Auch der Maserati der Zukunft fährt elektrisch

Die Elektrifizierung macht auch vor kleinen Manufakturherstellern aus Italien nicht Halt. Jetzt hat die FCA-Tochter Maserati angekündigt, mittels Milliardeninvestitionen den Bau von Elektroautos innerhalb bestehender, aber auch völlig neuer Modellreihen, voranzutreiben.

Es ist schon bezeichnend, wie Pläne zumindest gegenüber der Öffentlichkeit, von den einen auf den anderen Tag über den Haufen geworfen werden. Klar, es gab schon im Jahr 2013 Pläne für einen voll elektrisch fahrenden Maserati, ebenso wie es den Plan gab, noch in diesem Jahr zig neue Alfa Romeo-Modelle zu präsentieren. Passiert ist beides nicht und wir erinnern uns an markige Worte des ehemaligen FCA-CEO, der salopp ausgedrückt der Elektromobilität abschwor. Man kaufte lieber Tesla-Anteile, um die CO2-Bilanz zu sichern.

Maserati-Lineup

Fünf Milliarden Euro für autonom fahrende Elektroautos

Mittlerweile – viel Zeit ging nicht ins Land – hören wir einen anderen Sprech aus dem FCA-Konzern. Von Milliardeninvestitionen ist die Rede, natürlich auch von der „Mobilität der Zukunft“ und von: Elektroautos. Man wird derweil konkreter: So verkündete die Konzerntochter Maserati kürzlich, man erhalte fünf Milliarden Euro von FCA für die Erneuerung und gleichzeitigen Elektrifizierung der (gesamten?) Modellpalette. Ebenso soll die Entwicklung des automatisierten Fahrens weitergetrieben werden, zunächst in der Stufe 2. Also das, was man bei Volvo schon seit gut drei Jahren in Serie verkauft, aber wir wissen ja, dass die Italiener immer etwas hinten dran sind. Und überhaupt: Ein beinahe selbstständig fahrender Maserati ist in etwa so absurd wie Italien ohne Pizza und Pasta.

Maserati-Alfieri

Kommt der Maserati Alfieri jetzt doch noch?

Bleiben wir daher bei der neuen Elektro-Strategie. Schon im nächsten Jahr soll der Maserati Ghibli als erstes Modell überhaupt teilelektrifiziert als Hybrid-Variante zu den Händlern rollen, hergestellt in Turin. Etwas später soll endlich der lang angekündigte Sportwagen Maserati Alfieri kommen, dann wohl vollelektrisch und „vollgepackt mit Technologie“ aus Modena. Im Jahr 2021 wiederum werden wir womöglich ein neues SUV von Maserati sehen, für dessen neue Fertigungsstätte FCA rund 800 Millionen Euro investieren will. Wir können uns hierunter sowohl einen Nachfolger des Levante als auch ein völlig neues Crossover-Modell vorstellen. Auch die Luxuslimousine Quattroporte soll in den „Genuss“ eines Hybridantriebs kommen.

Maserati-GranCabrio

Der GranTurismo soll runderneuert werden

Interessant bleibt die Positionierung des in diesem Jahr wieder auferstandenen GranTurismo respektive dessen Cabrio-Variante. Der 2+2 mit herrlichem Ferrari-V8-Saugmotor war eigentlich bereits 2018 eingestellt worden, bis man offensichtlich merkte, dass ein ersatzloser Entfall dieses Modells die Kunden auch nicht glücklich machte. Eine Neuauflage beider Varianten steht, so man der Pressemitteilung Glauben schenken darf, bereits in den Startlöchern und soll ebenfalls vom Turiner Band laufen

Alfa

13 neue Modelle im FCA-Konzern bis 2021

Die Modelloffensive von FCA klingt derweil etwas realistischer als noch vor ein paar Jahren. Bis zum Jahr 2021 sollen 13 neue Modelle auf den Markt kommen, teilweise elektrifizierte Bestandsmodelle, teilweise komplette Neuentwicklungen. Darin enthalten sind auch der Nachfolger des Fiat 500 als Elektroauto sowie ein neues Alfa Romeo-Modell. (Autor: Maximilian Planker | Bilder: Hersteller)

Artikel teilen

maxfisseler.jpg

Maximilian Fisseler

Maximilian Fisseler arbeitet als freier Redakteur für das AutoScout24 Magazin. Als italophiler Allesfahrer pflegt er eine romantisch-verklärte Sicht auf das Automobil. Benzin und Motoröl sind ihm deutlich näher als die Suche nach der nächsten Ladesäule. Sein Traumwagen trägt, ganz unitalienisch, ein Porsche-Wappen: der 911 Turbo der Baureihe 964. Im Alltag bewegt er eine E-Klasse der Baureihe 212.

Aktuelle Angebote

Alle Artikel

Alle ansehen
Renault 8 Gordini Concept-1

Renault 8 Gordini Concept: Kommt die Kult-Marke zurück?

Nach dem riesigen Erfolg des Renault 5 greifen die Franzosen weiter tief in die Historien-Trickkiste. Mit dem Renault 8 Gordini Concept testet die Marke die Reaktionen des Publikums. Hat die legendäre Motorsport-Marke Gordini in der elektrischen Neuzeit eine Chance auf eine Serien-Rückkehr?

Mehr lesen
Renault 8 Gordini Concept: Kommt die Kult-Marke zurück?
Bentley Torcal 13

Bentley Torcal: Kein W12, kein V8, dafür 888 E-PS

Der britische Edelhersteller Bentley schlägt das nächste Kapitel seiner langen Firmengeschichte auf und präsentiert mit dem Bentley Torcal das erste reine Elektroauto der Marke. Technisch eigentlich ein Porsche Cayenne will der Brite völlig eigenständige Pfade beschreiten. Ab 200.000 Euro.

Mehr lesen
Bentley Torcal: Kein W12, kein V8, dafür 888 E-PS
Nissan Pixo 2027-5

Nissan Pixo (2027): Ein Twingo-Zwilling zum Sparpreis

Nach der Rückkehr des elektrischen Renault Twingo präsentiert Nissan das passende Schwestermodell: den neuen Nissan Pixo. Die Neuauflage zeigt sich als moderner City-Stromer, der preislich knapp unter der 20.000-Euro-Marke bleibt.

Mehr lesen
Nissan Pixo (2027): Ein Twingo-Zwilling zum Sparpreis