BMW X1 xDrive18d 2022: Das Kompakt-SUV im AutoScout24 Test

Das Segment der Kompakt-SUV wächst und wächst. Seit 2015 behauptet sich der BMW X1 F48 wacker gegen die starken Mitbewerber - vor allem aus dem VW Konzern. Audi Q3 und VW Tiguan konkurrieren eng mit dem Münchner. Welche Qualitäten der X1 xDrive18d M Sport zu bieten hat, zeigt der AutoScout24 Test.


Der BMW X1 xDrive18d M Sport im Überblick


Stärken

  • - Souveräner Antrieb
  • - Sparsam im Verbrauch
  • - Sportliche Straßenlage
  • - Gutes Infotainment
  • - Einfache Bedienung

Schwächen

  • - Teuer in der Anschaffung
  • - Wenig Platz im Fond
  • - Sehr straffe Federung
  • - Teils nervöses Lenkverhalten
  • - Scharfkantiges Plastik im Kofferraum

BMW-X1-F48-xDrive18d-Front

Der Zahn der Zeit

Er hat mittlerweile stolze sieben Jahre auf dem Buckel, wird in China sogar als Langversion angeboten und ist als xDrive25e (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 2,1-1,7 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 47-39 g/km²) wahlweise auch teilelektrisch unterwegs. Die Rede ist vom BMW X1 F48, dem Kompakt-SUV des Münchner Autobauers. Sein Alter mag man ihm dank des Facelifts 2019 rein äußerlich nicht so recht ansehen, doch spätestens im Innenraum kann der X1 nicht verleugnen, dass er aus einer anderen Zeit stammt. Ein gut abzulesendes, teildigitales Instrumentenkombi, das griffige M-Lenkrad und die gut erreichbare iDrive-Konsole zeigen sich zwar weiterhin fahrerorientiert – der technische Rückstand auf neuere BMW-Modelle ist aber nicht mehr wegzudiskutieren.

BMW-X1-F48-xDrive18d-Cockpit

Auf die verschiebbare Rücksitzbank kommt es an

Gegenüber der ersten Generation E84 versprach BMW deutlich mehr Platz, doch auch im F48 bleiben trotz quer eingebautem Motor Raumwunder aus. Große Fahrer und Beifahrer können es sich vorne zwar durchwegs bequem einrichten, erhalten dazu gegen Aufpreis seitenhaltstarke Sportsitze gereicht, doch spätestens in der zweiten Reihe ist es für Reisende jenseits der 1,85 Meter schwer, die richtige Sitzposition zu finden. Hier grüßt der normale 1er und wer bei der Bestellung nicht an die optional verschiebbare Rücksitzbank denkt (die bringt immerhin bis zu 13 Zentimeter Unterschied), wird schon bei der Montage einer Kindersitzstation an den Platzverhältnissen zweifeln. Auch die 450 bis 505 Liter Kofferraumvolumen sind zwar mehr als bei einem Golf, doch muss sich der X1 hier natürlich mit dem VW Tiguan messen, der durchaus luftigere 615 Liter aufzubieten hat.

BMW-X1-F48-xDrive18d-Rearseats

Premiumanspruch, nicht überall

Mit umgelegter Rückbank passen immerhin bis zu 1.550 Liter in den kompakten Bayern, wobei sich gegen Aufpreis sogar der Beifahrersitz für sperrige Güter umlegen lässt. Die dreifach geteilte Rücksitzbank erleichtert große Transporte ebenfalls. Wenngleich sich das BMW-Controlling mit dem Rotstift sichtlich zurückgehalten hat, im Ladeabteil wurde arg gespart. Billiges Plastik ist das eine, scharfkantige Haltenasen, an denen man sich verletzen kann, das andere. Das passt weder zum Premiumanspruch von BMW noch zum restlichen, gut verarbeiteten X1, der als xDrive18d mit M Sport Paket zudem mehr als 47.000 Euro kosten soll (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,1-5,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 159-142 g/km²).

BMW-X1-F48-xDrive18d-Trunk

So fährt sich der BMW X1 xDrive18d

Kaum Kritik fährt der Münchner derweil im Fahrkapitel ein. Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel B47 bleibt auch Jahre nach seinem Debüt ein sehr gefälliger Antrieb. 150 PS und 330 Newtonmeter reichen im F48 für jede Lebenslage, machen ihn nicht zum Sportler, aber auch nicht zum Hindernis auf der Landstraße. Er klingt nach innen rauer als manch VW-Derivat, knausert dafür aber ansehnlich beim Spritverbrauch. Um sechs Liter laut Bordcomputer sind ohne weiteres möglich, wer es dagegen gerne schneller mag wird dennoch kaum mehr als 8,5 Liter auf 100 Kilometer benötigen. Gekoppelt ist das Triebwerk derweil an eine Achtgang-Automatik, nicht von ZF, sondern von Aisin. Diese schaltet meistens passend, kommt aber nicht ganz an die verschliffene Gangart der Spezialisten aus Friedrichshafen heran.

BMW-X1-F48-xDrive18d-Front-Side

Fahrdynamik geht zulasten des Komforts

Zum weiterhin dynamischen Grundcharakter des BMW X1 passt derweil das optionale Adaptivfahrwerk. Die Spreizung zwischen Komfort und Sport ist spürbar, wobei der Crossover auch in der nachgiebigsten Einstellung keine Sänfte wird. Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt die Lenkung, die zwar durch ihre Direktheit gefällt, beinahe aber schon ins Nervöse abdriftet. Ebenfalls Licht und Schatten gibt es beim Bremsverhalten. Kommt der immerhin gut 1,8 Tonnen schwere Bayer bei Trockenheit stets ohne Makel zum Stehen, braucht es bei Nässe ungewohnt viel Nachdruck, bis die Anker greifen.

BMW-X1-F48-xDrive18d-Details

Anhänger ja, Offroad vielleicht

Mit einer Anhängelast von 1.700 Kilogramm ist der BMW X1 xDrive18d imstande auch einen durchwegs stattlichen Wohnwagen zu ziehen, bleibt mit diesem Wert aber hinter dem Tiguan zurück, der gleichermaßen motorisiert die 2.000 Kilogramm vollmacht. Wer mit dem Allradler derweil ins leichte Gelände will, erhält mit dem frontlastigen xDrive-Antrieb eine gute Grundlage; eine Bergabfahrhilfe erleichtert zudem das Befahren von steilen Abfahrten. Die Bodenfreiheit von 183 Millimetern ermöglicht indes das Durchwaten selbst grob ausgewaschener Feldwege.

BMW-X1-F48-xDrive18d-Rear

Fazit

Bis auf wenige Ausnahmen gut verarbeitet, ausreichend variabel und als xDrive18d betont sparsam, ist der X1 F48 eine gute Wahl für alle, denen ein 1er zu klein und ein X3 zu groß erscheint. Platz für zwei bietet der Münchner immer, Familien achten zumindest auf die verschiebbare Rücksitzbank. Adaptivfahrwerk, Lenkung und Automatik hinterlassen einen insgesamt sportiven Eindruck, zur Sänfte wird der X1 selbst im Comfort-Modus nicht. Hinter allen Premiumeigenheiten steht allerdings auch ein saftiges Preisschild, welches den Neuwagenpreis schnell über die Marke von 60.000 Euro treiben kann. Wer weniger ausgeben will, schaut sich beim X1 F48 bei den mittlerweile zahlreichen Gebrauchtwagen um, achtet hier aber auf eine frische Hauptuntersuchung ohne Beanstandung beim Abgastest. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)

Technische Daten*

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

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