Erster Test Mercedes-Benz V-Klasse (EQV): First-Class auf vier Rädern

Die Mercedes V-Klasse* (EQV)** auf einen Blick
- Luxus-Strategie jetzt auch bei Mercedes Vans
- Der Stern kommt zum ersten Mal auf die Motorhaube
- Business-Sitze mit Klima- und Massagefunktion
- Drei Diesel, ein Benziner, ein E-Antrieb
- Die Preise reichen von 57.500 bis 100.000 Euro
*(Mercedes V-Klasse Modellprogramm (WLTP), Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,0-7,1 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 210-186 g/km; CO2-Klasse: G)²
**(Mercedes EQV Modellprogramm (WLTP), Stromverbrauch kombiniert: 27,4-27,1 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2-Klasse: A)²
VIP-Transporter mit magnetischen Champagner-Gläsern
Bei Mercedes-Benz herrscht seit jeher eine echte Klassengesellschaft. Nicht nur bei der Kundschaft - auch bei der Bezeichnung der Modelle. Von A bis X – jede Baureihe erhält hier seine eigene Klasse. Nicht alle hatten jedoch die Klasse zu überleben. Die SUV-artige Großraumlimousine mit dem R im Namen schaffte es nur sieben Jahren (in China zwölf). Für den Pick-up mit dem X war schon nach drei Jahren Schluss. Ein Schicksal, das der 1996 eingeführten V-Klasse wohl kaum blühen wird. Der Mercedes-Van fährt in der nun fünften Generation vor.
Auf Wunsch deutlich aufgewertet als Edel-Vehikel für die betuchte Familie oder als VIP-Transporter für zahlungskräftige Business-People. Damit das Ganze auch standesgemäß wird, bekommt die neue V-Klasse sogar einen freistehenden Stern auf die Motorhaube (Exclusive Line), der Grill kann nachts leuchten und dann wäre da ja noch das magische Champagner-Glas auf dem Mitteltischen im Fond, das dank seines Magnetbodens auch forsch gefahrene Kurven in der Senkrechten übersteht. Adel verpflichtet – die globale Hautevolee lässt grüßen. Ob USA oder China, der Van mit dem Stern ist dort ein beliebtes Beförderungsmittel.
Klavierlack, Leder, Holz - soweit das Auge reicht
Luxus – das ist die grundsätzliche Strategie von Mercedes-Benz. Jetzt auch bei den Vans. Deshalb hat man der neuen V-Klasse auch ein komplett überarbeitetes Cockpit verpasst. Voll digital mit zwei 12,3-Zoll großen Bildschirmen mit Widescreen-Optik, dazu ein neues Lenkrad, viel Chrom, Glanz und Gloria. Zum ersten Mal hat man das Gefühl nicht mehr in einem Nutzfahrzeug zu sitzen. MBUX ist selbstverständlich Serie, das Ambiente-Licht lässt sich mit 64 Farben variieren – optional bringt einem das riesige zweigeteilte Panoramadach den Himmel näher. Massagesitze? Aber natürlich! Hinten gibt es sogar ein eigenes Business-Gestühl. Sitzkühlung und -heizung inklusive, und die Lehne kann freilich umgelegt werden. Ideal für ein Power-Nickerchen zwischen zwei Meetings. Kostenpunkt: über 10.000 Euro. Dafür hat man früher einen neuen Kleinwagen bekommen. Klavierlack, Leder, Holz, soweit das Auge reicht. Hartplastik nur da, wo man normalerweise nicht hinschaut – der ganze Innenraum wurde schwer aufgemöbelt. Schöner Wohnen auf vier Rädern. Fehlen nur noch die Fußabtreter die automatisch ausfahren, wenn sich die beiden Seitentüren (jetzt Serie) voll elektrisch öffnen.
Auch beim Fahrkomfort und bei den Assistenzsystemen wurde nachgebessert. Das intelligente Scheinwerferlicht mit 84 einzeln steuerbaren LEDs ist zum ersten Mal an Bord, ebenso wie eine 360-Grad-Kamera. Der Trailer-Assist hilft beim Rangieren des Anhängers – hier bleibt die V-Klasse ein echtes Nutzfahrzeug, sie nimmt bis zu zwei Tonnen an den Haken. An Assistenten kann man je nach Geldbeutel fast alles ordern, was Mercedes im Regal hat. Lobenswert: Den ab Juli vorgeschriebenen nervigen EU-Geschwindigkeitswarner kann man mit einem einzigen „Touch“ auf dem Bildschirm ausschalten.
Wie viel Reichweite schafft der elektrische EQV tatsächlich?
Bewegen lässt sich das Luxusgeschöpf natürlich auch. Wir haben uns dazu den EQV ausgesucht – quasi als Vorgeschmack auf die anstehende Voll-Elektrisierung der Mercedes-Van-Sparte ab 2026. Außerdem hat wahrer Luxus auch etwas mit dem Fernbleiben von Lärm zu tun. Den EQV zu fahren ist in dieser Hinsicht in der Tat vergnüglich. Wir summen durch die Landschaft, lassen uns vom satten Drehmoment (365 Nm) zur agilen Kurvenjagd verführen, die der rollende Salon bemerkenswert gut schafft. Je nach Anforderung kann man den E-Bus mit zwei Batteriegrößen bestellen. 60 oder 90 kWh (249/365 km Reichweite). Die E-Maschine powert mit 204 PS in der Spitze, die Dauerleistung liegt bei 95 PS. Der Normverbrauch wird mit 27,4 bis 27,1 kWh auf 100 Kilometern angegeben.
Bei unserem Test waren es nach exakt 100 Kilometern 25,6 kWh. Dabei waren die Bedingungen mehr als ideal. Temperaturen um die 20 Grad, etwa die Hälfte der Strecke absolvierten wir auf südfranzösischen Landstraßen mit Maximal-Geschwindigkeiten von maximal 90 km/h. Die anderen 50 Prozent legten wir auf der Autobahn zurück, überwiegend mit Tempo 120. Von den ursprünglichen 365 Kilometern blieben am Ende 225 übrig. Realistisch und mit viel Stadtverkehr dürfte der EQV knapp 300 Kilometer weit kommen. Beim Laden nichts Neues: 11 kW an der Wallbox, maximal 110 kW bei Gleichstrom. 40 Minuten muss man investieren, bis der Van mit dem Stern von 10 wieder 80 Prozent Akku-Leistung hat. Da ist es dann wahrer Luxus, wenn man dauerhaft die nötige Zeit dafür hat.
Drei Diesel sind bestellbar, ab Herbst gibt es auch einen Benziner
Erhältlich ist die reguläre V-Klasse auch mit regulären Verbrennern. Drei Diesel-Varianten mit 163, 190 und 237 PS und ein Benziner als Mild-Hybrid mit 231 PS (ab Herbst) stehen hier zur Wahl. Angetrieben wird stets die Hinterachse (die Diesel gibt es optional auch mit 4Matic-Allrad). Die elektrische V-Klasse hat die Maschine auf der Vorderachse und schiebt auch einzig hierüber an. Preislich geht es ab 57.482 Euro los für den kleinen Diesel in der Ausstattungsvariante Style. Alle Verbrenner gibt es in drei Längen: 4,90, 5,19 oder 5,37 Meter, bestellbar mit sechs oder acht Sitzen. Der EQV kostet mindestens 58.500 Euro mit der kleinen 60-kWh-Batterie. Wer den großen Akku will, muss noch mal 3.500 Euro drauflegen.
Erstes Fazit
Wo Mercedes draufsteht, ist auch Mercedes drin. Jetzt auch bei den Vans der V-Klasse. Das merkt man auch beim Preis. Mit großem Diesel, AMG-Line und Luftfederung haben wir im Konfigurator locker die 100.000-Euro-Grenze gerissen. Viel Geld für viel Auto. Quasi eine S-Klasse in Gestalt einer V-Klasse. Mercedes fast schon klassenlos. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Hersteller)
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