Mercedes-Benz Vision Iconic: Ein schöner Bösewicht

Auffällig sind die Proportionen des Mercedes Konzeptautos: Der gestreckt wirkende Vorderwagen mit kurzem Überhang schmiegt sich flach über mächtige, schwarze Räder. Die weit nach hinten versetzte Fahrgastzelle läuft tropfenförmig bis über die Hinterachse hinaus und erinnert damit an den legendären Mercedes 540 K Autobahnkurier. Imposant wirkt der große Kühlergrill, der zwar keine Kühlfunktion mehr hat, dafür aber – wie beim neuen Elektro-GLC – leuchtet. Seine Form erinnert an die markanten Mercedes-Grills der 1960er-Jahre, wie sie etwa der W 110 getragen hat. Flankiert wird der Grill von kleinen Scheinwerfern mit einem tagleuchtenden Lichtsignet, das den Mercedes-Stern zitiert.
Im Innenraum herrscht Retro-Futurismus. Beim Öffnen der Tür begrüßt das Fahrzeug seine Passagiere mit einer analogen Animation, die von feinen Chronographen inspiriert ist. Dunkelblaue, plüschige Bezüge treffen auf Art-Deco-Elemente, die laut Mercedes eine „völlig neue Art des hyperanalogen und digitalen Luxus“ schaffen sollen. Herzstück des Cockpits ist eine schwebende Glaskonstruktion als Instrumententafel, während das Vierspeichen-Lenkrad in seiner Form an die Frühzeit des Automobils erinnert. Technisch setzt es auf moderne Steer-by-Wire-Technik, die zusammen mit einer Hinterachslenkung ein agiles Handling ermöglichen soll.
Innenraum mit Retro-Futurismus
Der Vision Iconic markiert laut Hersteller einen weiteren Schritt in Richtung hochautomatisiertes Fahren. An Bord sind erweiterte Level-2-Assistenzfunktionen, perspektivisch denkt Mercedes bereits an Level 4: Dann könnte sich der Fahrer nach dem Auffahren auf die Autobahn ganz zurücklehnen, um beispielsweise zu schlafen oder Filme zu streamen. Möglich machen sollen dies neue Rechnerarchitekturen, die den steigenden Energiebedarf autonomer Systeme berücksichtigen. Mithilfe von neuromorphen Computing-Methoden, die die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns nachahmen, sollen KI-Prozesse künftig deutlich effizienter und schneller werden. Laut Mercedes ließe sich der Energiebedarf für die Datenverarbeitung so um bis zu 90 Prozent senken.
Zum Antrieb des „Vision Iconic” macht Mercedes keine Angaben. Vieles deutet jedoch auf ein Elektroauto hin, beispielsweise der solarbeschichtete Lack, der selbst Fahrstrom erzeugen kann. Laut Hersteller könnte diese Energiequelle jährlich Strom für bis zu 12.000 Kilometer liefern. (Text: mh/sp-x | Bilder: Hersteller)
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