Gebrauchtwagentest: Volkswagen Touareg – Robuster Riese

Im Vergleich zu seinem Vorgänger konnten die Wolfsburger den Touareg „7P“, der von April 2010 bis März 2018 verkauft wurde, um satte 200 Kilogramm abspecken und gleichzeitig um einige Prozent steifer machen. Das wirkt sich auf Verschleiß und Verbrauch positiv aus. Auch optisch ist die zweite Generation des SUV eine evolutionäre Weiterentwicklung des ersten Modells. 2014 frischte ein Facelift das Design des Touareg weiter auf, hob die Diesel auf den Euro-6-Standard und integrierte eine Segelfunktion ins Getriebe. Im direkten Vergleich ist der 7P nur wenige Zentimeter länger und breiter als das ältere Modell. Die Anhängelast liegt weiterhin bei souveränen 3,5 Tonnen. Im Innenraum ist der Touareg ein typischer VW mit bekannt guter Verarbeitung und viel Platz. Besonders in der ersten Sitzreihe lässt es sich komfortabel reisen, aber auch der Fond engt nicht ein.
Sänftenartiger Komfort
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind vor allem Diesel-Touareg zu finden, den 3,6-Liter-V6-Benziner mit 206 kW/280 PS hat VW 2013 gestrichen, der mäßig erfolgreiche Hybrid fiel 2015 aus dem Programm. 2017 musste die Marke dann allein in Deutschland rund 26.000 Diesel-Touareg mit 3,0-Liter-V6 zurückrufen, wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen in der Motorsoftware. Die Selbstzünder-Triebwerke passen gut zum Touareg. Los geht es mit 150 kW/204 PS, das Topmodell, ein V8-Diesel, leistet 250 kW/340 PS. Ab 2016 war allerdings nur noch der etwas kleinere V6 mit bis zu 193 kW/262 PS im Angebot der Wolfsburger. Allen Motorversionen gemein ist der Allradantrieb.
Der Touareg bleibt auch in der zweiten Generation seinem sänftenartigen Komfort treu und beeindruckt insbesondere dank des optionalen Luft-Fahrwerks, das eine Bodenfreiheit von bis zu 30 Zentimetern erlaubt, mit hoher Langstrecken- und Schlechtwegetauglichkeit. Wem der obligatorische Allradantrieb für kleinere Offroad-Abenteuer nicht reicht, der hätl nach Exemplaren mit dem „Terrain Tech“-Programm mit Geländeuntersetzung Ausschau, mit dem der Touareg – die richtigen Reifen vorausgesetzt – Touren abseits befestigter Wege souverän meistert.
Der Touareg 7P kann mit einer breit aufgestellten Serienausstattung glänzen. Neben Bi-Xenon-Scheinwerfern gibt es Navi mit Touchscreen, Tempomat und Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Optional ist im Touareg erstmals ein adaptiver Fernlicht-Assistent erhältlich. Ebenfalls aufpreispflichtig: Knie- und hintere Seitenairbags.
Keine großen Schwächen
Sie ist die größte Stärke des Touareg. Abgesehen von den rückrufpflichtigen Dieselmotoren hat das SUV eigentlich keine größeren Schwächen. Lediglich den Zustand der Bremsschläuche bemängelt der TÜV öfter als beim Durchschnitt der Fahrzeuge. Ansonsten bewerten die Prüfer auch Modelle mit hoher Laufleistung oft als tadellos.
Wer ein solides SUV einer deutschen Marke sucht und damit auch gerne mal ins Gelände geht, ist beim Touareg goldrichtig. Die zweite Generation profitiert von sinnvollen Weiterentwicklungen gegenüber dem ersten Modell und bietet eine breite Palette an Kaufgründen – von der guten Verarbeitung im Innenraum, über die kraftvollen Sechs- und Achtzylinder-Diesel bis hin zur Langlebigkeit der meisten Komponenten. Wer ein junges Modell mit Euro-6-Diesel und vertretbarem Kilometerstand will, muss mindestens 28.000 Euro in die Hand nehmen. Dafür ist die Auswahl an guten Fahrzeugen aber auch sehr groß. (sp-x/mf/jms)
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