Audi: Ende der V8-Diesel-Ära

Es war abzusehen. Nach dem Ende des VW-Konzernmotors EA898 im VW Touareg, entfällt der V8 TDI nun auch bei der Premiumtochter Audi. Betroffen sind nicht nur der Audi A8, sondern auch die Sportversionen von Q7 und Q8.

Anfang der 2000er war er der ganze Stolz bei der VW-Tochter Audi – der Achtzylinder-TDI im Audi A8. Leistungsstark, effizient und sauber. So dachte man zumindest über Jahre. Dann kam der Diesel-Abgasskandal, der Diesel im Generellen wurde zum Buhmann degradiert. Trotz starken Gegenwinds hielt man im VW-Konzern allerdings am Achtzylinder-Selbstzünder fest. Zumindest solange, bis Porsche Anfang 2018 die in Zusammenarbeit mit Audi entwickelten Dieselmotoren aus seinen Modellen verbannte.

Audi-SQ8-TDI

Abgasnorm Euro 6 ISC FCM beendet V8-Diesel-Ära

Seither ist eine gewisse Dynamik zu erkennen, wonach das Diesel-Angebot innerhalb des VW-Konzern langsam, aber stetig immer weiter reduziert wird. Nun also stehen die V8 TDI Motoren des Audi A8, Q7 und Q8 vor dem Aus, lassen sie sich nicht mehr mit der Abgasnorm Euro 6 ISC FCM (AP) vereinen, welche für Erstzulassungen ab dem 01.01.2021 verpflichtend einzuhalten ist. Neue Fahrzeugtypen müssen die Abgasnorm bereits seit Januar 2020 erfüllen.

Audi-V8-TDI

Audi setzt auf alternatives Motorenangebot

Bei Audi geht es nun konkret um die Modelle Audi A8 60 TDI quattro, Audi SQ7 TDI und Audi SQ8 TDI (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,8-7,2 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 206-189 g/km²). Das Ingolstädter Flaggschiff hat als Alternative bereits einen Hybrid-Antrieb im Portfolio, die S-Varianten von Q7 und Q8 fahren fortan mit leistungsstarken V8-Benzinern vor. Für Vielfahrer werden die neuen Antriebe allerdings keine Alternative darstellen. Hier bleibt im Zweifel nur der Umstieg auf den schwächeren 3,0-Liter-V6-TDI in seinen verschiedenen Ausbaustufen.

Audi-SQ7-TDI

Europäischer Markt scheinbar nicht relevant genug

Audi selbst argumentiert den Wegfall der starken Dieselmotorisierungen unter anderem auch damit, dass der Markt für V8-Turbodiesel insgesamt zu gering sei. Insbesondere in den für SUVs und Limousinen wichtigen Märkten USA, Russland, China und Naher Osten gäbe es keine Nachfrage nach großvolumigen Dieselmotoren. Der europäische und speziell der Kunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat hierbei das Nachsehen. Es ist davon auszugehen, dass Audi die V8-Diesel noch im Herbst aus dem Programm nimmt. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

Artikel teilen

vogelhuber.avif

Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

Jetzt Audi A8 auf AutoScout24.at finden

Alle Artikel

Alle ansehen
Wiener-elektro-tage-2026_titel

Wiener Elektro Tage 2026: Neuheiten-Feuerwerk am Rathausplatz

Mit über 60 ausgestellten Fahrzeugen von mehr als 20 Herstellern sowie weiteren Themen rund um die Elektromobilität bot die sechste Auflage der Wiener Elektro Tage tausenden Besuchern spannende Einblicke in die Welt der nachhaltigen Fortbewegung – darunter auch zahlreiche Österreich-Premieren.

Mehr lesen
Wiener Elektro Tage 2026: Neuheiten-Feuerwerk am Rathausplatz
092 BYD DOLPHIN G

BYD Dolphin G DM-i: Der Kleine mit dem Riesen-Akku

Plug-in-Hybride galten in Kleinwagen lange als unmöglich. Zu teuer, zu schwer, kein Platz. Doch BYD zeigt mit dem Dolphin G DM-i jetzt mit riesigen Batterien, wie die Pendler-Zukunft aussehen kann. Die Blade-Batterie bietet bis zu 105 Kilometer Reichweite. Preise nennt BYD bislang noch nicht.

Mehr lesen
BYD Dolphin G DM-i: Der Kleine mit dem Riesen-Akku
Generation 34 Front 16zu9 (002)

VW Multivan und California: Schönheits-OP für den Bulli

VW hat Multivan und California zur Beautykur geschickt. Sie erhalten eine neue Frontpartie, neue Farben, neue Räder und ein moderneres Cockpit mit 12,9-Zoll-Screen. Spannend: Bei den Motoren gibt es keine Neuerungen. Der Multivan startet bei 57.465 Euro, der California bei 66.087 Euro.

Mehr lesen
VW Multivan und California: Schönheits-OP für den Bulli