BMW iX5 Hydrogen: Die Zukunft ist (nicht nur) Batterie-elektrisch

Die Antriebswende ist das Thema der Stunde
Kaum etwas wird derzeit in der Branche so heiß diskutiert wie die Antriebswende. Der flächendeckende Einsatz der E-Mobilität hat nicht nur Freunde, vor allem der Aufschrei nach dem von der EU beschlossenen Neuzulassungsverbot von Verbrennern ab 2035 schürt auch gewisse Ängste. Einer der überraschendster Gegensprecher ist BMW, denn die Münchner möchten sich ungern auf eine Technologie festlegen und stattdessen bedarfsorientiert den Kunden die jeweils effizienteste Antriebsform anbieten. Mit dem neuen BMW iX5 Hydrogen Fuel Cell (Fahrzeug steht nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)² zeigen sie ein erstes Modell dieser Art.
BMW hat eine lange Tradition in Sachen Elektromobilität
Wer dieser Tage durch München fährt, der sieht nicht nur das ikonische BMW-Hochhaus, liebevoll Vierzylinder genannt, sondern auch das BMW-Museum in bunten Farben angestrahlt. Man weist in diesem Jahr stolz auf das 50-jährige Jubiläum der Elektromobilität im Hause BMW hin, die man 1972 mit einer elektrischen Variante der 02er-Baureihe begann. Das Fahrzeug kam öffentlichkeitswirksam im Rahmen der Olympischen Spiele zum Einsatz.
Wasserstoff ist in München schon intensiv genutzt worden
Doch nicht nur mit rein elektrischen Modellen hat BMW eine lange Tradition. Unter dem Label „Clean Energy“ liefen um die Jahrtausendwende gleich ein ganzes Rudel umgebauter BMW 750iL als Technik-Demonstratoren im Rahmen der Expo 2000 Weltaustellung in Hannover. Die 5,4-Liter-Zwölfzylindermotoren waren auf die Verbrennung von Wasserstoff umgebaut, der in Drucktanks flüssig mitgeführt wurde. Für die Versorgung von Klimaanlage und Nebenaggregaten war im Kofferraum eine kleine Brennstoffzelle montiert, die aus dem Wasserstoff elektrischen Strom gewann und als Lichtmaschine funktionierte.
Der BMW iX5 Hydrogen kommt mit Technologie-Transfer aus Japan
Nun gipfelt die jahrzehntelange Erfahrung im ersten Serienauto mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Der BMW iX5 Hydrogen Fuel Cell wird noch in diesem Jahr in einer Kleinserie auf den Markt kommen. Doch man plant bereits den nächsten Schritt mit dieser Technologie, die für viele erst der wirkliche Schritt hin zu brauchbarer und nachhaltiger Mobilität der Zukunft ist. Und er ist vor allem ein eindrucksvoller Beweis, dass sich BMW nicht allein auf Batterie-elektrische Antriebe verlässt.
Der BMW iX5 Hydrogen hat dabei strenggenommen keinen BMW Brennstoffzellen-Antrieb, denn das System stammt von Toyota. Bei Z4 und Supra gibt es bereits eine Technologie-Kooperation, die nun auf den Wasserstoff erweitert wird. Für die Fahrzeugintegration und die Abstimmung des Systems zeichnet sich allerdings allein BMW verantwortlich, betonen die Münchner.
Markteinführung des 374 PS-Wasserstoff-SUV für 2025 geplant
Die Brennstoffzelle an sich ist aus dem Toyota Mirai (hier im Test) bekannt und leistet für sich genommen 125 kW. Damit die Antriebsleistung des E-Motors im Heck mit seinen 275 kW – oder 374 PS in alter Währung – versorgt werden kann baut BMW auf eine verhältnismäßig kleine Pufferbatterie.
So soll das Dynamikverhalten des BMW iX5 Hydrogen dem seiner konventionell befeuerten Brüder gleichen. Bislang wusste man nur von der geplanten Kleinserie. Pieter Nota, BMW Vertriebschef, hat die Anwendung für den Brennstoffzellen-Antrieb nun aber in einem Interview mit einem japanischen Wirtschaftsmagazin konkretisiert. Man sehe ihn vor allem bei großen SUV und das ab 2025 in Serienfertigung.
Ab 2030 sollen die Hälfte aller BMW elektrisch fahren
Schon heute zeigen sich die Münchner beeindruckt von den eigenen Verkaufszahlen ihrer Stromer. Bislang hat man erst im Jahr 2030 mit einem Anteil von 50 Prozent an den Verkäufen geplant, derweil sieht es aber so aus, als ob das Ziel bereits zwei Jahre früher erreicht werden würde. Die vollständig auf lokal emissionsfreie Mobilität ausgerichteten Produkte könnten in Zukunft neben batterieelektrischen Modellen aber eben auch Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb beinhalten.
Auf diese Weise lassen sich insbesondere die Mobilitätsanforderungen von Kunden erfüllen, die keinen eigenen Zugang zu elektrischer Ladeinfrastruktur haben, häufig auf Langstrecken unterwegs sind oder eine hohe Flexibilität wünschen. Denn die Zukunft ist eben nicht nur Batterie-elektrisch. (Text: Fabian Mechtel | Bilder: BMW)
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