicht erst seit dem legendären GT-R eine große Reputation haben. Die Leistungsdaten lesen sich mit 299 kW/406 PS und 475 Nm vielversprechend, denn sie kommen dem Ideal eines nutzbaren Alltagssportlers sehr nah.

Nissan-Z-Engine

Kein Z mehr für Europa

Natürlich gibt es neben einer Rev-Matching-Funktion für automatisches Zwischengas auch eine gleich ganz automatisch schaltende Version mit neun Gängen. Fans dieser Komfort-Variante werden sicher auch die anderen Elektronik-Spielereien zu schätzen wissen, bestehend aus diversen Fahrmodi und einer speziellen Active-Noise-Cancelling-Funktion, die die Fahrgeräusche mit Antischall ausblendet und die Auspuffnote im Innenraum aktiv verstärkt.

Die Puristen werden sich indes an der Handschaltung erfreuen und den digitalen Setup-Möglichkeiten weniger Beachtung schenken – gilt es doch puren und ungefilterten Fahrspaß zu genießen.

In Europa wird der Nissan Z allerdings völlig weggefiltert. Die Flottenverbrauchsziele und CO2-Vorgaben haben die Japaner zur Entscheidung bewogen den bezahlbaren Sportwagen gar nicht erst anzubieten. Ob die Entscheidung noch einmal revidiert wird ist eher unwahrscheinlich. Und das ist ziemlich schade. (Text: fm | Bilder: Hersteller)

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