AutoScout24 Umfrage: Navi ist gut, Kontrolle ist besser

Enge Gassen und falsche Anweisungen – davon können viele Österreicher:innen im Zusam-menhang mit ihrem Navigationsgerät ein Lied singen. Dennoch nutzen fast alle zumindest fallweise die Dienste des digitalen Beifahrers, Jüngere und Wiener:innen besonders gerne.

Wien, 22. Juni 2026 – Was früher der Blick auf die Straßenkarte war, übernimmt heute das Navigationsgerät. Ob fest im Auto integriert oder als App am Smartphone: Laut aktueller Trendumfrage von AutoScout24.at unter 500 Befragten nutzt nahezu jeder Befragte zumindest gelegentlich ein Navi, ein Drittel sogar auf den meisten Fahrten.

Besonders groß ist die Begeisterung bei den unter 30-Jährigen: Fast jede Zweite (49 Prozent) schaltet das Navi für den Großteil der Fahrten ein. Auch Wiener:innen greifen überdurchschnittlich häufig auf digitale Routenführung zurück – 48 Prozent sind meist mit Navigationshilfe unterwegs.

Blindes Vertrauen genießt die Technik allerdings nicht. Und auch die Bedienung des Navis ist oft Teamarbeit: Nur 27 Prozent möchten, dass niemand anderer Hand an die Navigation legt. Bei 5 Prozent übernehmen sogar aus-schließlich die Mitfahrenden diese Aufgabe.

Sprachansagen bleiben die wichtigste Funktion

Wer ein Navi nutzt, setzt vor allem auf klare Ansagen. Für 56 Prozent sind gesprochene Hinweise wichtiger als eine reine Kartendarstellung ohne Sprachführung (31 Prozent). Ebenfalls hoch im Kurs stehen aktuelle Verkehrs- und Stauinformationen (54 Prozent), die Anzeige der erlaubten Geschwindigkeit (51 Prozent) sowie Vorschläge für schnellere Ausweichrouten (40 Prozent).

Weniger häufig werden Zusatzfunktionen wie Warnungen vor Gefahrenstellen oder Hindernissen (34 Prozent), Hinweise auf Radarboxen (28 Prozent), Informationen zu Tankstellen oder Rastplätzen (25 Prozent) sowie Offline-karten (21 Prozent) genutzt.

Navi ist gut, Kontrolle ist besser

Der Stimme aus dem Off vertrauen die meisten Autofahrer:innen dennoch nicht uneingeschränkt. Lediglich 13 Prozent verlassen sich vollständig auf die vorgeschlagene Route. Genauso viele haben bereits schlechte Erfahrun-gen gemacht und überprüfen die Strecke vor jeder Fahrt. 18 Prozent orientieren sich trotz eingeschaltetem Navi überwiegend an der Beschilderung. Die größte Gruppe – 57 Prozent – folgt den Ansagen zwar grundsätzlich, hat dabei aber stets ein gewisses Gefühl der Unsicherheit.

Wenn das Navi in die Irre führt

Dieses Misstrauen kommt nicht von ungefähr: Sieben von zehn Navi-Nutzer:innen haben bereits Probleme mit der vorgeschlagenen Route erlebt. 30 Prozent landeten auf ungeeigneten Wegen, rund ein Viertel wurde über unnötig lange oder umständliche Strecken geleitet oder durch enge Gassen geschickt, obwohl es einfachere Alternativen gegeben hätte.

Fast jede:r Fünfte erhielt falsche oder widersprüchliche Anweisungen, 17 Prozent wurden sogar in eine falsche Straße geschickt. Bei 14 Prozent schätzte das Navi die Verkehrslage falsch ein, und bei 12 Prozent führte ein nicht korrekt erkannter Standort zu einer fehlerhaften Routenberechnung.

Der digitale Beifahrer gehört für die meisten längst zum Autofahren dazu. Doch auch im Zeitalter moderner Navi-gation gilt für viele Österreicher:innen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Über die Trendumfrage:

*Für die Trendstudie hat Integral Markt- und Meinungsforschung im Jänner 2026 für AutoScout24 500 österreichische Auto-besitzer:innen von 18 bis 69 Jahren online repräsentativ für diese Zielgruppe befragt.

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