Kia K4 1.6 T-GDI im Test: Alles Golf, oder was?

Der Kia K4 tritt als Nachfolger des Ceed selbstbewusst gegen den VW Golf an - mit mehr Platz, viel Ausstattung und einem attraktivem Preis. Doch trotz starkem Auftritt leistet sich der kompakte Koreaner ausgerechnet beim Antrieb einige überraschende Schwächen.

Der Kia K4 1.6 T-GDI GT-Line auf einen Blick


Was uns gefällt

Das gelungene Styling.

Was wir vermissen

Nicht mehr Leistung, aber mehr Harmonie im Antriebsstrang.

Perfekt wenn man ...

... einen neuen Alltagsbegleiter in der Golf-Klasse sucht.

Alternativen

VW Golf, Skoda Octavia, Seat Leon, BMW 1er, Mercedes A-Klasse, Audi A3


Stärken

  • Viel Platz im Innenraum
  • Gute Serienausstattung
  • Fairer Preis

Schwächen

  • Unharmonische Antriebseinheit
  • Hoher Verbrauch
  • Teils umständliche Bedienung

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Mehr Platz und Ausstattung als der Golf

In einer Zeit, in der sich die meisten Autohersteller überwiegend auf neue Elektroautos konzentrieren, erneuert Kia nach und nach sein Verbrenner-Line-up. Als Ceed-Nachfolger tritt seit Ende 2025 der neue Kia K4 an, dessen Namensgebung unter anderem in den USA schon länger bekannt ist. Der Koreaner tritt hierzulande vor allem gegen den VW Golf an, dem er mit 4,44 Metern Länge bereits einige Zentimeter voraus hat.

Das wirkt sich besonders in der zweiten Sitzreihe positiv aus, in der auch großgewachsene Menschen ausreichend Platz finden. Mit einem Grundpreis von 28.890 Euro ist er zudem etwas günstiger als der Golf, der bei 29.395 Euro startet. Anders als beim Wolfsburger ist beim Kia zudem bei etwa 44.000 Euro Schluss - ein Wert, bei dem sich der Volkswagen-Konfigurator gerade erst warmläuft.


Testvideo: Kia K4 vs. VW Golf (2026)




Für diesen Maximalpreis gibt es dann nicht nur eine sportive Ausstattungslinie namens GT-Line, sondern tatsächlich reichlich Ausstattung. Hier beginnen wir ausnahmsweise einmal im Fond. Eine Sitzheizung im Fond etwa bietet der Golf bereits seit Jahren nicht mehr. Vorne sind die Sitze im Top-Trimm derweil nicht nur beheizt, sondern auch belüftet.

Der elektrisch verstellbare Fahrersitz verfügt über eine Komfortein- und -ausstiegsfunktion, und das Lenkrad besitzt erfreulicherweise noch echte Tasten. Überzeugend ist zudem die sehr scharfe Anzeige hinter dem Volant, die sogar klassische Rundinstrumente darstellen kann. Ein Head-up-Display rundet das Angebot weiter ab.

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Schwächen bei der Bedienung und Ergonomie

Von der Bedienoberfläche und der Reaktionsfähigkeit des Infotainment-Systems sind wir dagegen weniger begeistert als bei den neueren Volkswagen-Modellen. Das Klimadisplay zwischen Fahrer- und Infotainment-Bildschirm, teilweise vom Lenkrad verdeckt, wirkt zwar nett gemeint, ist aber umständlich zu erreichen. Immerhin gibt es noch physische Bedienelemente für die grundlegende Temperaturregelung. Apropos Klimaanlage: Sparmaßnahmen bei der Luftfilterung sorgen dafür, dass unangenehme Außengerüche nahezu ungefiltert an die Insassen weitergegeben werden.

Wahrscheinlich dem US-Markt geschuldet, nutzt Kia zum Wechsel der Fahrstufen einen beinahe archaisch anmutenden Wählhebel, der gleichzeitig als Armauflage dient. Denn die eigentliche Mittelarmlehne lässt sich weder in der Länge noch in der Höhe verstellen. Zumindest muss sich Kia beim Thema Materialqualität nicht mehr hinter dem VW-Konzern verstecken. Häufig berührte Oberflächen sind meist weich unterschäumt und wertig verarbeitet. Erst unterhalb der Gürtellinie dominiert das in dieser Fahrzeugklasse inzwischen übliche Hartplastik.

Hervorzuheben ist an dieser Stelle das gut klingende Harman-Kardon-Soundsystem. Der Klang ist satt, nicht scheppernd und bietet ordentlich Bass. Etwas, das selbst viele Mittelklasseautos mit ihren teuren Audioanlagen nicht (mehr) schaffen. Beim Thema Kofferraum wird dagegen Klassenniveau geboten: So fasst der Kia K4 je nach Stellung der Rückenlehne zwischen 438 und 1.217 Litern.

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Kurvenräuber mit fehlendem Kraftschluss

Im Fahrkapitel wird es dann allerdings etwas schwierig. Selbst aus Sicht eines gewöhnlichen Autofahrers wirkt die Abstimmung des Antriebs wenig gelungen. Um das festzustellen, muss man nicht einmal die Höchstgeschwindigkeit von 223 km/h erreichen. Bereits im Alltagsverkehr fällt die mangelnde Harmonie auf. Der 150 PS starke und nicht elektrifizierte 1,6-Liter-Turbobenziner findet nur selten den richtigen Anschluss an das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Ruckeliges Anfahren ist keine Seltenheit, und bis die Kraft auf die Straße übertragen wird, vergeht oft spürbar Zeit.

Eigentlich schade. Denn sowohl das Stahlfahrwerk als auch die Lenkung machen aus dem Kia K4 einen durchaus souveränen Kurvenräuber. Ist der Golf-Konkurrent jenseits der 3.000 Touren einmal richtig in Fahrt, zieht der 1,6-Liter-Benziner ordentlich davon. Das macht sich allerdings auch beim Verbrauch bemerkbar. Weniger als 7,5 Liter ließen sich im Testalltag kaum realisieren - für Leistung und Fahrzeugklasse inzwischen eher ein mäßiger Wert.

Schwächen zeigt der Kia K4 zudem bei den Assistenzsystemen. Zwar hatte Kia bereits vor längerer Zeit angekündigt, den Aufmerksamkeitsassistenten weniger penetrant abzustimmen, doch schon ein kurzer Blick auf den Beifahrersitz reicht aus, um den Fahrer mit lautem Piepsen zu ermahnen. Dass die Verkehrszeichenerkennung eher nach dem Zufallsprinzip arbeitet, scheint inzwischen ohnehin Industriestandard zu sein.

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Fazit

Mit seinem knackigen Design, dem großzügigen Platzangebot und der umfangreichen Ausstattung der GT-Line zu einem fairen Preis macht der Kia K4 auf den ersten Blick eine gute Figur. Er hat das Zeug dazu nicht einfach ein weiterer Golf-Konkurrent zu sein, der schnell wieder im Rückspiegel der Geschichte verschwindet. Voraussetzung ist allerdings, dass die Koreaner noch einmal einmal in den Antriebsstrang investieren. Denn Motor und Getriebe arbeiten nur selten harmonisch zusammen, während der Verbrauch gleichzeitig zu hoch ausfällt. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
7,6
Design
8,5
Bedienbarkeit
7,5
Komfort
7,5
Alltagstauglichkeit
9,0
Fahreigenschaften
7,5
Antrieb
6,0
Effizienz
6,5
Preis-Leistungs-Verhältnis
7,5
Ausstattung
8,0
Sicherheit
8,0

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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