Mercedes-Benz GLA (2026): Elektrische 800-Volt-Power, Sternen-Grill und 657 km Reichweite.

Mercedes erneuert den GLA. Das SUV startet als Elektroauto in drei Varianten. Die stärkste Version leistet 354 PS, der reichweitenstärkste GLA kommt auf bis zu 657 Kilometer nach WLTP. Anfang 2027 folgen elektrifizierte Verbrenner mit 48-Volt-Hybridtechnik.

Der Mercedes GLA war bislang vor allem der höhere Einstieg in die Mercedes-Welt. Die neue Generation soll mehr sein: elektrischer, geräumiger, digitaler und deutlich langstreckentauglicher. Mit 800-Volt-Technik, bis zu 657 Kilometer Reichweite und späteren Hybridmodellen wird der GLA zum strategisch wichtigen Kompakt-SUV.

Mit der neuen Generation ist die Veränderung größer, als man es von den Schwaben gewohnt ist. Der GLA bleibt zwar das kompakte SUV im Mercedes-Programm, technisch rückt er aber deutlich näher an die neuen Elektro-Generationen der Marke. Zum Marktstart im November 2026 gibt es zunächst drei vollelektrische Varianten. Elektrifizierte Verbrenner folgen Anfang 2027.

Damit dreht Mercedes die Reihenfolge um. Früher war der Verbrenner der Normalfall und das Elektroauto die Ergänzung. Beim neuen GLA steht der Stromer zuerst auf der Bühne. Die Preise beginnen in Deutschland bei 48.599,60 Euro für den GLA 200 elektrisch. Der GLA 250+ elektrisch startet bei 54.978 Euro. Für den GLA 350 4MATIC elektrisch ruft Mercedes mindestens 58.107,70 Euro auf.

Antriebe: 800-Volt-Schnellladen und bis zu 657 km Reichweite

Technisch hat Mercedes dafür deutlich aufgerüstet. Der elektrische GLA nutzt eine 800-Volt-Architektur. An passenden Schnellladesäulen sind bis zu 320 kW DC-Ladeleistung möglich. In zehn Minuten sollen bis zu 270 Kilometer Reichweite nachgeladen werden. Damit zieht die Ladepower der großen GLC & Co auch im kleineren GLA ein, was im Alltag entscheidend ist. Denn Reichweite allein zählt weniger, wenn die Ladepausen zu lang ausfallen.

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Bei der Reichweite nennt Mercedes bis zu 657 Kilometer nach WLTP. Diesen Wert erreicht der GLA 250+ elektrisch mit der größeren NMC-Batterie. Ihr nutzbarer Energiegehalt liegt bei 85 kWh. Der GLA 350 4MATIC elektrisch nutzt ebenfalls diesen Akku, setzt aber auf Allradantrieb und mehr Leistung. Das Einstiegsmodell GLA 200 elektrisch kommt mit einer LFP-Batterie mit 58 kWh nutzbarem Energiegehalt.

Die Leistungsdaten sind ebenfalls ordentlich gestaffelt. Der GLA 200 elektrisch leistet 224 PS. Der GLA 250+ elektrisch kommt auf 272 PS. Das vorläufige Topmodell GLA 350 4MATIC elektrisch bietet 354 PS und beschleunigt in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Anfang 2027 ergänzt Mercedes außerdem ein weiteres Elektromodell mit 71-kWh-NMC-Batterie. Damit wird der GLA elektrisch deutlich breiter aufgestellt als viele bisherige Kompakt-SUV und die Spreizung erscheint sinnvoll. Nicht jeder Käufer braucht 657 Kilometer Reichweite. Aber gerade für Dienstwagenfahrer, Pendler und Familien mit Urlaubsprofil ist genau hier im Datenblatt eine möglichst hohe Zahl ein starkes Argument.

Der Verbrenner: Mercedes fährt im GLA mehrgleisig

Anfang 2027 folgen die Verbrennermodelle mit 48-Volt-Hybridtechnik. Die Basis bildet ein neu entwickelter 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner. Er wird von einem Elektromotor unterstützt, der in das neue elektrifizierte Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert ist. Der E-Motor kann kurzzeitig 22 kW zusätzlich leisten und mit bis zu 25 kW rekuperieren.

Interessant ist, dass die Hybridmodelle bei typischem Stadtverkehr phasenweise rein elektrisch fahren können. Auch elektrisches Segeln bei über 100 km/h ist möglich, solange nur geringe Leistung benötigt wird. Das macht aus dem GLA zwar keinen Plug-in-Hybrid, aber sicherlich einen sehr effizienten elektrifizierten Benziner.

Das Design: Der Sternen-Grill zieht ins Kompaktsegment ein

Optisch macht Mercedes beim GLA einen klaren Schnitt. Die neue Generation steht satter auf der Straße. Der Radstand wächst um 61 Millimeter auf 2.790 Millimeter, die Karosserie liegt 20 Millimeter niedriger als zuvor. An der Hinterachse wächst die Spur um 31 Millimeter. In den Radkästen sitzen je nach Ausführung 18 bis 20 Zoll große Räder. Die Gesamtmaße nennt Mercedes derzeit noch nicht.

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Die Elektroversionen erhalten vorne einen geschlossenen Grill mit optional 608 beleuchteten Elementen. Die Hybridmodelle tragen dagegen einen klassischen Sternengrill in Chromoptik. Am Heck verbindet ein Leuchtband die Rückleuchten, deren Signatur ebenfalls den Stern aufgreift. Man kann das als konsequente Markenpflege sehen. Man kann aber auch sagen: Mercedes traut dem Stern derzeit sehr viel zu. Ob zu viel, das müssen die Käufer entscheiden.

Beim Raumangebot legt der GLA spürbar zu. Vorne gibt es 7 Millimeter mehr Beinraum, in der zweiten Reihe sogar 38 Millimeter. Der Kopfraum wächst vorn um 23 Millimeter und hinten um 24 Millimeter. Der Kofferraum fasst nun 410 Liter und damit 70 Liter mehr als bisher. Mit umgeklappten Fondsitzen sind bis zu 1.400 Liter möglich. Die elektrischen Varianten bieten zusätzlich einen 107 Liter großen Frunk unter der Haube.

Das Interieur: MBUX Superscreen und Panoramadach mit 172 Sternen

Im Innenraum wird der neue GLA deutlich digitaler. Auf Wunsch zieht der MBUX Superscreen ein. Er kombiniert ein 10,25-Zoll-Instrumentendisplay mit zwei 14-Zoll-Bildschirmen für Mitte und Beifahrer. Der Beifahrer kann darüber Apps und Entertainment nutzen, ohne den Fahrer während der Fahrt abzulenken. Dazu kommt ein KI-gestützter MBUX Virtual Assistant.

Mercedes setzt beim neuen GLA zudem auf Navigation auf Basis von Google Maps. Der Sprachassistent kann im Gespräch Informationen zu Ladesäulen, Parkplätzen und Navigationszielen abrufen. Für Elektroautos ist das mehr als Komfort. Eine gute Ladeplanung entscheidet darüber, ob eine lange Fahrt entspannt oder nervig wird. Die Navigation berücksichtigt Ladestopps, Verbrauch, Verkehr und künftig sogar genauere Windprognosen.

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Trotz aller Digitalisierung bleibt eine Frage: Wird der GLA damit einfacher oder nur beeindruckender? Große Displays und KI-Assistenten klingen zwar cool, im Alltag zählt aber, ob sich Klima, Navigation, Ladeplanung und Assistenzfunktionen schnell und logisch bedienen lassen. Gerade Mercedes muss aufpassen, dass aus digitalem Luxus keine fummelige Klickerei wird. Das ist ein wichtiger Fortschritt. Der bisherige GLA war zwar beliebt, aber nicht immer ein Raumwunder. Die neue Generation wirkt praktischer und familiennäher. Die Rückbank ist serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 geteilt. Der Ladeboden lässt sich verstellen. Und die 4MATIC-Elektromodelle dürfen bis zu zwei Tonnen gebremst ziehen. Für ein Batterie-SUV dieser Klasse ist das ein starkes Argument.

Fazit

Unterm Strich wird der neue Mercedes GLA deutlich erwachsener. Er bietet mehr Platz, mehr Reichweite, schnelleres Laden und eine breitere Antriebsstrategie. Gleichzeitig bleibt er teuer und sehr technikorientiert. Mercedes setzt darauf, dass Kunden im kompakten Premium-SUV nicht nur ein Auto suchen, sondern ein digitales, elektrifiziertes Gesamtpaket. Denn der GLA soll nicht mehr nur der kleine SUV mit Stern sein. Er soll der Mercedes-Einstieg in eine neue elektrische Normalität werden. (Text: an | Bilder: Mercedes-Benz)

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Alexander Nocker

Alexander Nocker verstärkt seit 2026 das AutoScout24 Magazin als freier Redakteur mit Fokus auf Antriebstechnologien. Er bringt langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus mit und beschäftigt sich vor allem mit neuen Technologien und aktuellen Mobilitätsthemen. Auch klassische Fahrzeuge kennt und schätzt er. Privat schlägt sein Herz für sportliche Klassiker - sein Traumwagen ist ein BMW M3 E30 Sport Evolution. Aktuell fährt er einen VW ID.3 GTX Fire & Ice.

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