Gebrauchtwagen-Check VW ID.4 GTX (2022): Unaufdringliche Sportlichkeit

Als sportlicher Vertreter der Baureihe ist der VW ID.4 GTX mit Allradantrieb seit 2021 am Markt. Der kompakte Elektro-SUV überzeugt mit guten Fahrleistungen und einem großzügigen Raumangebot. Ohne zusätzliche Ausstattungspakete wirkt die Basisversion allerdings etwas spartanisch.

Der VW ID.4 GTX (2022) auf einen Blick


Was uns gefällt

Die unaufdringliche Sportlichkeit des GTX.

Was wir vermissen

Etwas mehr Ausstattung in der Basisversion.

Ideal wenn …

… man mit einem unauffälligen Sportler unterwegs sein möchte.

Die Alternativen

Audi Q4 e-tron quattro, Hyundai Ioniq 5 AWD, Mercedes-Benz EQA 350 4Matic


Stärken

  • Sportliche Fahrleistungen
  • Ausgewogenes Fahrwerk
  • Großer Kofferraum

Schwächen

  • Spartanische Serienausstattung
  • Durchschnittliche Ladeleistung
  • Eingeschränkte Langstreckentauglichkeit

VW-id.4-gtx-4motion-2022_front

Hinweis zum Testfahrzeug

Das Testfahrzeug wurde vom Autohaus Orthuber in Neunkirchen zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen ist seit über 60 Jahren VW-Vertragshändler und bietet darüber hinaus Fahrzeuge der Marken Cupra, Seat und Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie geprüfte Gebrauchtwagen an.

Dezent gekleideter Sportler

Auf den ersten Blick hebt sich der VW ID.4 GTX bis auf den Schriftzug an den Kotflügeln und am Heck kaum von seinen zahmeren Geschwistern ab. Bei genauerem Hinschauen erkennt man jedoch Details wie die in Wagenfarbe lackierten Leisten an den Türen, den schwarzen Dachspoiler sowie das sportlichere Design der Stoßfänger. Die Matrix-LED-Scheinwerfer sind beim GTX serienmäßig, ebenso die markanten 3D-LED-Rückleuchten.

Die erste Baureihe des VW ID.4 GTX, aus der auch das Testfahrzeug stammt, ist zwei Jahre am Markt, bevor im Herbst 2023 ein Facelift mit umfangreichen technischen Änderungen vorgestellt wird. Diese umfassen stärkere und sparsamere Motoren, gepaart mit einem neu abgestimmten Fahrwerk und optimiertem Allradantrieb. Das weiterentwickelte Infotainment verfügt über eine neue grafische Oberfläche und eine verbesserte Menüführung.

Unaufdringlich dynamische Kraftentfaltung

Der 4,58 Meter lange VW ID.4 GTX wird von zwei Elektromotoren angetrieben. Der Allradler der ersten Generation bietet eine Systemleistung von 220 kW (299 PS) und insgesamt 460 Nm Drehmoment. In 6,2 Sekunden ist auf Verlangen der Sprint auf Tempo 100 erledigt, bei 180 km/h ist die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Das sind nicht nur am Papier sportliche Werte, die der 2,2-Tonner jedoch souverän und unaufdringlich an die Passagiere weitergibt. Der harmonische Antrieb passt gut zum ausgewogenen Fahrwerk, das eine gute Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort bietet. Optional sind ein adaptives Fahrwerk sowie ein Sportfahrwerk mit 15 Millimetern Tieferlegung und Progressivlenkung verfügbar.

Zweite Generation mit verbessertem Infotainment

Das Aufsperren der Türen erfolgt mittels Betätigung der Fernbedienung, Keyless Go ist nur optional erhältlich. In der getesteten Basisversion sind die Sitzbahnen mit grauem Stoff bezogen, dem die roten Kontrastnähte eine sportliche Note verleihen. Diese setzt sich auch im Armaturenbrett fort, das durch die serienmäßige blaue Färbung optisch etwas gewöhnungsbedürftig wirkt. Die manuell verstellbaren Sitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt.

vw-id.4-gtx-4motion-2022_Cockpit

Die erste Generation des VW ID.4 GTX hat neben dem 5,3 Zoll kleinen Fahrerdisplay einen auch für damalige Verhältnisse vergleichsweise kleinen zentralen 10-Zoll-Touchscreen, den es optional auch mit 12 Zoll gibt. Dann ist auch ein Head-up-Display mit an Bord. Seit dem Facelift 2023 kommt ausschließlich ein 12,9-Zoll-Bildschirm mit neuer, verbesserter Benutzeroberfläche zum Einsatz. Die unbeliebten Touchslider am unteren Rand des Displays zur Regelung der Temperatur und Lautstärke sind bis heute geblieben, seit 2023 sind diese immerhin beleuchtet.

Umrahmt von Klavierlackoptik sind die beiden Getränkehalter das optisch prägende Element der Mittelkonsole. Daneben befindet sich ein verschließbares Fach mit induktiver Smartphone-Lademöglichkeit und darunter ein weiteres großes Staufach. Der Radstand von 2,77 Metern macht aus dem VW ID.4 GTX zwar kein Raumwunder, bietet jedoch vollkommen ausreichende Platzverhältnisse für die Fondpassagiere.

vw-id.4-gtx-4motion-2022_Kofferraum

Das Kofferraumvolumen ist mit 543 Litern im Kompaktsegment vergleichsweise groß und überbietet damit die meisten Mitbewerber. Unter dem Kofferraumboden befindet sich ein tiefes Fach, das zusätzlichen Raum für Ladekabel, Warndreieck und Verbandskasten bietet. Durch Umklappen der Rücksitze ist der Stauraum auf großzügige 1.575 Liter zu erweitern. Weiterer Stauraum unter der Motorhaube ist aufgrund eines fehlenden Frunks nicht vorhanden.

Alltagstaugliche Reichweite mit kleiner Einschränkung

Im Alltag gönnt sich der VW ID.4 GTX durchschnittlich rund 21 kWh auf 100 Kilometern. Damit reicht die Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 77 kWh für eine Reichweite von rund 370 Kilometern. Die kurzzeitige Rückkehr des Winters während des Tests und die damit einhergehenden Temperaturen um den Gefrierpunkt steigern den Verbrauch auf 25 kWh und senken die Reichweite auf knapp über 300 Kilometer. Das reicht für tägliche Fahrten, schränkt jedoch die Langstreckentauglichkeit etwas ein.

vw-id.4-gtx-4motion-2022_Heck-seitlich

Mit einer maximalen Ladeleistung von 125 kW kommt der VW ID.4 GTX für heutige Verhältnisse etwas beschaulich wieder zu Kräften. 38 Minuten vergehen, bis die Antriebsbatterie von fünf auf 80 Prozent SoC geladen ist. An der Wallbox dauert eine vollständige Ladung mit 11 kW rund 7,5 Stunden.

Aviloo Batterietest: Deutlich über dem Durchschnitt

Beim Aviloo Batterietest schneidet der getestete VW ID.4 GTX überdurchschnittlich ab. Mit einem Gesundheitszustand von 92,1 Prozent ist der Zustand des vier Jahre alten Akkus nach einer Laufleistung von 103.000 Kilometern immer noch voll im grünen Bereich. Der Reichweitenverlust beträgt gegenüber dem Neuzustand rund 30 Kilometer und macht sich daher im Alltag nicht wesentlich bemerkbar.

Die Garantie für die Hochvoltbatterie umfasst die üblichen acht Jahre oder 160.000 Kilometer. Sollte die nutzbare Kapazität des Akkus während der Garantie unter 70 Prozent fallen, werden Mängel vom Hersteller behoben oder die Batterie ausgetauscht. Im Fall des Testfahrzeugs ist daher eine bedenkenlose Nutzung noch über einen längeren Zeitraum möglich.

vw-id.4-gtx-4motion-2022_Batteriezertifikat

>> Der Aviloo Batterietest zum VW ID.4 GTX als PDF <<

Fazit 8,2/10

Der VW ID.4 GTX ist ein spritziger Elektro-SUV, der mit Allradantrieb über ein breites Einsatzspektrum verfügt. Verbrauch und Reichweite sind angemessen und als durchaus alltagstauglich zu bezeichnen. Bei dem quasi „nackten“ Testfahrzeug ohne jegliche Zusatzausstattung gehen uns einige praktische Funktionen ab, die wir bei einem Kompakt-SUV mit einem Neupreis von rund 56.000 Euro schon erwarten würden. So fehlen etwa Keyless Go, Rückfahrkamera und elektrische Heckklappe, die den Alltag mit dem Kompakt-SUV wesentlich angenehmer gestalten würden.

Das Testfahrzeug befindet sich außen in einem optisch guten Zustand, lediglich an der Front sind ein paar Steinschläge zu erkennen. Die Felgen wirken neuwertig. Im Innenraum sind deutlichere Gebrauchsspuren vorhanden: Die Sitze weisen Flecken auf und die Rücksitzbank ist an einer Stelle leicht eingerissen. Eine Türverkleidung und die Ladekante sind zudem leicht zerkratzt. (Text und Bild: Armin Hoyer)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,2
Design
8,0
Bedienbarkeit
7,8
Komfort
8,2
Alltagstauglichkeit
8,5
Fahreigenschaften
8,8
Antrieb
9,0
Effizienz
8,0
Preis-Leistungs-Verhältnis
8,2
Ausstattung
6,8
Sicherheit
8,8

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Autorenfoto_Armin Hoyer.jpg

Armin Hoyer

Armin Hoyer ist seit 2025 als freier Redakteur für das AutoScout24 Magazin in Österreich tätig. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Motorjournalist und Kommunikationsexperte im Automobil- und Zweiradbereich erstellt der Wahltiroler Content für die Mobilitätsbranche. Für AutoScout24 berichtet er schwerpunktmäßig über seine Erfahrungen mit gebrauchten und neu erschienenen Elektroautos sowie Motorrädern und informiert zudem über die Highlights der wichtigsten Messen des Jahres.

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