MG 4 Urban im Test: ID.Polo-Killer aus Fernost?

Noch bevor der ID.Polo von VW auf der Straße ist, wappnet sich die Konkurrenz. MG bringt mit dem MG 4 Urban ein erstaunlich gutes Elektroauto, das ebenfalls unter 25.000 Euro liegt und in der Basisausstattung schon mit Wärmepumpe und großen Bildschirmen aufwartet. Erster Test!

Das Wichtigste zuerst

Der MG 4 Urban positioniert sich als preisgünstiger Elektro-Konkurrent zum VW ID.Polo und kostet in der Basisversion 24.990 Euro. Der 4,39 Meter lange Stromer bietet einen großen Kofferraum mit bis zu 1364 Litern und ein großzügiges Raumangebot für Passagiere. Innen überzeugt er mit klar bedienbarem Infotainment, guter Verarbeitung und praktischen Assistenzfunktionen. Beim Fahren punktet der MG, den es wahlweise mit 150 oder 160 PS gibt, vor allem mit seinem niedrigen Testverbrauch von 13,1 kWh. Je nach Batterie sind Reichweiten bis zu 426 Kilometern möglich. Insgesamt bietet der MG 4 Urban viel Elektroauto fürs Geld und dürfte dem ID.Polo schwer machen.

Stärken, Schwächen, Alternativen


Was uns gefällt

Dass man Tempowarner und Spurassistent unkompliziert ausschalten kann.

Was wir vermissen

Den Heckantrieb - macht einfach mehr Spaß.

Ideal, wenn …

… man ein Elektroauto zu einem günstigen Preis sucht.

Die Alternativen

VW ID.Polo, Skoda Epiq, Leapmotor B05, BYD Dolphin


Stärken

  • Großer Kofferraum
  • Geringer Verbrauch
  • Gute Ausstattung in der Basis

Schwächen

  • Geringe DC-Ladeleistung
  • Nüchternes Design
  • Wenig Antriebsleistung

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Größer als der ID.3 Neo, günstiger als ein ID.Polo

100.000 verkaufte Autos in Deutschland, Marktanteil 1 Prozent. Das hört sich nicht nach Erfolgsgeschichte an, ist aber eine. Denn erst vor fünf Jahren kehrte die ehemals britische Marke MG nach Deutschland zurück. Sie gehört mittlerweile zum chinesischen SAIC-Konzern und ist der erfolgreichste Hersteller aus dem Reich der Mitte, noch vor dem härtesten Konkurrenten BYD.

Mit dem MG 4 Urban kommt nun ein Preisbrecher auf die Straßen. Das Elektroauto ist mit einer Länge von 4,39 Metern sogar größer als der VW ID.3 neo, kostet aber gerade mal so viel wie der ID.Polo. Wir konnten den großen Chinesen mit dem kleinen Preis (24.990 Euro) testen.

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Bei der Kofferraumgröße gewinnt der MG gegen VW

Das Design haut einen nicht unbedingt vom Hocker. Das Auto sieht auffällig unauffällig aus. Ganz im Gegensatz zu den neuen Premium-Modellen IM5 und IM6 und dem erfolgreichsten MG-Produkt, dem MG 4 EV, das mit seiner rasanten Optik und dem Bierhenkel-Dachspoiler schon eine eigene Fangemeinde gefunden hat. Der etwas größere Urban wird auf einer neuen Plattform produziert und hat deshalb Frontantrieb.

Da ist das Fahren dann zwar spaßbefreiter als beim kleineren Bruder, der vom Heck her befeuert wird. Aber weil die ganze Technik nach vorn wandert, bietet der Kofferraum auch deutlich mehr Platz. Zwischen 479 und 470 Liter, je nach Akkugröße, passen rein, unter dem Zwischenboden sind es weitere 98. Das ist groß genug für Getränkekisten. Bei umgeklappter Rückbank stehen dann bis zu 1364 Liter zur Verfügung. In beiden Disziplinen bleibt dem ID.Polo nur der zweite Platz. Hier sind es 441 (1240) Liter.

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So einfach kann man Tempowarner und Spurhaltung ausschalten

Verschwenderisch Platz bietet der MG auch seinen Passagieren. Der Radstand liegt bei 2,75 Metern und garantiert auch größeren Personen im Fond ein menschenwürdiges Sitzen. Das gilt natürlich auch für Fahrer und Beifahrer – auch wenn man sich wegen der zum Armaturenbrett hin steil ansteigenden Mittelkonsole etwas beengt fühlt. Sie beherbergt zwei Getränkehalter und eine kabellose Ladeschale für Smartphones. Selbstverständlich werden sie via Bluetooth mit dem 13 Zoll großen Infotainment-Bildschirm verbunden – via Apple CarPlay oder Android Auto. Hier steuert man auch die Fahrzeugfunktionen, bis auf die Klimaanlage und die Lautstärke. Das Menü ist klar strukturiert und logisch.

Bei den Assistenzsystemen erweist sich der Urban als praktisch. Man kann sich alle nicht gewünschten Funktionen wie Tempowarner oder die Spurhaltung auf eine Kachel legen und sie so mit einem Touch deaktivieren. Nichts zu meckern gibt es bei Verarbeitung und Materialqualität. In der von uns gefahrenen Comfort-Variante gab es sogar Alcantara-ähnliche Bezüge auf dem Armaturenbrett und doppelt gesteppte Nähte.

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Mit diesem Verbrauch kommt man mit dem MG 4 weit

Kommen wir zum Fahren. Den MG 4 Urban gibt es entweder mit 150 oder mit 160 PS, was nicht besonders viel ist und nur zu Fahrleistungen von knapp unter zehn Sekunden von 0 auf Tempo 100 reicht. Fühlt sich aber weitaus besser an, weil das Drehmoment von 250 Nm schon beim kleinsten Druck aufs Gaspedal loslegt, und so hat man auch beim Überholen ein gutes Gefühl. Die Lenkung arbeitet sauber, nur bei starker Beschleunigung aus der Kurve heraus zerren die Kräfte am Gestänge.

Komfortabel ausgelegt hat man das Fahrwerk. Bodenwellen, Rillen, Schlaglöcher – kein Problem. Nur in schnell gefahrenen Kurven treten Wankbewegungen auf. Zwei Varianten bietet MG beim Akku an. Entscheidet man sich für die 43-kWh-Batterie, dann könnte man 325 Kilometer weit kommen. 426 Kilometer sollen es mit dem 54-kWh-Speicher sein. Das ist realistisch. Bei unserer Testfahrt verbrauchten wir gerade mal 13,1 kWh auf 100 Kilometer. Damit sind die angegebenen Reichweiten realistisch, ganz abgesehen davon, dass der MG 4 damit zu den sparsameren Stromern gehört.

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Auch mit Vollausstattung ist der China-Polo erschwinglich

Günstig ist auch der Einstiegspreis des China-Stromers. Für 24.990 Euro bekommt man sogar schon eine Wärmepumpe, Navi und die großen Bildschirme. Das Premiumprodukt hat dann schon die große Batterie, 17-Zoll-Felgen, beheizbare und elektrisch verstellbare Sitze, sowie Privacy-Verglasung und 360-Grad-Kamera. Und kostet mit 31.490 Euro auch nicht gerade die Welt.

Aufgeladen werden die Batterien, die Teil der Fahrzeugstruktur sind und deshalb platzsparend sind, an einer Schnellladesäule in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Mit 87 kW ist die Ladeleistung nicht gerade berauschend. Für den überwiegend städtischen Einsatz, für den der MG 4 Urban ja auch namentlich gedacht ist, reicht das allerdings völlig.

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Erstes Fazit

Leicht wird es VW nicht haben mit dem ID.Polo, der zum Gamechanger in Sachen erschwinglicher Elektromobilität werden soll. Denn die Konkurrenz ist stark. Der MG 4 Urban kostet nur 24.990 Euro und bietet erstaunlich viel fürs Geld. Der kompakte City-Stromer hat enorm viel Platz, benötigt wenig Energie, ist praktisch und fährt sich erstaunlich gut. (Text: Rudolf Bögel. Fotos: Hersteller)

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel ist seit 2022 freier Redakteur bei AutoScout24. Er schwärmt für elegante Limousinen und drehfreudige Saugmotoren, fährt privat jedoch überwiegend elektrisch: im Honda e, gespeist von der eigenen PV-Anlage. Seine heimliche Leidenschaft gilt Oldtimern – vom Mercedes-Benz 190 „Heckflosse“ über den Triumph Spitfire Mk II bis hin zum Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Über Geschmack lässt sich streiten, über gute Autos nicht.

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