Erster Test Skoda Superb Combi (2024): Passabel oder superb?

Skoda geht in die Vollen und hat sein Erfolgsmodell Superb Combi noch einmal gänzlich neu erfunden. Der Große Tscheche kommt mit Verbrennern und als Plug-in Hybrid und soll größer, schicker sowie praktischer sein. Ist er seinem Schwestermodell VW Passat überlegen? Erster Test!

Der neue Skoda Superb Combi* auf einen Blick

  • Vier Zentimeter länger und größerer Kofferraum
  • 28 "Simply-Clever"-Funktionen an Bord
  • Zum Start als Benziner und Diesel
  • Plug-in Hybrid mit 100 km Reichweite**
  • Bedienung einfacher als im VW Passat
  • Grundpreis ab 39.580 Euro

*(Skoda Superb Combi Modellreihe (WLTP), Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,3-5,0 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 161-122 g/km; CO2-Klasse: D-F)²

**(Der Skoda Superb Superb iV (2024) steht noch nicht zum Verkauf, Homologation zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht abgeschlossen)²

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Verkehrte Autowelt: Wie aus dem Superb ein Passat wurde

Der eine Mechaniker, der andere Buchhändler – und beide waren begeisterte Radsportfans. Das schweißte zusammen. Deshalb beschlossen Václav Laurin und Václav Klement die besten Fahrräder ihrer Zeit zu bauen. Das war anno 1895 – die Geburtsstunde des tschechischen Autobauers Skoda. Zuerst Fahrräder, dann Motorräder und Ende 1905 schon das erste Auto: Die Laurin & Klement Voiturette mit einem Einliter-Zweizylinder. Als Hommage an die Gründer nennt Skoda die luxuriöseste Ausstattungslinien deshalb schon seit Jahren L & K. Warum wir das erzählen? Weil das viel über das Selbstbewusstsein der Tschechen sagt, das beim aktuellen Superb einen neuen Höhepunkt erreicht haben dürfte.

Früher schraubten sie auf bewährte VW-Technik eine Skoda-Karosse, dazu ein paar "Simply-Clever"-Lösungen, wie der legendäre Eiskratzer im Tank. Fertig war die günstige Alternative aus Mladá Boleslav. Gleiche Technik, gleiche Qualität für weniger Geld – das war die Erfolgsformel von Skoda. Beim neuen Superb, den es als Combi (bei Skoda immer mit "C" geschrieben) und als Limousine gibt, ist das anders. Entwickelt wurde der Bestseller (allein von der dritten Generation wurden 866.000 Exemplare verkauft) nämlich unter der Federführung von Skoda – und jetzt schraubt VW eine andere Karosse darauf, den Passat. Und so viel billiger ist der Skoda auch nicht mehr: Gerade mal 400 Euro spart man sich beim Basismodell, im Vergleich zum Volkswagen.

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So hilft ein QR-Code bei der Bedienung der Anhängerkupplung

Superb ist Passat und Passat ist Superb – für die letzte Verbrenner-Generation hat man beim VW-Konzern die Kräfte gebündelt. Das einzige Privileg: Die Wolfsburger durften ihren Passat früher vorstellen. „Geräumig wie nie, laufruhig wie nie, Premium wie nie“ – so urteilten wir im ersten Fahrbericht des Wolfsburgers. Und das trifft logischerweise auch auf den Zwilling zu. Nochmal die Eckdacten: Der Superb ist 4,90 Meter lang (plus vier Zentimeter) und 1,85 Meter breit (minus zwei Zentimeter) und damit ein echter Raumkreuzer. Fahrer und Beifahrer sitzen außerordentlich bequem, im Fond geht es ähnlich großzügig zu. Dank der bis zu 90 Grad öffnenden Türen ist das Einsteigen hier ein Kinderspiel. Und hinten im Heck ist mit einem Volumen von 690 (plus 30) bis zu 1.920 Liter so viel Platz, da passt ein halber Getränkemarkt rein.

Nettes Detail am Rande: Der QR-Code, den wir im Kofferraum entdecken, hat einen praktischen Zweck. Handy raus, Code scannen – und schon zeigt uns ein Video, wie man zum Beispiel die schwenkbare Anhängerkupplung bedient. Das ist einfach klug, simply clever – und so heißen ja auch die legendären Features, die einen Skoda zum Skoda machen. Heute dienen sie mehr denn je als Unterscheidungsmerkmale zum Konzern-Bruder Passat. Insgesamt 28 Simply-Clever-Lösungen (teils Serie, teils optional) sind an Bord des Combi Superb verteilt. Klassiker wie der Regenschirm im Türrahmen und Eiskratzer im Tankstutzen dürfen dabei nicht fehlen. Neu sind das herausnehmbare Brillenetui, zusätzliche Handytaschen an den Rücksitzen und die Bildschirm-Bürste, die an den Rillenreiniger für Langspielplatten erinnert. Auch die elektrische Kofferraumabdeckung feiert Premiere im Superb.

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Kleine smarte Displays: So einfach kann Bedienung sein

Weil wir gerade bei praktisch sind, und was es auch tatsächlich so nicht im Passat gibt, das sind die so genannten Smart Dials gleich unter dem 13 Zoll großen Hauptbildschirm. Das sind drei Rundinstrumente mit Bildschirmen (32 mm), die man durch Drehen und Drücken bedient. Über die beiden äußeren Regler, die ihre jeweilige Funktion auf dem kleinen Display zeigen, lassen sich Innenraumtemperatur, die Sitzheizung und -belüftung steuern. Das mittlere Instrument kann frei mit vier unterschiedlichen Funktionen belegt werden. Zum Beispiel mit Lautstärke, Gebläsestufe, Fahrmodi oder Zoom für das Navi. Drücken, Funktion auswählen, drehen. So einfach kann es sein – und der Fahrer ist garantiert nicht abgelenkt. Der Tacho ist natürlich voll digital – und erstmals gibt es im Superb auch ein (optionales) Head-up Display.

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Sechs Motoren treiben den Superb an – allesamt Verbrenner

Was unterscheidet den Superb sonst noch vom Passat? Abgesehen von der Karosserie, vom Interieur und von den technischen Spielereien fast nichts. Das wirklich gelungene Fahrwerk heißt hier DCC Plus, dort bei VW DCC Pro. Herzstück sind die Ein-Kammer-Zwei-Ventil-Dämpfer mit getrennter Zug- und Druckstufe. Komfortabel, aber nicht schwammig. Sportlich, aber nicht zu hart. Ganz wie es die breite Mehrheit haben will. Auch bei den Motoren gibt es logischerweise keine Überraschungen. Ein Mild-Hybrid-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum leistet hier 150 PS, der etwas später debütierende Plug-in Hybrid (mit gleichem Verbrenner, aber 204 PS stark) wird rund 100 Kilometer weit elektrisch fahren können.

Apropos elektrisch fahren: Einen reinen E-Antrieb verkniff man sich bei Skoda für den Superb. Dafür darf weiterhin gedieselt werden. Der 2,0 Liter große Selbstzünder aus dem Konzernregal darf wahlweise 150 oder 193 PS leisten und verfügt in der stärksten Ausbaustufe zudem über einen Allradantrieb. Dieser überträgt auch die Kräfte des stärksten 2,0-Liter-TSI-Benziner auf die Straße, der es auf 265 PS bringen wird (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)². Spaß machen die Motoren, mit Ausnahme des Mild-Hybriden, allesamt. Der Hybrid allerdings muss sich hier und da schon recht plagen. Wer Dynamik schätzt, muss naturgemäß auf die leistungsstarken Benziner und Diesel zurückgreifen. Kultiviertes Fahren mit sportlichen Akzenten. So macht auch ein Combi mit C Spaß.

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Erstes Fazit

Früher war der Skoda Superb ganz passabel, heute ist der VW Passat ziemlich superb. Unter dem Strich ist es eine Frage des Geschmacks, welchen Kombi man kauft oder least. Sicher ist, dass Volkswagen mit den beiden Modellen noch mal abräumen wird. Grund dafür ist die zunehmende Elektro-Skepsis der Kunden und die Tatsache, dass sich die anderen Hersteller (u. a. Renault Talisman, Ford Mondeo, Opel Insignia und Mazda 6) schon aus diesem Segment verabschiedet haben. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Hersteller)

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel ist seit 2022 freier Redakteur bei AutoScout24. Er schwärmt für elegante Limousinen und drehfreudige Saugmotoren, fährt privat jedoch überwiegend elektrisch: im Honda e, gespeist von der eigenen PV-Anlage. Seine heimliche Leidenschaft gilt Oldtimern – vom Mercedes-Benz 190 „Heckflosse“ über den Triumph Spitfire Mk II bis hin zum Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Über Geschmack lässt sich streiten, über gute Autos nicht.

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