Audi S3 Sportback im Test: Halbe Sachen

Der Audi S3 Sportback im Überblick
Stärken
- - Solide Fahrleistungen
- - Ausgewogenes Adaptivfahrwerk (optional)
- - Einfache Bedienung
- - Angenehme Sportsitze
- - Gute Verarbeitung
Schwächen
- - Sehr teuer in der Anschaffung
- - Hoher Verbrauch
- - DSG mit Schaltschwächen
- - Wenig Platz im Fond
- - Nachlassende Wertigkeit
Noch einmal mit Verbrenner
Da steht er nun, der Audi S3 Sportback der aktuellen Modellgeneration 8Y (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 170-169 g/km²). Darf man sowas überhaupt noch fahren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Nein, die bekannten Klimaaktivisten sind es nicht, die mir die Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Eher schon der Audi-Chef höchstpersönlich sorgt bei mir für Verdruss, begab er sich doch jüngst zu einer in Berlin stattfindenden Klimakonferenz, um dort für saubere Autos (Anm. d. Red.: damit sind in seinen Augen ausschließlich Elektroautos gemeint) und das anstehende Ende der Verbrenner zu werben.
S3 mit gewohnt sportiven Fahrleistungen
Vergessen ist auf einen Schlag die große Tradition im Hause Audi, was den leistungsstarken Ottomotor und den – trotz aller Skandale – sauberen und sparsamen Diesel angeht. Und so ist es irgendwie auch kein Wunder, dass der neue Audi S3 das geworden ist, was er ist. Eine halbe Sache. Beileibe ist der Ingolstädter kein langsames Auto. Seine 228 kW/310 PS reißen mächtig an, beschleunigen den (mit Fahrer) gut 1.700 Kilo schweren Sportback in unter fünf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und lassen ihn galant bei 250 Sachen in den Begrenzer laufen. Eingefangen bekommst du die Geschwindigkeit derweil mit einer, zumindest für den öffentlichen Straßenverkehr, ausreichend dimensionierten Stahlbremse.
Feine Lenkung, harmonisches Fahrwerk
Auch in Kurven schlägt sich der allradgetriebene Kompaktsportler mehr als wacker, lässt sich sehr direkt durch enge Schikanen treiben und bleibt dabei stets neutral, stets gut beherrschbar. Die Abstimmung der serienmäßigen Progressivlenkung des S3 geht dabei als sehr gelungen durch und wird besser, je schneller und vehementer du den Wagen in die Biegung zirkelst. Das adaptiv geregelte Fahrwerk (optional) bietet gleichwohl eine großartige Spreizung zwischen Komfort und Sport, schluckt mit großer Manier allerhand Straßenschäden und ist auch im Dynamic-Modus nicht übertrieben hart.
Kraftvoller 2,0-Liter-Turbo, schwaches DSG
All jene Fahreigenschaften werden untermauert vom kraftvollen 2,0-Liter-Vierzylinder EA888, der sich vom Seat Leon bis zum Porsche Macan beinahe in jedem Konzern-Modell wiederfinden lässt. Der Turbomotor schüttelt seine 310 PS und 400 Newtonmeter eigentlich locker lässig aus dem Ärmel, hat aber des Öfteren mit dem Unwillen der 7-Gang S tronic zu kämpfen. Sie verharrt in antriebslosen Gedenksekunden, schaltet gerne übereilt hoch oder runter und lässt sich nicht einmal in der manuellen Fahrstufe in den Begrenzer jagen. Verbrauchswunder sollte man ebenfalls keine erwarten. Ein Richtwert sind flotte zehn bis 12 Liter Super Plus auf 100 Kilometer.
Die Sache mit dem emotionalen Fahrerlebnis
So richtig kompliziert wird die Sache mit dem S3 aber erst, kommt man auf den Motorsound und den generellen emotionalen Part zu sprechen. Denn so nüchtern das Klangbild ist, so unterkühlt lässt sich der Audi S3 insgesamt bewegen. Immerzu der Schnellste zu sein löst nicht automatisch ein Habenwill-Gefühl aus. Da muss schon etwas mehr kommen. Nun könnte man behaupten, dass die Ingolstädter in dieser Disziplin seit je her etwas unterlegen waren, aber immerhin bei der Verarbeitungsqualität punkten können.
Der Rotstift wird sichtbar
Auch jene Zeiten scheinen vorbei, blickt man beim S3 einmal genauer hin. Der Kofferraumboden ist nur spärlich lackiert, die Scheibenrahmen zeigen in Richtung Innenraum kaltes Blech und die generelle Materialauswahl wirkt für ein solches Premiumprodukt wenig passend. Kunststoffe, mal sehr hart, mal sehr weich, dominieren das Interieur, Zierrat ist Mangelware. Ein Alustreifen dort, eine Lichtleiste hier – fertig ist das Innenleben.
Hohes Preisniveau
Das alles wäre kein Problem, würde Audi für den S3 Sportback nicht mindestens 48.000 Euro aufrufen. Der gut, aber noch lange nicht vollständig ausgestattete Testwagen bringt es gar auf 65.480 Euro. Sorry, das ist für das Gebotene schlichtweg zu viel. Dass man in Hinblick auf das direkte (und indirekte) Mitbewerberumfeld zwar einen traktionsstarken Allradantrieb und ein vorbildlich zu bedienendes Premium-Infotainment liefert, wiegt das heftige Preisgebaren, insbesondere im Vergleich zu manch fernöstlichem Produkt, bei weitem nicht auf.
Fazit
Ob sie bei Audi wissen, dass die anstehende Antriebswende, hin zum E-Auto, nur dann finanzierbar ist, wenn sie im Hier und Jetzt weiterhin Autos bauen, die dem Markenkern entsprechen? Der Audi S3 Sportback bleibt ein sehr schneller, ein sehr präziser Kompaktsportler, dem es aber an Emotionen und dem gewissen Habenwill-Gefühl fehlt. Er emanzipiert sich fahrdynamisch nur in Nuancen von seinem Vorgänger, zeigt in Sachen Wertigkeit aber keinen Vorsprung mehr. Zudem wirkt seine Bepreisung mehr als selbstbewusst. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
Technische Daten*
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