BYD Atto 3 Evo (2026) im Test: Elektrischer Kompakt-SUV wird erwachsen

BYD Atto 3 Evo (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Das technische Update hebt den Evo auf ein neues Level.
Was wir vermissen
Da fällt uns nur noch die Massagefunktion ein.
Ideal, wenn …
… man einen technisch fortschrittlichen Kompakt-SUV fahren möchte.
Die Alternativen
BMW iX1, MGS5 EV, Škoda Elroq
Stärken
- Kraftvoller Antrieb
- Vollausstattung in Serie
- 800-Volt-Technologie
Schwächen
- Wenig physische Tasten und Schalter
- Seitliche Ablagefächer im Kofferraum fehlen
- Ladelimit nicht einstellbar
Außen nur dezente Veränderungen
Das Grunddesign und die Abmessungen des BYD Atto 3 Evo sind gegenüber dem Vorgänger unverändert geblieben. Neben dem Schriftzug am Heck ist das aktuelle Modell anhand der neuen Stoßfänger und Felgen erkennbar. Durch den Wegfall einiger verspielter Details fällt das Design des Kompakt-SUV insgesamt dezenter und erwachsener aus. Das durchgehende LED-Leuchtenband hat eine neue Lichtsignatur erhalten und wirkt dadurch moderner.
Der BYD Atto 3 Evo ist in zwei Varianten erhältlich. Als Basismodell „Design“ wird er an der Hinterachse von einem 230 kW (313 PS) starken Elektromotor mit 380 Nm Drehmoment angetrieben. Das getestete Topmodell „Excellence“ mit Allradantrieb bietet eine Systemleistung von 330 kW (449 PS) und 560 Nm Drehmoment. Beide Versionen verfügen über 800-Volt-Technologie und einen LFP-Akku mit einer Nettokapazität von 74,8 kWh. Gegenüber dem Vorgänger haben sie damit einen großen Sprung bei Ladegeschwindigkeit und Reichweite gemacht.

Als Kompakt-SUV verkleideter Sportler
So dezent und harmlos der 4,46 Meter lange Kompakt-SUV auch wirken mag, so bedingungslos sportlich kann die Allradversion des BYD Atto 3 Evo bewegt werden. Dazu tragen mehrere Faktoren bei: Zum einen der Antrieb mit einer Systemleistung von 449 PS, der den Zweitonner in gerade einmal 3,9 Sekunden von Tempo null auf 100 sprinten lässt. Ein echter Sportwagenwert, den der Evo im Gegensatz zu den Insassen vollkommen unbeeindruckt aus dem Ärmel schüttelt. Erst bei Tempo 200 endet der Vortrieb.
Der nächste Punkt ist das Fahrwerk, das mit seiner neuen Fünflenker-Hinterradaufhängung eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten bietet. Sportliches Fahren mit erstaunlich hohen Kurvengeschwindigkeiten und kaum Seitenneigung ist ebenso möglich wie längeres, entspanntes Reisen. Das Fahrwerk absorbiert Unebenheiten zuverlässig und bietet für diese Fahrzeugklasse einen beachtlich hohen Komfort.
Feinschliff im Innenraum
Der Innenraum des BYD Atto 3 Evo wirkt einladend, die Materialien sind durchwegs hochwertig und die Verkleidungen an vielen Stellen gepolstert. Einige Details sind gegenüber dem Vorgänger etwas dezenter und damit gereifter ausgefallen. Der Wählhebel für die Fahrstufe ist rechts an die Lenksäule gewandert und ermöglicht in der Mittelkonsole jetzt für zwei Smartphones eine gut erreichbare Ablage – eine davon mit induktiver Ladefunktion. Damit ist jedoch der Nachteil verbunden, dass einige Funktionstasten sowie die Walzen für Fahrmodus und Lautstärke in einer Leiste hinter den Getränkehaltern angebracht sind und daher während der Fahrt nicht mehr so gut einsehbar und erreichbar sind.
Das Lenkrad wirkt hochwertiger, die Tasten sind schlichter ausgeführt und geben gutes haptisches Feedback. Geblieben sind die sympathischen Details wie die in die aufgesetzten Lautsprecher integrierten Türöffner, die scheibenförmigen Luftauslässe und die geschwungene Einlage im Armaturenbrett. Und natürlich dürfen auch beim Neuen die Gitarrensaiten in den Türablagen nicht fehlen, die nicht nur Kinder auf der Rückbank zum gelegentlichen Musizieren einladen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass auch das Soundsystem einen hervorragenden Klang liefert.
Hinter dem Lenkrad befindet sich im Evo jetzt ein vollwertiges 8,8-Zoll-Fahrerdisplay, das wesentlich übersichtlicher ist als das bisherige und dessen Ansicht individuell einstellbar ist. Auch ein Head-up-Display ist in der getesteten Version mit an Bord. Wie in unserer modernen Zeit üblich, sind die meisten Funktionen über das zentrale 15,6-Zoll-Touchscreen und dessen zahlreichen Menüs zu steuern. Das Infotainment verfügt über Google Maps und Google Assistant. Der Sprachassistent unterstützt bereits etwas komplexere Sprachbefehle. So können wir im Test nach einem Restaurant in der Gegend fragen und uns dorthin navigieren lassen. Laut BYD soll der Assistent im Zuge eines der nächsten OTA-Updates auf Gemini erweitert werden und dann noch komplexere Dialoge ermöglichen.
Die Sitze im BYD Atto 3 Evo sind straff gepolstert, bieten jedoch auch auf der Langstrecke guten Komfort. Elektrisch einstellbar verfügen sie vorne neben der Heizfunktion auch über eine Kühlung, die sich an den heißen Testtagen als sehr angenehm erweist. Die Platzverhältnisse sind im gesamten Innenraum großzügig. Durch den Radstand von 2,72 Metern lässt es sich im Fond gut aushalten. Kopf- und Beinfreiheit reichen auch für erwachsene Passagiere.
Erfreulicherweise lässt sich der Kofferraum des Kompakt-SUV auch mit einer Taste in der Türverkleidung öffnen – kein Bildschirm erforderlich. Nach dem elektrischen Aufschwingen der Heckklappe steht ein Kofferraum mit 490 Litern Volumen zur Verfügung. Dank der neuen e-Platform 3.0 fasst er um 50 Liter mehr als der des Vorgängers. Ein kleines Fach unter dem Kofferraumboden ermöglicht das Verstauen des Ladekabels. Seitliche Fächer neben den Radkästen fehlen hingegen. Das Umlegen der Rücksitzbank erweitert den Stauraum auf 1.360 Liter. Der 101 Liter große Frunk ist für ein Fahrzeug dieser Größe, noch dazu mit Allradantrieb, ein echter Bestwert. Darin sind auch größere Einkäufe oder Taschen mühelos zu verstauen.
Ladeleistung für diese Fahrzeugklasse top
Der BYD Atto 3 Evo zeigt im Test solide Verbrauchswerte. In der Stadt sind es im Schnitt 15 kWh pro 100 Kilometern. Auf der Bundesstraße verbrauchen wir 17 kWh, die sich auf der Autobahn bei Tempo 130 km/h auf 22 kWh pro 100 Kilometer steigern. Mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 74,8 kWh ergibt sich damit eine Reichweite von realistischen 340 bis 500 Kilometern. Für einen Kompakt-SUV mit dieser Leistung und Allradantrieb ist das ein akzeptabler Wert.
Dank 800-Volt-Technologie funktioniert das Laden im Evo deutlich schneller. Eine maximale Ladeleistung von 220 kW ist für diese Fahrzeugklasse ein Spitzenwert. Im Test laden wir mit bis zu 227 kW in 30:06 Minuten von 11 auf 80 Prozent SoC und erreichen dabei eine durchschnittliche Ladeleistung von 116 kW. Die Ladung von 80 auf 100 Prozent dauert weitere 30 Minuten. Während des gesamten Tests variiert das Maximum der Ladeleistung von 169 bis 227 kW.
Etwas erstaunt hat uns der Umstand, dass das Ladelimit beim Atto 3 Evo nicht wie sonst üblich eingestellt werden kann. Da LFP-Akkus regelmäßig bis 100 Prozent geladen werden können oder sogar sollen, ist das zwar nicht weiter problematisch, die Einstellmöglichkeit sollte aus unserer Sicht dennoch gegeben sein.
Fazit 8,6/10
Mit dem neuen BYD Atto 3 Evo ist dem chinesischen Autohersteller ein richtig großer Schritt gelungen. Nicht nur die technische Weiterentwicklung, sondern auch das schlichtere Design lassen den Kompakt-SUV deutlich erwachsener wirken. Er überzeugt als praktischer Begleiter im Alltag ebenso wie bei sportlich ambitionierter Fahrt auf einer kurvigen Landstraße. Der komfortable Innenraum, der größere Akku und die kürzeren Ladezeiten machen ihn auch für die Langstrecke attraktiv.
Der BYD Atto 3 Evo Design mit Heckantrieb startet in Österreich bei 42.990 Euro. Das getestete Modell „Excellence“ mit Allradantrieb liegt bei 45.900 Euro. Es verfügt zusätzlich über eine Dachreling, Panorama-Schiebedach, Sitzheizung hinten und ein Head-up-Display. Beide Varianten sind voll ausgestattet, Aufpreise gibt es nur für die Lackierung und eine Anhängerkupplung. (Text und Bild: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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