Bericht: Mercedes baut M-Klasse Coupé – Trendsetter und Nachmacher

Mercedes sieht sich am liebsten in der Rolle des Trendsetters. Beispiel CLS: Gerne weisen die Schwaben darauf hin, mit dem viertürigen Coupé viele Nachahmer auf den Plan gerufen zu haben. Es gibt aber auch Segmente, bei denen sich die Stuttgarter von Erfolgen der Konkurrenz inspirieren lassen.

Jüngstes Beispiel: Das M-Klasse Coupé, mit dem der Daimler-Konzern einen direkten Gegner zum BMW X6 auf den Markt bringen dürfte Angedeutet wurde dieser Expansionsplan von Daimler-Chef Dieter Zetsche, als er Mitte Oktober 2011 einen Ausbau des Produktportfolios für das Mercedes-Werk in Tuscaloosa/USA ankündigte. Laut Zetsche sollen in dem US-Werk zusätzlich zu den Modellen GL, M-, und R-Klasse noch zwei weitere Baureihen produziert werden.

Neben der C-Klasse ab 2014 hat der Daimler-Chef für 2015 ein noch nicht näher bezeichnetes, neues Modell in Aussicht gestellt, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Coupé auf Basis der M-Klasse handeln wird. Dass Mercedes an einer Antwort auf den Erfolg des BMW X6 arbeitet, wurde bereits länger kolportiert. Die Bestätigung der fünften Baureihe aus den USA ist nun auch eine Bestätigung des SUV-Coupés, das vermutlich MLS oder MLC heißen wird.

BMWs X6 ist übrigens nicht der einzige coupéhafte Allradler in den USA. Vor allem japanische Hersteller bieten den Kunden große 4x4-Modelle mit einer sportlichen Optik. So gibt es von Hondas Premium-Ableger Acura den ZDX oder von der Nissan-Tochter Infiniti die Baureihen EX und FX.

Technik-Verwandter der M-Klasse

Technisch wird es sich bei der neuen Baureihe um einen engen Verwandten der M-Klasse handeln. Entsprechend könnte auch das große 4x4-Luxus-Coupé mit sparsamen Vier-Zylinder-Diesel-Motoren antreten und angesichts der dann niedrigen CO2-Emissionen in Zeiten erhitzter Klimadebatten den SUVs wieder zu mehr Akzeptanz verhelfen. Eine weitere „politisch korrekte“ Antriebsvariante dürfte eine Hybridversion sein, die zumindest für die M-Klasse geplant ist und vor allem für den US-Markt eine wichtige Rolle spielen dürfte.

Doch wird es wohl nicht nur besonders effiziente Versionen des eleganten M-Klasse-Derivats geben, auch eine AMG-Variante mit mehr als 500 PS und damit ein direkter Gegner für den X6 M dürfte ins Rennen um die Gunst betuchter US-Autokäufer gehen. Sportlichkeit wird ohnehin eines der wichtigen Unterscheidungsmerkmale zur normalen M-Klasse sein, denn BMWs X6 ist trotz Hochbau und zwei Tonnen Gewicht ein besonders fahraktives Asphalt-Monster.  (mh/sp-x)

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