BMW F 450 GS (2026): So klein und schon eine richtige GS?

Mit der neuen BMW F 450 GS setzen die Bayern ein echtes Ausrufezeichen in der A2-Klasse. Die in Indien bei TVS gefertigte kleine Reiseenduro wirkt mit ihrem Zweizylindermotor deutlich erwachsener als die Vorgängerin G 310 GS und ist dabei der großen GS wie aus dem Gesicht geschnitten.

Das Wichtigste zuerst

AutoScout24-Bewertung: 8,6 von 10 Punkten.

Der Reihenzweizylinder der BMW F 450 GS schöpft mit 48 PS (35 kW) die A2-Klasse leistungsmäßig voll aus und bringt dabei fahrfertig lediglich 178 Kilogramm auf die Waage. Geometrie und Fahrwerk sind für den Einsatz auf der Straße und im Gelände ausgelegt. Die unterschiedlichen Ausstattungsvarianten enthalten zusätzliche technische Features. In der Top-Version „GS Trophy“ verfügt die kleine Reiseenduro über eine Fliehkraftkupplung (ERC), die automatisches Anfahren und Anhalten ohne Betätigung des Kupplungshebels ermöglicht. In Österreich startet die F 450 GS bei 7.490 Euro, in Deutschland bei 7.220 Euro.


Stärken, Schwächen, Alternativen

Was uns gefällt

Die gelungene Umsetzung des GS-Designs in das A2-Segment.

Was wir vermissen

Ein Tempomat wäre noch schön.

Ideal, wenn …

man auf einer Reiseenduro die Leichtigkeit des Seins erleben möchte.

Die Alternativen

CFMoto 450 MT, Honda NX500 E-Clutch, Kawasaki KLE 500 SE


Stärken

  • Typischer GS-Look
  • Agiles Fahrverhalten
  • Niedriger Verbrauch

Schwächen

  • Serienbereifung nur bedingt geländetauglich
  • Eingeschränkter Sitzkomfort für Beifahrer
  • GS Trophy nur mit ERC-Kupplung erhältlich

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GS-Familie eindeutig erkennbar

Mit der markanten Tagfahrlichtsignatur, dem charakteristischen Schnabel und der GS-typischen Silhouette ist die BMW F 450 GS sofort als kleine Schwester der R 1300 GS zu erkennen. Natürlich baut sie mit ihrem Reihenzweizylinder schmäler, fällt insgesamt kleiner und damit auch wesentlich leichter aus. Das 19-Zoll-Vorderrad und der niedrig angebrachte Kotflügel sprechen für die Straßenorientierung der kleinen Reiseenduro, der massive Motorschutz und die Federwege für Geländetauglichkeit. Das kleine Windschild sieht gut aus und bietet zudem ausreichenden Windschutz.

Die BMW F 450 GS wird in Österreich in drei Varianten mit einheitlicher Motorisierung angeboten. Neben dem Basismodell gibt es „Sport“, unter anderem mit einstellbarer Federgabel und Quickshifter, sowie die getestete „GS Trophy“, die zusätzlich über die BMW-typische dreifärbige Lackierung, einen Aluminium-Motorschutz und die Fliehkraftkupplung Easy Ride Clutch (ERC) verfügt. Die automatische Kupplung ist für alle anderen Versionen optional bestellbar. In Deutschland kommt noch die Variante „Exclusive“ dazu, die zwischen Basismodell und „Sport“ angesiedelt ist.

Antrieb mit automatischer Kupplung

Die BMW F 450 GS wird von einem Zweizylinder-Reihenmotor mit 420 cm³ Hubraum angetrieben. Das Triebwerk leistet 48 PS (35 kW) bei 8.750 U/min und liefert ein maximales Drehmoment von 43 Nm bei 6.750 U/min. Der kleine Motor dreht bereitwillig hoch und zieht ab 3.000 U/min kräftig an. Der Sprint von null auf 100 gelingt in 5,7 Sekunden und auch der Durchzug ist für ein Motorrad der A2-Klasse durchaus als dynamisch zu bezeichnen.

Als technische Besonderheit kommt bei der getesteten Version „GS Trophy“ serienmäßig eine weiterentwickelte Fliehkraftkupplung mit der Bezeichnung „Easy Ride Clutch (ERC)“ zum Einsatz. Sie ermöglicht es in Kombination mit dem Quickshifter ohne Betätigung des Kupplungshebels loszufahren, zu schalten und wieder anzuhalten – das Ein- und Auskuppeln erfolgt dabei automatisch. Der Kraftschluss bleibt auch im Schubbetrieb erhalten und ermöglicht so die gewohnte Motorbremswirkung.

Wie der Test zeigt, fällt die Drehzahl während der Fahrt nicht unter 1.800 U/min, wodurch ein Kettenschlagen oder Abwürgen des Motors nicht passieren kann. Mit dem vorhandenen Kupplungshebel ist manuelles Auskuppeln jederzeit möglich. Ein Nachteil der ERC ist, dass das Motorrad beim Abstellen im Gefälle nicht durch Einlegen eines Ganges gegen Wegrollen gesichert werden kann. Für diesen Fall wäre eine zusätzliche Feststellbremse sinnvoll.

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Äußerst handlich auf der Straße

Die Sitzhöhe von 845 Millimetern bietet mit einer Körpergröße von 178 Zentimetern stets einen guten und sicheren Stand. Man sitzt aufrecht und angenehm entspannt auf dem gut gepolsterten Sitz. Die Beifahrersektion ist dagegen etwas kurz geraten und es fehlen geeignete Haltegriffe. Durch das niedrige Gewicht und den kleinen Wendekreis lässt sich die BMW F 450 GS sehr einfach rangieren. Auch während der Fahrt überzeugt die Reiseenduro durch ihre Handlichkeit. Sie lenkt nahezu spielerisch in Kurven ein und bleibt trotzdem selbst in langen, schnellen Kurven sehr stabil. Dies beweist sie im Test eindrucksvoll auf der kurvenreichen Bundesstraße von Maria Alm Richtung Hochkönig.

In den engen Kehren der darauffolgenden Bergstraße geben das straffe Fahrwerk und die serienmäßige Bereifung derart viel Vertrauen, dass wir uns auf Anhieb in Schräglagen von bis zu 50 Grad vorwagen. Eine eigene Anzeige im Display gibt darüber Auskunft und zeugt durch ihr Vorhandensein von den gewollt sportlichen Ambitionen der kleinen GS. Die Vorderbremse von Brembo verzögert auch mit nur einer Bremsscheibe kräftig und lässt sich gleichzeitig gut dosieren. Das Motorrad verfügt serienmäßig über Heizgriffe, ein Tempomat ist auch gegen Aufpreis nicht verfügbar. Während des Tests verbraucht die kleine Enduro laut Anzeige 3,6 Liter auf 100 Kilometern. Mit dem 14-Liter-Tank ergibt sich daraus eine reisetaugliche Reichweite von knapp 400 Kilometern.

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Geländetauglich mit kleiner Einschränkung

Die Geometrie der BMW F 450 GS eignet sich gleichermaßen gut zum Fahren im Sitzen und Stehen. Die gezackten Fußrasten ermöglichen einen guten Stand. Das Fahrwerk verfügt im Falle des Testfahrzeugs über eine voll einstellbare KYB-Gabel mit 43 Millimeter Tauchrohrdurchmesser und einem Federweg von 180 Millimetern. Hinten kommt ein einstellbares KYB WAD-Federbein mit wegabhängiger Dämpfung und ebenfalls 180 Millimeter Federweg zum Einsatz. Dieses Setting ist für leichtes Gelände gut geeignet.

Etwas weniger Offroad-Tauglichkeit zeigen im Test die serienmäßigen Maxxis Maxxplore Reifen in den Dimensionen 100/90-19 vorne und 130/80-17 hinten. Die straßenorientierten Reifen, die dort sehr gut funktionieren, sind für Schotter nur bedingt geeignet. Auch im für diese Bereifung empfohlenen Fahrmodus „Enduro“ blockiert das Vorderrad beim Bergabbremsen trotz ABS immer wieder und es kommt zu unangenehmen Rutschphasen. Die Traktion beim Herausbeschleunigen aus Schotterkurven ist ebenfalls nicht ganz optimal. Wer regelmäßig abseits befestigter Straßen unterwegs sein möchte, sollte an eine geländetauglichere Bereifung wie zum Beispiel den Metzeler Karoo 4 denken. Auch die optionalen Kreuzspeichenfelgen sind in diesem Fall eine gute Wahl.

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Übersichtliches TFT-Display mit Smartphone-Anbindung

Das TFT-Display der BMW F 450 GS bietet dank seiner Größe von 6,5 Zoll eine übersichtliche Darstellung mit zentraler Geschwindigkeitsanzeige und großem Drehzahlmesser. Die Bedienung erfolgt intuitiv über den Multi-Controller an der linken Lenkerarmatur. In einer zusätzlichen Ansicht können Informationen zu Schräglage, Bremskraft und Traktionskontrolle angezeigt werden.

Über Bluetooth lässt sich ein Smartphone verbinden, wodurch Telefonie und Musikwiedergabe über das TFT gesteuert werden können. In der BMW Motorrad Connected App lassen sich Routen planen und als Turn-by-Turn-Navigation am Display anzeigen. Der USB-C-Anschluss im Cockpit sorgt für die Stromversorgung. Wer das BMW-eigene Navigationssystem nutzen möchte, kann dieses mittels eigener Halterung oberhalb des vorhandenen Displays montieren.

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Fazit

Die BMW F 450 GS zeigt eindrucksvoll, dass eine vollwertige Reiseenduro weder besonders schwer noch übermäßig leistungsstark sein muss. Durch ihr geringes Gewicht ist sie extrem handlich und bietet jede Menge unkomplizierten Fahrspaß. Sie lässt sich auf kurvigen Straßen sportlich bewegen und macht auch im leichten Gelände eine gute Figur. Die automatische Kupplung bietet zusätzlichen Komfort und vermittelt dabei ein natürliches Fahrgefühl. Alles in allem ist die neue BMW F 450 GS ein würdiges neues Mitglied der GS-Familie und zugleich ein ideales A2-Einsteigermotorrad. (Text und Bild: Armin Hoyer).

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur BMW F 450 GS

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,6
Design
9,0
Bedienbarkeit
9,0
Komfort
8,0
Alltagstauglichkeit
8,5
Fahreigenschaften
9,0
Antrieb
8,5
Effizienz
8,8
Preis-Leistungs-Verhältnis
8,0
Ausstattung
8,5
Sicherheit
9,0

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Armin Hoyer

Armin Hoyer is sinds 2025 als freelance redacteur actief voor het AutoScout24 Magazine in Oostenrijk. Met zijn jarenlange ervaring als motorjournalist en communicatie-expert in de auto- en motorbranche maakt de in Tirol woonachtige schrijver content voor de mobiliteitssector. Voor AutoScout24 schrijft hij vooral over zijn ervaringen met gebruikte en nieuwe elektrische auto’s en motorfietsen. Daarnaast doet hij verslag van de hoogtepunten van de belangrijkste beurzen van het jaar.

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