Audi A3 Sportback 30 g-tron: Todgesagte leben länger

Geht es nach manchem Entscheider innerhalb des VW-Konzerns, hätte es von den bisherigen Erdgasfahrzeugen wohl keine Nachfolger mehr gegeben. Dennoch startet nun eine kleine CNG-Offensive, nicht nur bei Skoda und Seat, sondern jetzt auch wieder bei Audi. Der A3 30 g-tron hält auch 2021 die Stellung.

Die Abkehr vom Erdgasantrieb soll innerhalb des VW-Konzerns eigentlich schon beschlossene Sache sein. Der Absatz der bisherigen Modelle war über die verschiedenen Tochterfirmen Audi, Skoda und Seat kaum messbar, wann (und ob überhaupt) der Golf 8 als Erdgasvariante auf den Markt kommt ist offen. Auch der VW Caddy TGI steht vor einer ungewissen Zukunft. Gleichermaßen sind die Entwicklungskosten der CNG-Versionen hoch, der Nutzen für die Automobilhersteller selbst (sprich Anrechnung auf die CO2-Flottenbilanz) gleich null.

Audi-A3-g-tron-Side

Klimafreundlicher, aber dennoch unbeliebt

Und so dürfte der neue Audi A3 Sportback 30 g-tron ein vergleichsweise kurzes Stelldichein geben, aber immerhin gibt es ihn ab Herbst 2020 wirklich zu kaufen (CNG-Verbrauch kombiniert: 3,6-3,5 kg/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 99-96 g/km²). Rund 20 Prozent weniger CO2 sollen die CNG-Antriebe im Vergleich zu gleichstarken Benzinern ausstoßen, tankt man an sogenannten Reststoff-Biomethan-Tankstellen (insgesamt sind in Deutschland rund 850 Erdgas-Tankstellen in Betrieb, die Hälfte davon mit Erdgas aus Biomasse), fährt der A3 g-tron nahezu CO2-neutral. Denn aus Biomasse gewonnenes Erdgas emittiert beim Verbrennen im Motor nur so viel Kohlendioxid, wie sie im Laufe ihres Wachstums gespeichert hat.

Audi-A3-g-tron-Interieur

Bekannter Antrieb, Tanks aus Verbundmaterial

Angetrieben wird er Audi A3 Sportback 30 g-tron von einem 96 kW/131 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo, der sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betrieben werden kann. Letzteres dient vor allem als Notreserve, fasst der Benzintank lediglich neun Liter Kraftstoff. Anders sieht es beim CNG aus. Der A3 setzt auf drei quer eingebaute Tanks auf Höhe der Hinterachse, der eine mit vier Kilogramm Fassungsvermögen aus Stahl, die anderen beiden unterhalb des Kofferraums aus Faserverbundmaterial fassen je um sieben Kilogramm Erdgas. Die Behältnisse sind laut Audi extrem widerstandsfest und crashtestgeprüft, halten bei Druckprüfungen 300 bar aus, obwohl der Basisdruck bei lediglich 200 bar liegt.

Audi-A3-g-tron-Technik

Audi A3 Sportback g-tron mit 445 Kilometer Reichweite

Mit 26 Kilo Erdgas soll der Audi indes eine Wegstrecke von gut 445 WLTP-Kilometern zurücklegen, wobei die Kraftübertragung alternativlos über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder erfolgt. 9,7 Sekunden ist die Werksangabe für den Sprint von null auf 100 Stundenkilometer, der g-tron läuft 211 km/h Spitze. 30.705,88 Euro kostet der neue Erdgas-A3 und liegt damit auf dem Niveau des 30.121 Euro teuren 110 kW/150 PS starken Benziner A3 35 TFSI (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,0-4,7 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 115-109 g/km²). Serienmäßig fährt der Audi A3 Sportback 30 g-tron unter anderem mit zahlreichen Assistenzsystemen, LED-Scheinwerfern, einer digitalen Kombianzeige sowie einem 10,1 Zoll großen Touchscreen vor. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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