Der GMC Hummer ist zurück - als Elektroauto!

Wer nun meinte, die Zeiten des Hummers seien endgültig vorbei, der irrt. General Motors ist mehr als fest entschlossen den einst für das US-Militär entwickelten Offroader als Elektrovariante wieder auf die Straße zu bekommen. Nun gibt es erste offizielle Bilder, Leistungsdaten sowie Preise.

Auf das hat die Welt gewartet. Oder vielleicht auch nicht. Die Wiederauferstehung des „Hummer“. Einst als reines Militärfahrzeug für die US-Armee entwickelt, avancierte der „Hummer H1“ Mitte der 1990er Jahre zum Starcar der Reichen und Schönen in den USA. Bevor Arnold Schwarzenegger seinen grünen Daumen entdeckte, fuhr der Terminator gerne selbst in solch einem gewichtigen Trumm durch Hollywood (und besitzt es wohl immer noch). Es folgten die eher weniger beliebten und rein zivilen Varianten GMC Hummer H2 und H3.

Hummer Familie

Nach der Notbremsung folgt der Neuanfang

2010 zog man bei General Motors die Notbremse und schickte den Geländewagen zunächst in Rente. Der Verbleib der Marke Hummer im GM-Konzern war ungewiss, wollte man das Branding zwischenzeitlich doch nach China verkaufen. Kurz darauf war aber klar: GM hält doch am Hummer fest und wird ihn 2021 als rein elektrisch betriebenen Offroader unter der Submarke GMC zurück auf die zivilen Straßen – zunächst der USA – bringen.

Hummer-EV-Interieur

Rivian im Visier, Ford und Dodge liegen weiter vorn

Dabei soll der Hummer EV Edition 1 (Fahrzeug in Deutschland nicht erhältlich, Homologation ausstehend²) der Wegbereiter für eine ganze Reihe zukünftiger E-Auto-Projekte der Amerikaner sein. Vordergründig dürfte man aber mit dem 1.000 PS starken Pick-up Rivian im Visier haben. Der ebenfalls aus den USA stammende E-Auto-Newcomer hat zunächst zwei sehr seriennahe Fahrzeuge im Programm, die vor allem auf den US-amerikanischen Markt abzielen und alteingesessene Fahrer der Ford F-Serie sowie der RAM-Modelle von Dodge ansprechen sollen. Beide Pritschenwagen-Serien waren auch im Jahr 2019 die unangefochtenen Verkaufsschlager in den Staaten.

Hummer-EV-Rear

Teuer und mit viel Ausstattung: Hummer EV Edition 1

Allradlenkung, Luftfederung, 35 Zoll Offroadbereifung (optional 37 Zoll), Unterfahrschutz sowie zahlreiche elektrische sowie digitale Gimmicks sollen indes den Hummer EV zum nächsten Pick-up vieler Amerikaner erküren. Zumindest jener, die es sich leisten können. So ist die First Edition vor lokalen Steuern mindestens 112.595 US-Dollar (circa 95.000 Euro) teuer und kostet damit mehr als doppelt so viel wie ein GMC Sierra 1500 mit gehobener Denali-Ausstattung. Gleich drei Elektromotoren treiben den wohl weit über zwei Tonnen schweren Hummer EV an, die maximale Zuladung und Anhängelast (zwei entscheidende Faktoren für den Pick-up-Kauf in den USA), bleibt GMC bislang schuldig. Dafür ist bekannt, dass es neben der Ladefläche auch einen vollwertig zu beladenden „Frunk“ geben wird.

Hummer-EV-Frunk

Marktstart und Reichweite

Kraft genug für schwere Hänger hätte der Hummer EV in jedem Fall, denn neben 1.000 Pferdestärken sollen auch 1.085 Newtonmeter Drehmoment bereitstehen. Per 350-Kilowatt-Gleichstrom soll der Ami indes schnellstmöglich wieder im Saft stehen, wobei die nicht näher spezifizierte 800-Volt-Batterie gut sein soll für eine Reichweite von gut 560 Kilometer. Der Hummer EV startet zunächst als besagte First Edition in 2021, für die Jahre 2022 bis 2024 sind weitere und teils erheblich günstigere Ableger des Pick-ups geplant. Ob der Elektro-Hummer auch nach Deutschland kommt, ist bislang unbekannt. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 leitender Redakteur des AutoScout24 Magazins. Der gebürtige Oberbayer verbindet seine Leidenschaft für klassische Youngtimer mit einem feinen Gespür für aktuelle Automobiltrends. Am liebsten unterwegs auf kurvigen Alpenstraßen, testet er heute ebenso souverän moderne Elektromodelle. Der Traum vom Audi RS 6 Avant C5 in Goodwoodgrün lebt weiter!

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