Kia Sportage 2022 – zwei Modelle, ein Name

Der neue Kia Sportage entsteht in zwei Versionen. Neben einer extra für den europäischen Markt entwickelten Variante wird es ein globales Modell geben. Dieses haben die Koreaner nun enthüllt. Eine Designkritik.

Im Volumenmarkt gibt es immer wieder den Ansatz ein Weltauto zu bauen. Ein Fahrzeug also, dass sowohl in Asien, als auch in Europa, in Nord- wie Südamerika, Afrika und Australien funktionieren. Dabei ist es schwer den Geschmack der Nationen zu treffen und jeweiligen Ländervorschriften (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend²) zu erfüllen, vor allem aber Vorlieben zu befriedigen.

Die meisten Hersteller fahren deshalb zweigleisig und bauen verschiedene Fahrzeuge für verschiedene Märkte. So verfahren auch die Koreaner mit dem neuen Kia Sportage. Erstmals in der 28-jährigen Geschichte des SUV-Bestsellers wird es zwei verschiedene Fahrzeug unter gleichem Namen geben. Denn extra für Europa wird es eine auf „unseren“ Geschmack entwickelte eigene Variante geben.

Kia-Sportage-2022-Front

Der Kia Sportage für den Weltmarkt würde auch hier gefallen

Dabei würde die nun präsentierte globale Variante sicher auch hier gefallen. Denn das in Zusammenarbeit der Kia-Designzentren in Korea, den USA, China und Deutschland gezeichnete Modell der neuen Designsprache ist optisch ein deutlicher Schritt nach vorn.

Der breite Kühlergrill nennt sich nun Digital Tiger Face und nicht mehr Tiger Nose. Dazu wurde der Kühlergrill deutlich in die Breite gezogen, die kleinen LED-Leuchten brauchen nur noch wenig Raum. Dazu sind die Tagfahrleuchten bis tief in Haube und Kotflügel gezogen.

Kia-Sportage-2022-Interieur

Auch die Flanken zeigen sich gestreckt und mit deutlich muskulöserer Modellierung der hinteren Radhäuser. Am Heck erkennt man die Leuchtengrafik des EV6-Elektromodells, von dem er auch die abfallende Dachlinie und die aerodynamischen Optimierungen an Dachspoiler und seitlicher Scheibeneinfassung übernimmt.

Interessantes Detail in der Seitenansicht ist der auffällig lange Radstand der globalen Version. Hier wird vermutlich auch der einzige Unterschied zum europäischen Modell liegen. Denn hierzulande wird nicht so viel Wert auf Chauffeurs-Qualitäten gelegt. Entsprechend würden wir tippen, dass unsere Variante sich nur auf eine eingekürzte Länge beschränkt.

Kia-Sportage-2022-Rear

Zweifarb-Interieur als hochwertiges Highlight

Besonders gelungen ist der Innenraum im Vergleich zum doch eher plumpen Vorgänger. Hier wirkt der globale Kia Sportage sehr hochwertig, wenn man bedenkt, dass er sich mit dem Hyundai Tucson die Basis teilt und gegen Tiguan und Co antritt. Das edle Zweifarb-Ambiente, im Fotofahrzeug mit noblem Dunkelblau als Kontrast, wird durch aufwändige Ziernähte und feine Chromoberflächen auch haptisch ein Highlight. Das große Glascockpit kennt man bereits aus dem Kia Sorento, der allerdings auch eine ganze Klasse höher antritt.

Es stellt sich angesichts des gelungenen Entwurfs des neuen Kia Sportage die Frage, was die Kunden von der europäischen Version erwarten können. Denn in Sachen Design wirkt auch der globale mehr als tauglich. Vielleicht beziehen sich die Änderungen allerdings am Ende nur auf die Technik. Denn gerade die Nachfrage nach sparsamenen Hybrid-Benzinern und Dieselmotoren ist eher eine europäische Kundenanforderung. Kia hält sich hier allerdings noch bedeckt. (Text: fm | Bilder: Hersteller)

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