„Er weiß nicht, wie man eine Batterie herstellt“ – CATL-Chef brüskiert Musk

Zeng Yuqun, auch bekannt als Robin Zeng, CEO des weltweit führenden Batterieherstellers CATL (Contemporary Amperex Technology), hat in einem Interview mit Reuters seine Bereitschaft geäußert, in den USA zu investieren – vorausgesetzt, der designierte Präsident Donald Trump schafft die entsprechenden Voraussetzungen. „Als wir ursprünglich in den USA investieren wollten, sagte die US-Regierung nein. Ich persönlich bin da wirklich aufgeschlossen“, betonte Zeng.
Chinesische Hersteller von Elektroautos sowie Produzenten von Fahrzeugbatterien stehen derzeit vor erheblichen Hürden, wenn es um den Zugang zum US-Markt geht. Maßnahmen, die parteiübergreifend von Demokraten und Republikanern unterstützt werden, erschweren diesen Unternehmen den Eintritt – darunter fallen beispielsweise Zölle in Höhe von 100 Prozent auf importierte Elektroautos. Während Donald Trump, der bereits während seiner Amtszeit von 2016 bis 2021 umfangreiche Importstopps gegen China durchsetzte, weiterhin auf Handelsrestriktionen beharrt, hat er im Autosektor dennoch signalisiert, dass er den Bau von Fabriken durch chinesische Unternehmen in den USA unterstützen würde – vorausgesetzt, sie schaffen Arbeitsplätze vor Ort.
Teslas 4680-Batterie wird laut CATL scheitern - aber stimmt das wirklich?
Zeng äußerte sich im Interview auch kritisch zu Tesla-CEO Elon Musk. Obwohl er Musks Engagement für autonomes Fahren und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz lobte, hält er dessen Fokus auf zylindrische Batterien, insbesondere die 4680-Zelle im sogenannten Tabless-Design, für einen Fehler. Seine Wette auf eine zylindrische Batterie namens 4680 wird „scheitern und niemals erfolgreich sein“, erklärte Zeng.
Weiter wird der CATL-Chef bei Reuters zitiert: „Wir hatten eine große Debatte und ich habe es ihm gezeigt. Er schwieg. Er weiß nicht, wie man eine Batterie herstellt. Es geht um Elektrochemie. Er ist gut für die Chips, die Software, die Hardware, die mechanischen Dinge.“ Während CATL vor allem Batterien für die in Shanghai produzierten Model 3 und Model Y liefert, setzt Tesla in den USA auf die von Zeng kritisierte 4680-Zelle. Tesla gibt an, im September 2024 bereits die 100-millionste dieser Zellen produziert zu haben, die unter anderem im Cybertruck und in der US-Version des Model Y zum Einsatz kommt.
Es ist daher denkbar, dass sich der Marktführer CATL durch Teslas Eigenproduktion unter Druck gesetzt fühlt. Abgesehen von kleineren Herausforderungen bei der Produktion gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass die 4680-Batterie nicht funktioniert – Tesla produziert sie weiterhin in seiner Gigafactory in Texas.
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Zeng kritisiert Musks ambitionierte Zeitpläne
Unabhängig davon betrifft ein weiterer Kritikpunkt von Zeng Musks häufige Ankündigungen ambitionierter Zeitpläne für neue Produkte und Technologien. „Sein Problem ist, dass er zu viel verspricht“, sagte Zeng. In Gesprächen mit Musk habe er festgestellt, dass dieser unrealistisch kurze Fristen wähle, um den Druck auf seine Mitarbeiter zu erhöhen. Zeng fügte hinzu: „Vielleicht braucht etwas fünf Jahre. Aber er sagt zwei Jahre. Ich habe ihn definitiv gefragt, warum. Er sagte mir, er wolle die Leute unter Druck setzen.“
Musk hatte jüngst angekündigt, vollautonom fahrende Varianten des Tesla Model 3 und Model Y im kommenden Jahr in Texas und Kalifornien einzuführen. Kritiker bezweifeln die Realisierbarkeit dieser Pläne, da Tesla seit Jahren verspricht, autonome Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. (Text: tv | Bilder: Hersteller, tv/as24 | Quelle: Reuters)
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