Mercedes Concept AMG GT XX: Plata o Plomo

Das Mercedes Concept AMG GT XX gibt einen Ausblick auf den künftigen Hochleistungssportwagen der AMG-Sportabteilung. Extrem sind nicht nur die 1.360 PS, sondern auch die Ladezeit. Es ist die nächste Wette der Schwaben auf die Zukunft. Werden die Kunden diesmal abgeholt?

Fans der Netflix-Serie Narcos werden die markante Aussage kennen: Plata o Plomo. Oder aus dem Spanischen übersetzt: Silber oder Blei. Auch bei Mercedes dürfte es demnächst um alles gehen. Das Concept AMG GT XX soll einen Ausblick auf die elektrische Zukunft der Affalterbacher Sportabteilung geben. Es ist gleichzeitig eine große Wette. Gehen die Kunden den fokussierten Strategiewechsel mit (= viel Plata für die Shareholder), oder wird die für kommendes Jahr erwartete Serienvariante, ähnlich wie C 63 Hybrid und G 580 EQ, wie Plomo in den Schauräumen stehen?

Concept AMG GT XX 5

Eine Wette auf die Zukunft

Während Otto-Normalverbraucher im Alltag gut mit 200 oder 300 PS auskommt, drehen einiger Hersteller kräftig an der Leistungsschraube neuer Elektroautos. Nachdem die 1.000-PS-Marke schon längst geknackt ist, setzt AMG jetzt noch einen drauf. Mit dem 5,20 Meter langen Concept AMG GT XX hat die Performance-Abteilung von Mercedes einen optisch wie technisch futuristisch anmutendes Konzept-Sportwagen auf die Räder gestellt. Der 1.000 kW / 1.360 kW starke und 360 km/h schnelle Viertürer im Format eines AMG GT-Coupé zeigt bereits einen Großteil der Technik, die das ab 2026 erhältliche Serienfahrzeug an Bord haben soll. Und er nutzt als erster die neue AMG.EA-Hochleistungs-Elektroplattform.

Kernstück ist ein völlig neuer Antriebsstrang mit drei Axial-Fluss-Motoren. Bei dieser Konstruktion verläuft der Magnetfluss parallel zur Drehachse der ölgekühlten Motoren. Die großen Bauteile sind als schmale Scheiben gestaltet. Das ermöglicht eine gewichtssparende, kompakte Bauweise. Das Doppelmotorenpaket an der Hinterachse wiegt samt Getriebe und Inverter nur um die 180 Kilo. Der Frontantrieb kommt auf 80 Kilo und fungiert als Booster. Er wird also nur zugeschaltet, wenn die Leistung tatsächlich gebraucht wird.

Damit auch die Emotionen nicht zu kurz kommen, setzt das Konzeptauto auf künstlichen Verbrennersound. Der GT XX beschallt nicht nur die Passagiere, sondern auch die Umwelt mit synthetisierten V8-Klängen. Dazu haben die Ingenieure ein paar Lautsprecher in die Scheinwerfergehäuse gebaut. Ob das besser klingt als etwa im neuen S 63, wird erst die Zukunft zeigen. Außerdem sind am Lenkrad Schaltpaddels zu erkennen. Es ist daher anzunehmen, dass auch simulierte Gänge, ähnlich wie beim Hyundai Ioniq 5 N gereicht werden.

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Bis zu 850 kW Ladeleistung

Vollgasfahren ist ein Stresstest für Batterie und E-Motor, die sich dabei stark erhitzen. Deshalb können Performance-E-Autos wie die 750 kW/1.020 PS starken Plaid-Modelle von Tesla oder der 920 kW/1.251 PS starke Lucid Air Sapphire ihre Spitzenleistung nur für einen sehr kurzen Zeitraum zur Verfügung stellen. Der AMG dagegen soll seine Power nicht nur kontinuierlich abgeben, sondern sich anschließend sofort wieder extrem schnell laden lassen. In Zahlen: 850 kW Ladeleistung soll den zwischen 80 und 100 kWh großen Akku in fünf Minuten fit für 400 Kilometer machen. Laden würde damit kaum länger dauern als Tanken.

Möglich macht das eine Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie mit 800-Volt-Technik und einem neuartigen Kühlsystem. Ähnlich wie bei Formel-1-Akkus sind ihre 3.000 zylindrischen Zellen höher und schmaler als üblich. Das vergrößert ihre Oberfläche, was eine bessere Kühlung ermöglicht.

Die Zellen sind in Kunststoffmodulen zusammengefasst und werden permanent von einer Kühlflüssigkeit umspült, sodass selbst im Hochleistungsbetrieb die Wohlfühltemperatur von 45 Grad kaum überschritten werden soll. Durch den modularen Aufbau kann Mercedes den Akku später vergrößern oder verkleinern und in anderen Modellen einsetzen.

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Mercedes investiert auch in passende Ladeinfrastruktur

Doch was bringt die extrem schnelle Ladeperformance, wenn keine Ladesäule so viel Power hat? Deshalb hat die Charging-Abteilung von Mercedes zusammen mit Alpitronic einen passenden Hochleistungslader entwickelt. Den ersten, der solch hohen Ströme über einen CCS-Stecker überträgt. Die ersten der für 1.000 kW ausgelegten Stromspender sollen schon 2026 im Mercedes-Ladenetz aufgestellt werden. (Text: tv, hb/sp-x | Bilder: Hersteller)

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