Test Audi Q5 40 TDI quattro: Solide bis zum Schluss

Der Audi Q5 40 TDI quattro* auf einen Blick
- 4,66 Meter langes Mittelklasse-SUV
- 2.0 TDI mit 204 PS und 400 Nm
- Optional mit Luftfederung
- Hochwertiges Interieur, gute Bedienung
- Grundpreis ab 52.590 Euro
*(Audi Q5 40 TDI quattro S tronic, Kraftstoffverbrauch kombiniert (WLTP): 7,1-6,3 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 187-165 g/km; CO2-Klasse: F-G)²

Audi bleibt am Ball
Was wurde über Audi die letzten Jahre doch wild berichtet. Hier ein Ex-Vorstandsvorsitzender, der sonntags lieber mit dem Rennrad über die Autobahn fahren wollte, der sich aber nur mäßig um seine eigenen Produkte kümmerte. Dort ein Engpass an Sechszylindern und der verschleppte Start des Audi Q6 e-tron, der nun zu einer gewissen Unzeit (für ein E-Auto) auf den Markt kommen muss. Doch wie so oft, erzählen Schlagzeilen nur die halbe Wahrheit. Wer genauer hinschaut, bemerkt, dass die Ingolstädter weiterhin in der Käufergunst ganz weit oben stehen. Zwar musste man sich weltweit mit 1,9 zu 2,5 Millionen verkauften Fahrzeugen beispielsweise BMW geschlagen geben - in Deutschland lag Ingolstadt 2023 aber weiterhin vor München. Und das trotz, dass BMW ein insgesamt jüngeres Modellprogramm anbieten kann.

Die heimische Kundschaft scheint eine gewisse Beständigkeit in Technik und Design vorzuziehen, das ein oder andere gute Flottenangebot wird die vier Ringe ebenfalls am Ball gehalten haben. Einer der Bestseller im aktuellen Audi-Lineup ist dabei weiterhin der 4,66 Meter lange Audi Q5, der als Testwagen mit der etwas kryptischen Zusatzbezeichnung 40 TDI quattro S tronic (ab 52.590 Euro) auf den Redaktionshof gefahren kam. Dahinter versteckt sich, ganz bürgerlich, ein Mittelklasse-SUV mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, 204 PS und 400 Nm stark, allradgetrieben und ausgerüstet mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Klingt irgendwie alles bekannt und ist sicherlich auch nicht die Neuerfindung des Rades – genau das also, was viele Neuwagenkunden offenbar weiterhin schätzen.

Sechszylinder weiterhin Mangelware
Da wird nach dem Anlassen auch nicht direkt gebimmelt und reglementiert, der Spurhalteassistent unseres Modelljahrgangs 2022 (Audi stellt sich bei der Testwagenflotte offenbar schon auf den nahenden Generationswechsel ein) darf über den Fahrzeugneustart hinaus ausgeschaltet bleiben und das unsägliche EU-Tempogebimmel war seinerzeit ebenfalls noch nicht spruchreif. Wer gerne einen Sechszylinder-Diesel unter der Haube des Audi-SUV haben möchte, wird ohnehin zu einem gebrauchten Q5 greifen müssen. Aktuell sind beim "Q5 FY" nur Vierzylinder erhältlich.

Während andere Hersteller ihre Verbrenner-Flotte bereits durchgängig per 48 Volt elektrifizieren, kommt bei den vierzylindrigen Audi Q5 Varianten lediglich ein 12-Volt-Mildhybrid-System zum Einsatz. Der Unterschied? Das 12-Volt-System dient primär dem Spritsparen, ermöglicht verlängerte Segeleinlagen und speist die Nebenaggregate mit Strom, wenn der Benzin- oder Dieselmotor bis zu zehn Sekunden und bis maximal 160 km/h abgeschaltet ist. Außerdem soll der 12-Volt-Riemen-Starter-Generator dafür sorgen, dass beim Wiederstart des Aggregats keine Verzögerung entsteht.

Audi Q5 40 TDI quattro mit ausgeprägter Anfahrschwäche
Nun, beim getesteten Zweiliter-Diesel mit 204 PS im Audi Q5 scheint das nicht ganz geklappt zu haben. In Kombination mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe entstehen wenig erfreuliche Anfahrverzögerungen, die im Zweifel sogar für Missverständnisse im innerörtlichen Straßenverkehr sorgen können. Doch auch auf offener Strecke wirkt das Zusammenspiel aus Motor und Automatik wenig harmonisch. Der Selbstzünder müht sich spürbar ab, die gut zwei Tonnen Lebendgewicht des Audi Q5 flotter zu beschleunigen; bis das S-tronic-Getriebe die richtige Fahrstufe parat hat, kann es ebenfalls einen längeren Augenblick dauern. Beim Verbrauch kamen wir über zwei Testwochen hinweg gemäß Bordcomputer auf 6,8 Liter je 100 Kilometer – okay, aber ebenfalls keine Bestmarke.

An anderer Stelle macht der Audi hingegen alles richtig – vorausgesetzt, bei der Bestellung werden ein paar zusätzliche Euros investiert. So ist das optionale Luftfahrwerk (adaptive air suspension für 2.000 Euro) eine klare Kaufempfehlung, macht sie aus dem Q5 doch einen feudalen Reisebegleiter für nah und fern. Da rollt das SUV dann schon sehr gediegen über allerhand schlechte Asphaltpisten. Der im Testwagen verbaute quattro-Allradantrieb sorgt derweil nicht nur für viel Traktion, sondern auch für ein insgesamt neutrales Fahrverhalten. Neben der zuvor beschriebenen Anfahrschwäche trübt allerdings die zu leichtgängige Lenkung das Bild. Audi-typisch fehlt es ihr an Rückmeldung, aus der Mittellage heraus wirkt sie bisweilen auch etwas ungenau.

Material- und Bedienqualität überzeugen weiterhin
Wenig Raum für Kritik dann im Innenraum. Zwar merkt man dem Audi Q5 mit Blick auf die übersichtlich dimensionierte Displaylandschaft mittlerweile sein Alter deutlich an, aber diese Beständigkeit muss kein Nachteil sein. So präsentiert das Virtual Cockpit plus (600 Euro) auf Wunsch noch zwei klassische und gut ablesbare Rundinstrumente, das MMI-System plus (2.255 Euro) verliert sich nicht in unnötiger Tiefe und zeigt, dass weniger manchmal eben doch mehr ist. Apple CarPlay und Android Auto (Smartphone-Interface für 835 Euro) funktionieren trotzdem kabel- und tadellos, es werden ausreichend Lademöglichkeiten geboten und sogar die Sprachbedienung arbeitet ohne Schwierigkeiten. Lobenswert sind das separate Klimabedienteil (3-Zonen-Komfortkklimautomatik für 695 Euro) mit seinen hochwertigen Bedienelementen, die echten Lenkradtasten und der nach wie vor vorhandene Lautstärkeregler mit integriertem Titelsprung.

Qualitativ haben wir am in Mexiko gebauten Audi Q5 ebenfalls nichts auszusetzen. Die optionalen Sportsitze sind bequem, die eingesetzten Materialien wirken dem Preis entsprechend angemessen. Vorne gibt es immerzu genug Platz, hinten kann die verschiebbare Rücksitzbank plus (350 Euro) dabei helfen, zwischen Fondpassagieren und Gepäck zu vermitteln. Der Kofferraum fasst derweil gute 460/515 bis maximal 1.515 Liter, wobei hier ein klassischer Kombi, zum Beispiel der Audi A4 Avant, beinahe das gleiche Ladevolumen bietet. Die Anhängelast beim Audi Q5 40 TDI quattro beträgt derweil 2.400 Kilogramm (Anhängervorrichtung für 1.000 Euro).

Fazit
Der Audi Q5 „FY“ bleibt bis zuletzt ein solides Familienauto mit überschaubaren Ecken und Kanten. Qualitativ überzeugend, mit einer leichten Bedienung versehen, trübt vor allem die Anfahrschwäche des Zweiliter-Diesel in Verbindung mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe das Fahrkapitel. Wer die hohen Preise nicht scheut, sollte zudem ein Kreuzchen bei der komfortorientierten Luftfederung machen. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
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