Erster Test: VW Beetle 1.6 TDI und 1.4 TSI – Power ohne Flower

Ob das einzig und allein an den bisweilen nur zwei verfügbaren Motorisierungen liegt, darf bezweifelt werden. Immerhin in diesem Punkt legt VW jetzt nach und bringt weitere, kraftvolle Motoren – endlich ist auch ein Diesel im Angebot. Die Blumenvase ab Werk fehlt allerdings immer noch. Bisher konnten sich Beetle-Käufer nur zwischen zwei Turbo-Benzinern entscheiden; dem Basismotor 1.2 TSI mit 105 PS und dem 200 PS starken Top-Modell 2.0 TSI, einen Diesel gab es gar nicht. Die doch beträchtliche Lücke bei den Fremdzündern schließt mit sofortiger Wirkung der 1.4 TSI. Der Benziner wird gleich doppelt aufgeladen, bei niedrigen Drehzahlen von einem Kompressor, bei höheren Touren übernimmt ein Turbolader die Luftzufuhr.
Doppelt aufgeladen
Derart beatmet leistet das doch recht kleinvolumige Motörchen feiste 160 PS und entwickelt ab 1.500 Touren ein Drehmoment von 240 Newtonmetern, das bis 4.500 Umdrehungen pro Minute an der Kurbelwelle anliegt. Das verhilft dem Benziner einerseits zu einem flotten Antritt aus dem Stand, andererseits ist es der Elastizität dienlich. Von null auf hundert spurtet der Beetle 1.4 TSI in 8,3 Sekunden, den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h erledigt er im fünften Gang in exakt zehn Sekunden. Der Übergang von einer zur anderen Aufladetechnik macht sich in der Praxis durch das seufzerähnliche Schnaufen des Turboladers bemerkbar.
Während das leichtgängige und präzise Getriebe des Benziners auch über einen sechsten Gang verfügt, müssen sich Käufer des neuen Diesels mit nur fünf manuell zu wechselnden Übersetzungsstufen begnügen. Wie den neuen Ottomotor kann man auch den 1.6 TDI und die anderen Aggregate demnächst mit Doppelkupplungsgetriebe ordern; bisher gibt es das DSG nur für den stärksten Motor, da aber serienmäßig. Je nach Drehmoment kommt es entweder mit sieben Gängen, bei den schwächeren Motoren, oder sechs Stufen, bei den starken Aggregaten.
Kraft ab 1.500 Touren
Mit 250 Newtonmeter Drehmoment zwischen 1.500 und 2.500 Umdrehungen lässt sich der 105 PS starke Vierzylinder-Diesel mit seinem relativ lang übersetzten Getriebe allerdings durchaus schaltfaul fahren. Unterhalb der anderthalbtausend Touren ist der Griff zum Schalthebel aber zwingend nötig; wo das VW-Triebwerk anfängt, sich zu schütteln, beweisen andere Dieselmotoren mittlerweile schon etwas mehr Durchzugskraft.
Nicht vorwerfen kann man dem Beetle, der für den Standard- wie den Zwischensprint jeweils elfeinhalb Sekunden braucht, dass er besonders lautstark arbeiten würde. Zwar leugnet er sein Brennverfahren nicht, jedoch fällt das Motorengeräusch auch unter Last nicht unangenehm auf. Weitaus störender sind die recht lauten Windgeräusche, die ab Tempo 120 an den Rahmen von Windschutz- und Seitenscheiben auftreten.
Technische Daten
| Marke und Modell | VW Beetle | VW Beetle | ||
|---|---|---|---|---|
| Motor / Ausstattung | 1.6 TDI | 1.4 TSI | ||
| Motor | ||||
| Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart) | 1.598 / R4-Turbo | 1.390/ R4-Kompressor-Turbo | ||
| Leistung (kW (PS) / U/min) | 77 (105) / 4.400 | 118 (160) / 5.800 | ||
| Drehmoment (Nm / U/min) | 250 / 1.500 - 2.500 | 240 / 1.500 - 4.500 | ||
| Antriebsart | Frontantrieb | Frontantrieb | ||
| Getriebeart | 5-Gang-Schaltgetriebe | 6-Gang-Schaltgetriebe | ||
| Abmessung und Gewicht | ||||
| Länge/Breite/Höhe (mm) | 4.278 / 1.808 / 1.486 | 4.278 / 1.808 / 1.486 | ||
| Radstand (mm) | 2.537 | 2.537 | ||
| Wendekreis (m) | k. A. | k. A. | ||
| Leergewicht (kg) | 1.361 | 1.359 | ||
| Kofferraum (Liter, nach DIN) | 310 - 905 | |||
| Serienbereifung | 215/60 R 16 | 215/60 R 16 | ||
| Verbrauch | ||||
| Krafstoffart | Diesel | Benzin | ||
| EU-Zyklus (l/100km) | 4,5 | 6,6 | ||
| CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm | 119 / Euro 5 | 153 / Euro 5 | ||
| AS24-Verbrauch (l/100km) | k. A. | k. A. | ||
| Fahrleistungen | ||||
| Werksangabe 0-100km/h (s) | 11,5 | 8,3 | ||
| AS24-Sprint 0-100km/h (s) | k. A. | k. A. | ||
| AS24-Bremstest 100-0km/h (m) | k. A. | k. A. | ||
| Höchstgeschwindigkeit (km/h) | 180 | 208 | ||
| Preise | ||||
| ab (Euro) | 19.375,00 | 19.825,00 | ||
| Ausgewählte Extras (Euro) | Sportfahrwerk (230), Multifunktionslenkrad (355), USB-Anschlass (175), Navigationsystem (2.055), Klimaanlage und Tempomat (900), Xenon-licht (750), schlüsselloses Schließ- und Startsystem (365) | Sportfahrwerk (230), Multifunktionslenkrad (355), USB-Anschlass (175), Navigationsystem (2.055), Klimaanlage und Tempomat (900), Xenon-licht (750), schlüsselloses Schließ- und Startsystem (365) | ||
| Weitere DatenWeitere Daten |
München-Malmö in einem Rutsch
Schenkt man dem europäischen Verbrauchszyklus glauben, so konsumiert der rund 1,4 Tonnen schwere Diesel-Beetle nur 4,5 Liter auf 100 Kilometer; seine 55 Liter Tankinhalt würden demnach für über 1.200 Kilometer Reichweite genügen und die Strecke München-Malmö wäre theoretisch in einem Rutsch zu machen.
In der Praxis ist das freilich unrealistisch und erscheinen die immer noch akzeptablen 5,9 Liter, die der Bordcomputer bei unserer ersten Ausfahrt anzeigte, deutlich realitätsnäher. Die Reise ginge so immerhin noch bis Kopenhagen. Davon kann der neue Benziner nur träumen; selbst wer den Normverbrauch von 6,6 Litern reproduzieren könnte, müsste spätestens kurz nach Hamburg einen Tankstopp einlegen. Eine Stopp-Start-Automatik sucht man übrigens bei allen Motorvarianten momentan noch vergebens, sie folgt erst im Sommer 2012 mit dem Bluemotion-Technology-Paket für die schwächsten Motoren.
An der etwas unsensiblen Fahrwerksabstimmung ändert sich auch mit den neuen Motoren nichts, der Beetle hoppelt hin und wieder munter über gröbere Unebenheiten im Asphalt – sportliche Abstimmung nennt man das bei VW. Immerhin glänzt der Urenkel des Käfers mit einer dazu passenden, direkten Lenkung.
CD-Radio immer serienmäßig
Wie gehabt bietet VW auch die neuen Triebwerke mit drei Ausstattungslinien namens Beetle, Design und Sport. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist das Armaturenbrett, das beim Beetle schwarz, beim Design in Wagenfarbe und beim Sport in Karbonoptik gehalten ist. An der immerhin ordentlichen Hartplastikwüste im ansonsten übersichtlichen und dank zahlreicher Ablagen praktischen Innenraum ändert das allerdings nichts, hier hat VW noch Raum für Verbesserungen. Schade, dass es zwar das Käferfach aus dem Urahn in die neue Version geschafft hat, nicht aber die Blumenvase. Die ist aber immerhin im Zubehörhandel erhältlich.
Zu haben ist der Diesel inklusive elektrischer Fensterheber, elektrisch einstellbarer Außenspiegel und CD-Radio ab 19.375 Euro. Für den neuen Benziner mit gleicher Ausstattung müssen 19.825 Euro hingelegt werden. Der günstigste Weg Beetle zu fahren ist nach wie vor der 16.950 teure 1.2 TSI, wer es mit dem 2.0 TSI richtig krachen lassen und auf Golf-GTI-Jagd gehen will, muss 27.100 Euro bezahlen. Der 2.0 TSI kommt dafür in der besten Ausstattungslinie Sport und hat neben 17-Zoll-Alurädern noch das Sportfahrwerk, Sportsitze, Nebelleuchten und eine Klimaanlage an Bord. Der neue Benziner schließt souverän die bisherige Lücke zwischen den beiden Ottomotoren und gefällt mit seinem kraftvollen, fast dieselähnlichen Durchzug. Mit 6,6 Litern ist er allerdings schon in der Norm nicht besonders sparsam (ein 170 PS starker BMW 118i braucht 5,8 Liter) und dürfte er, wie die meisten Turbomotoren, in der Praxis noch deutlich schluckfreudiger sein. Weiterhin werden sich benzinerseitig hierzulande die meisten für den Basismotor entscheiden – oder gleich zum 200-PS-Sportmodell greifen.
Eine gute Alternative ist dagegen der 1.6 TDI, der zusammen mit dem 1.2 TSI das Gros der Käufer ansprechen wird. Er ist mit 105 PS sicher nicht der Stärkste, dank seines ordentlichen Drehmoments aber ausreichend flott. Außerdem dürfte er nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag noch einigermaßen sparsam sein. Wer gerne Diesel fahren will, aber meint, 105 PS seien zu wenig, dem bietet VW noch eine weitere Alternative. Ab sofort ist auch ein Zwei-Liter-TDI mit 140 PS bestellbar, der demnächst ausgeliefert werden soll.
Aktuelle Angebote

Opel Corsa1,2 Direct Injection Turbo Euro 6.4 GS Aut.
€ 17 990- 06/2025
- 18 000 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Neu
Kia Rio1.2 GAS LX FUN M/T
€ 14 390- 06/2022
- 71 770 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Neu
Land Rover Range RoverSport D300 3.0 HSE DYNAMIC Mild-Hybrid // MEGA OP
€ 109 9901- 02/2023
- 45 800 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Fiat Tipo1.6 JTDM Lounge
€ 13 190- 01/2018
- 23 155 km
- Diesel
- 3,8 l/100 km (komb.)

Mercedes-Benz GLE 350de 4MATIC
€ 69 9901- 09/2022
- 86 795 km
- Elektro/Diesel
- 7,5 l/100 km (komb.)
Neu
Volkswagen T7 MultivanVW T7 Multivan Edition ÜH TDI
€ 64 9801- 07/2025
- 210 km
- Diesel
- 6,6 l/100 km (komb.)

SEAT IbizaFR Edition 1.0 TSI
€ 19 890- 04/2025
- 9 357 km
- Benzin
- 5,4 l/100 km (komb.)

Audi A130 TFSI intense
€ 26 990- 03/2025
- 15 394 km
- Benzin
- 6,0 l/100 km (komb.)

Mercedes-Benz GLE 400GLE 400 d 4Matic AMG Line
€ 55 990- 11/2019
- 106 747 km
- Diesel
- 7,1 l/100 km (komb.)

Skoda KamiqSelection TSI DSG
€ 29 800- 04/2026
- 190 km
- Benzin
- 5,6 l/100 km (komb.)

Land Rover Range Rover EvoqueHSE Dynamic 2,0 TD4 Aut.
€ 20 900- 04/2016
- 97 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo XC90D5 AWD Momentum
€ 33 990- 06/2017
- 130 700 km
- Diesel
- - (l/100 km)

CUPRA Leon1.5 TSI ACT
€ 29 950- 04/2026
- 201 km
- Benzin
- 5,8 l/100 km (komb.)

Citroen C3Feel ''1.Besitz''
€ 7 9991- 09/2022
- 102 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)
Neu
Ford Focus1,0 Cool & Connect
€ 12 990- 11/2019
- 67 435 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Skoda KamiqSelection TSI
€ 22 890- 10/2025
- 7 319 km
- Benzin
- 5,5 l/100 km (komb.)

Volvo XC90B5 AWD Inscription 7 Sitzer
€ 39 490- 06/2021
- 140 000 km
- Elektro/Diesel
- - (l/100 km)

Volkswagen Golf Variant1.6 TDI - Massage - ACC - PDC - SHZ - Navi - Fron
€ 15 980- 08/2019
- 116 275 km
- Diesel
- - (l/100 km)

BMW M3E93 DKG V8. M-Perfomance ESD - Sammlerzustand -
€ 56 990- 07/2008
- 62 878 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Volkswagen TayronFriends eTSI DSG
€ 47 990- 10/2025
- 1 928 km
- Benzin
- 6,1 l/100 km (komb.)
Alle Artikel
Alle ansehen
Erster Test VW T-Roc (2026): Königsmörder!
Der neue VW T-Roc wartet mit gestärkter Qualität, großzügigem Raumangebot und zeitgemäßer Technik auf. Auf kurvigen Landstraßen wirkt das Kompakt-SUV überraschend agil – und mit seinem attraktiven Preis dürfte es für den Golf endgültig eng werden.

Test VW T-Roc Cabriolet 1.5 TSI DSG: Das letzte Cabrio von Volkswagen
Das VW T-Roc Cabriolet beschließt eine Ära: es ist das letzte Cabriolet mit Stoffverdeck zu einem einigermaßen leistbaren Preis aus dem VW-Konzern. Im Test zeigt der offene T-Roc noch einmal seine Alltagstauglichkeit und wie entspannt es sich mit 150 PS leben lässt.

Erste Sitzprobe VW T-Roc (2026): Rockt er den Tiguan?
Volkswagen bringt im November die zweite Generation des T-Roc auf den Markt. Das kompakte SUV ist deutlich größer geworden, bekommt Technik aus den höheren Klassen und beim Interieur will man sogar einen Qualitätssprung hinlegen. Erste Sitzprobe.