Kommentar: Brabus Bodo düpiert BMW Alpina am Comer See

Während BMW beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este nur eine Alpina-Studie zeigt, fährt Brabus mit dem auf 77 Exemplare limitierten „Bodo“ groß auf. Der V12-Gran-Turismo auf Aston-Martin-Basis offenbart, wie schwer sich München derzeit mit der Positionierung von Alpina tut.

Was war das bitte für ein Aufschlag am Comer See? Vollcarbon-Bodo ist gelandet und hat der Autowelt gezeigt, dass Brabus tatsächlich schöne Autos bauen kann. Klar, ob einem der 1.000 PS starke Aston-Martin-Vanquish-Umbau nun optisch zusagt, liegt im Auge des Betrachters. Andererseits ist es auch vollkommen egal, ob dir oder mir dieses Auto wirklich gefällt. Denn von dem zu Ehren von Firmengründer Bodo Buschmann aufgelegten V12-Gran-Turismo wird es lediglich 77 Stück geben. Stückpreis: 1.000.000 Euro. Vor Steuern, versteht sich.

brabus-bodo-innenraum

Weniger verständlich ist dagegen, was BMW gerade mit Alpina veranstaltet. Die persönliche Erwartungshaltung war dann schon, dass die Münchner die teuer mitfinanzierte Bühne am Concorso d'Eleganza Villa d'Este nutzen, um den ersten Serien-Alpina nach der Markenübernahme zu präsentieren. Stattdessen: eine Studie, die BMW nun zwingen wird, intern über die eigene Produktstrategie nachzudenken. Denn eigentlich sollte es nach dem Ende der 8er-Reihe keinen großen Zweitürer mehr geben.

brabus-bodo-heck

Dass im zweiten Jahr in Folge der mediale Fokus in großen Teilen nicht bei BMW und seinem Concorso, sondern bei einem Kleinserienhersteller und der Konkurrenzveranstaltung FuoriConcorso weiter südlich am Comer See lag, dürfte den Verantwortlichen ebenfalls wenig schmecken. Nach der Vorstellung des Bovensiepen Zagato im Jahr 2025 ist es nun eben das Team von Constantin Buschmann, das die Münchner mit ihrem Brabus Bodo wie einen schwerfälligen Tanzbären in der Manege vorführt. Während der Bottroper Tuner bereits mit zehn bis 15 Einheiten pro Jahr plant, sucht BMW offenbar noch nach der Antwort auf die Frage, was Alpina künftig eigentlich sein soll. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

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