Golf GTI, GTD, GTE: Die Drei von der Tanke

In Wolfsburg wenig Neues. So hätte unser Titel zu Golf GTI, GTD und GTE auch lauten können. Doch was will man am bewährten Konzept der Breitensportler groß ändern? Zu gut waren die letzten GT+X Varianten des Golfs, um sie in der neuen Generation grob über den Haufen zu werfen. Und so erleben wir eine sachte Neuinterpretation der flotten Kompaktsportler, die es weiterhin mit Benzin-, Diesel-, und Hybrid-Antrieb zu kaufen gibt (VW Golf GTI, GTD, GTE, R ab 2020: Homologation noch ausstehend²).
Der Golf 8 GTI bleibt sich selbst treu
Beginnen wir mit dem traditionellen Golf GTI. Er bleibt sich seiner selbst treu, zeigt innen wie außen rote Zierelemente und fährt fortan mit mindestens 180 kW/245 PS und 370 Nm aus einem 2.0 TSI vor. Damit übernimmt der Basis-GTI die Leistungsstufe des aktuellen GTI Performance, der jedoch nicht weiter angeboten wird. Über dem normalen GTI rangiert fortan der GTI TCR, der es auf satte 221 kW/300 PS bringen wird. Angst um den Abstand zum Golf R? Die Top-Version mit Allradantrieb wird später im Jahr mit rund 330 PS erwartet. Sogar eine noch stärkere Version (der 5-Zylinder von Audi ist immer noch im Angebot) ist im Gespräch. Welche Performancewerte der nunmehr verbaute EA888 evo4 im Golf GTI im Detail abliefert ist noch nicht bekannt, die Sprintzeiten dürften allerdings leicht unter jenen des Vorgängermodells liegen.
Golf GTD mit mehr Leistung
Mit dem Golf GTD teilt sich der GTI nicht nur die Fahrwerkskomponenten (wahlweise mit adaptiver Unterstützung), sondern auch die Getriebeoptionen. Serienmäßig wird die Motorkraft bei beiden Kompaktsportlern mittels eines 6-Gang-Handschalter an die Vorderräder geleitet, gegen Aufgeld steht ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl. Der neue Golf GTD bekommt derweil eine kleine Leistungsspritze verpasst und fährt fortan mit 147 kW/200 PS vor und ist damit der nominell Schwächste im Dreierbund. Doch dafür bietet der Diesel-Golf satte 400 Newtonmeter Drehmoment und kann bei Bedarf äußerst sparsam bewegt werden. Wenngleich Volkswagen bislang keine offiziellen Verbrauchswerte kommuniziert hat, hegen wir an diesem Umstand kaum einen Zweifel. Damit der Ausstoß von allerhand Feinstaub und CO2 weiterhin sinkt, schaltet man beim Golf 8 GTD gar zwei SCR-Kats hintereinander.
Höhere E-Reichweite beim Golf GTE
Last but not least: Der Golf 8 GTE. Er wird zum zweiten Mal angeboten, setzt weiterhin auf einen Plug-in-Hybrid, bekommt aber mehr Kilowatt beziehungsweise Pferdestärken spendiert. Maßgeblich dafür verantwortlich ist ein 1,4 Liter großer TSI-Benziner, der im Verbund mit einem Elektromotor 180 kW/245 PS auf die Straße bringt. Damit zieht der GTE erstmals mit dem GTI gleich, teilt sich seine Antriebskomponenten aber mit dem ebenfalls neuen Passat GTE. Durch die Gleichteilepolitik bei VW erhält der Golf GTE zudem Zugriff auf die 13 kWh große Batterie, die nunmehr Reichweiten zwischen 50 und 60 Kilometer (je nach Verbrauchszyklus) ermöglichen soll.
Es werde Licht(balken)
Optisch üben sich alle drei Kompaktsportler betont in Zurückhaltung, wobei es das Lichtspiel zwischen den Frontscheinwerfern ist, das am meisten ins Auge fällt. Erstmals überhaupt werden die Frontleuchten mittels einer LED-Spange miteinander verbunden, optional gibt es in der wabenartigen Stoßstange die Möglichkeit auf zusätzliche Nebellichter im Fünf-Augen-Design. 17-Zoll-Leichtmetallräder sind im Serienumfang aller drei enthalten, optional geht es bis auf 19 Zoll. Wem die Unterscheidung zwischen GTI, GTD und GTE an der Front schwerfällt, der hat immer noch die Heckansicht. Nur der GTI trägt je ein Endrohr pro Seite, der GTD verfügt über eine linksseitig montierte Doppelanlage wohingegen der GTE überhaupt kein Abgassystem zeigt.
Karomuster und große Displays im Innenraum
Wie schon äußerlich, zeigt sich auch der Innenraum der drei Dynamiker gegenüber dem normalen Golf 8 nur leicht verändert. In den Pressefotos zu sehen ist das große Innovision Cockpit der Wolfsburger, das ein 10,25 Zoll messendes volldigitales Kombiinstrument mit einem 10-Zoll-Infotainmentbildschirm beinahe nahtlos verbindet. Modellspezifische Farbakzente (GTI = rot, GTD = grau, GTD = blau) finden sich nicht nur in den grafischen Darstellungen, sondern auch im Ambientelicht und den Ziernähten wieder. Zur Serienausstattung von Golf GTI, Golf GTD und Golf GTE zählen unter anderem LED-Scheinwerfer, ein um 15 Millimeter niederes Sportfahrwerk, die angesprochenen 17-Zoll-Leichtmetallräder, Sportsitze im Karomuster, modellspezifische Schriftzüge, allerhand Sicherheitssysteme sowie ein schlüsselloser Zugang. Der Marktstart erfolgt wohl noch im Frühjahr 2020, zu Preisen schweigt sich Volkswagen bislang aus. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
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