Im Osten viel Neues: Der neue Skoda Octavia

Erst im Oktober hat Volkswagen die achte Generation des Golfs vorgestellt, nun folgt mit dem Skoda Octavia bereits das erste konzerninterne Derivat auf MQB-Evo-Basis. Mit einer Gesamtlänge von nunmehr 4.689 Millimeter ist die Octavia Limousine um 19, der „Combi“ um 22 Millimeter länger geworden. In der Breite gibt es ebenfalls 15 Millimeter mehr Auto zu bestaunen, was vor allem den Insassen zugutekommen soll. Doch auch das Gepäckvolumen verändert sich geringfügig. Die Kombivariante darf nunmehr 640 statt bisher 610 Liter bei aufgestellter Rückenlehne verstauen, das maximale Ladevolumen reduziert sich allerdings von bisher 1.740 auf 1.700 Liter. Die Limousine fasst mit rund 600 Liter nur marginal 10 Liter mehr als noch der Vorgänger.
Skoda Octavia mit selbstbewusstem Auftritt
Das durchaus erwachsen gezeichnete Blechkleid wirkt klarer sowie schärfer und wird flankiert durch neue und serienmäßige LED-Lichttechnik. Sowohl vorne als auch hinten gibt es neue Scheinwerfer zu bestaunen, das bekannte „Vier-Augen-Design“ des Vorgängers gehört damit der Vergangenheit an. Am Heckdeckel sind die Leuchten nunmehr zweigeteilt und ersetzen die bisher einteiligen Einheiten. Ebenfalls ausrangiert wurde das Skoda-Logo am Heck. Stattessen präsentiert man jetzt in großen Lettern den Firmennamen, was als selbstbewusstes Statement der Tschechen zu verstehen sein dürfte.
Immer online, auf Wunsch mit „Laura“
Die größten Neuerungen im Innenraum des Skoda Octavia betreffen vor allem die Konnektivität und Vernetzung. So ist der Octavia mittels eSIM immer online und verfügt serienmäßig über einen 8,25-Zoll-Touchscreen samt Apple Carplay und Android Auto Integration. Das „Swing“ genannte System basiert wie das gesamte Infotainment auf dem VW-Baukasten MIB3 und lässt sich um die Ausbaustufe „Bolero“ auf ein 10 Zoll großes Display erweitern – dann verfügt der Octavia bereits über die Digital-Assistentin „Laura“. Noch mehr Funktionen versprechen die Top-Systeme „Amundsen“ und „Columbus“, über die sich selbstverständlich auch navigieren lässt. Ferner bieten die Tschechen ein 10,25 Zoll großes Virtual Cockpit an, das sich umfangreich individualisieren lassen soll. Um Mobilgeräte mit Strom versorgen zu können besitzt der Skoda Octavia nunmehr bis zu fünf USB-C-Anschlüsse. Ein bisher gängiger USB-A-Anschluss wird derweil nicht mehr angeboten. Erstmals wird bei Skoda zudem ein Head-up-Display angeboten.
Octavia setzt auf Shift-by-Wire-Technologie
Shift-by-Wire ersetzt den bisher bekannten mechanischen Wählhebel bei den DSG-Varianten und überträgt Schaltbefehle zwischen Fahrer und Getriebe auf digitalem Wege. Ferner verfügt der Octavia serienmäßig über ein umfangreiches Assistenzpaket, das um einen Ausweichassistent, Abbiegeassistent oder Ausstiegswarner erweitert werden kann. Wie bereits aus dem VW Passat bekannt, lässt sich der Skoda Octavia zudem mit einem vorausschauenden adaptiven Abstandassistenten nebst ACC ausstatten. Für passive Sicherheit sorgen bis zu neun Airbags, darunter Knie- und hintere Seitenairbags. Als Kunde hat man ferner die Wahl zwischen vier verschiedenen Fahrwerkssystemen. Neben der Standardhöhe gibt es ein um 15 Millimeter niederes Sportfahrwerk, gegensätzlich ein um 15 Millimeter erhöhtes Schlechtwegefahrwerk oder die Möglichkeit ein Fahrwerk mit adaptiver Dämpferregelung auszuwählen.
Alle Antriebsarten außer vollelektrisch
Bei den Antrieben hat der Kunde die Qual der Wahl. Neben Benzin- und Dieselmotoren stehen auch eine Erdgas-, sowie Mild- und Plug-in-Hybride zur Auswahl. Die elektrifizierten Varianten sind serienmäßig an ein Automatikgetriebe gekoppelt. Die Basismotorisierung bildet derweil ein 1,0 Liter TSI Benziner mit 81 kW/ 110 PS und einem 6-Gang-Handschaltgetriebe. Bei den Selbstzündern gelingt der Einstieg mit einem 85 kW/ 116 PS starken 2.0 TDI, ebenfalls gekoppelt an ein manuelles 6-Gang-Getriebe. Die Erdgasvariante mit der Bezeichnung G-TEC kommt auf 96 kW/ 130 PS, verfügt über drei Tanks und soll bis zu 17,7 Kilogramm CNG fassen können. Die Reichweite gibt Skoda mit bis zu 523 Kilometern an.
Hybrid-Antrieb mit 55 Kilometer Reichweite
Wer hingegen in den Genuss von aktuellen Umweltboni oder einer reduzierten Bemessungsgrundlage bei Firmenwagen kommen möchte, der setzt auf die Plug-in-Hybrid-Variante 1,4 TSI iV. Gekoppelt an ein 6-Gang-Direktschaltgetriebe leistet der 1,4-TSI-Benzinmotor 115 kW/ 156 PS und wird wann immer es geht vom 75 kW starken Elektromotor unterstützt. Die Systemleistung beträgt demnach 150 kW/ 200 PS und beschleunigt den Hybrid-Octavia in 7,9 Sekunden auf 100 km/h. Rein elektrisch soll die iV-Variante derweil 55 Kilometer (nach WLTP-Zyklus) weit kommen. Elektrifiziert wird dabei bis auf weiteres nur der normale Octavia mit Frontantrieb.
Starke Motorisierungen setzen auf Allrad
Am oberen Ende der Leistungsskale rangieren bis zum Erscheinen der neuen RS-Variante ein 140 kW/ 190 PS starker 2.0 TSI Benziner, sowie ein 147 kW/ 200 PS starker 2.0 TDI. Beide Motoren setzen obligatorisch auf Allradantrieb und die 7-Gang-DSG-Schaltbox. Durch den generellen Einsatz der neuesten VW Evo-Motorengeneration verspricht Skoda einen erheblichen Rückgang der emittierten Stickoxide um bis zu 80 Prozent. Zu den Verbräuchen, insbesondere bei den elektrifizierten Antrieben, schweigen sich die Tschechen bislang noch aus.
„Simply Clever“ bleibt Markenkern
Abseits aller Hightech-Entwicklungen darf sich der zukünftige Octavia Fahrer allerdings auch auf die markentypischen „Simply Clever“ Ideen von Skoda freuen. So gibt es nunmehr ein Ablagefach für Schneebesen oder Regenschirme in den vorderen Türtaschen und Dieselfahrer können an LKW-Zapfpistolen AdBlue nachtanken. Der bereits bekannte Eiskratzer im Tankdeckel ist natürlich auch weiterhin obligatorisch, auf Wunsch gibt es jetzt zudem ein Schlafpaket samt Skoda-Decke. Hinzu kommen auch eine ganze Armada an Ablageflächen für kleinere und größere Gegenstände. Neu ist ebenfalls der integrierte Trichter im Verschlussdeckel des Scheibenwaschbehälters.
Markstart und Preis
Bei den deutschen Händlern wird der neue Skoda Octavia als Limousine und Kombi ab März 2020 stehen, Bestellungen sollen bereits ab Januar möglich sein. Offizielle Preise wurden bislang nicht kommuniziert, es ist in Österreich allerdings von einem Einstandspreis zwischen 22.000 und 24.000 Euro auszugehen. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
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