Gebrauchtwagentest: Audi A3 – Schick und gut

Karosserie und Innenraum
Man sieht dem von 2003 bis 2012 gebauten Audi A3 nicht an, dass er eigentlich ein VW Golf V ist. Der Ingolstädter – seit dem Facelift 2008 auch mit neuen Scheinwerfern unterwegs – gibt sich schicker und sportlicher als sein norddeutscher Cousin. Echte Konkurrenz zum Wolfsburger Bestseller ist er allerdings nicht, viel zu eng geht bei ihm im Innenraum zu. Wer also im Audi mehr Platz braucht, sollte gleich den Sportback genannten Fünftürer nehmen. Der ist zudem sieben Zentimeter länger und bietet etwas mehr Laderaumvolumen. Die allgemein beengten Platzverhältnisse im Innenraum werden durch gute Verarbeitungsqualität und Materialien ausgeglichen. Diese liegen über alle Baujahre auf gewohnt hohem Niveau.
Motoren
Die Motoren-Bandreite beim A3 der zweiten Generation ist üppig. Benziner von 102 PS bis 340 PS, Diesel von 90 PS bis 170 PS. Die sportliche Speerspitze bildet der RS3 mit 340-PS-Fünfzylinder und Allrad. Bei den stärksten Benzinern ist Allradantrieb automatisch an Bord. Serienmäßig ist der A3 mit Frontantrieb ausgestattet. Für vernunftorientierte Gebrauchtwagenkäufer ist der etwas raue 1,9-Liter-Diesel mit 105 PS eine gute Wahl, da er ordentlichen Durchzug mit geringem Verbrauch kombiniert. Soll es sportlicher sein, ist der 2,0-Liter-Turbobenziner (TFSI) mit
200 PS empfehlenswert. Wer nicht selbst schalten will, kann für einige Motoren das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) wählen (ab 2006).
Die A3-Benziner sind laut dem TÜV-Mängelreport eher unauffällig. Vorsicht ist beim Diesel geboten: Besonders beim 2.0 TDI sind Turbolader- und Zylinderkopfschäden bekannt. Hier sollten Gebrauchtwagenkäufer aufmerksam sein. Dafür ist die Auspuffanlage noch nach Jahren solide, auch Ölverlust an den Aggregaten tritt nur in weit unterdurchschnittlichen Größenordnungen auf.
Sicherheit und Ausstattung
Wie immer bei deutschen Premiumherstellern gilt in Sachen Ausstattung: Die Klassenstandards sind serienmäßig an Bord, alles andere muss für viel Geld dazu bestellt werden. Da macht auch der A3 keine Ausnahme. Die Basisversion war zwar im Vergleich mit den Volumenmodellen ihrer Klasse ordentlich ausgestattet und bot mit ESP und sechs Airbags vor allem ein gutes Sicherheitsprogramm. Wer aber richtiges Premium-Flair wollte, musste sich aus der langen Optionsliste bedienen.
Die bei der zweiten Generation verfügbaren Ausstattungslinien gab es so auch im Vorgängermodell 8L, das von 1996 bis 2003 gebaut wurde. Neben dem Basismodell Attraction stand noch die sportlichere Variante Ambition, das komfortablere Ambiente sowie die besonders sportbetonte S-Line zur Wahl. Bei letzterer gab es Ledersitze, Aluräder sowie ein härteres und tiefergelegtes Fahrwerk ab Werk. Beim EuroNCAP-Crashtest 2003 erzielte der A3 vier von fünf möglichen Sternen.
Qualität
Den Audi A3 kann man fast schon blind empfehlen. Im Ranking der Mängelzwerge ist der Ingolstädter der Kompakte mit der geringsten Mängelquote. Lediglich durch undichte Achskopfmanschetten fiel er auf. Weder Rost, noch Lenkung, noch Achsen machen in der Regel Probleme. Allgemein gehört das Fahrwerk in Sachen Langlebigkeit zu den besten des VW-Konzerns. Doch auch die beste Grundlage nutzt nichts, wenn der Fahrer über die Stränge schlägt – beim sportlichen Audi nicht ungewöhnlich. Vor allem wer eines der stärker motorisierten Exemplare sucht, sollte sich den Vorbesitzer genau ansehen. Denn wer immer mit Bleifuß fährt, ruiniert schnell Kupplung oder Zweimassenschwungrad. Selbst Jahre später überzeugen Anmutung und Verarbeitungsqualität des Audi A3 noch. Den gebrauchten Ingolstädter gibt es schon ab 2000 Euro, doch damit werden normale Autofahrer selten glücklich. Ordentliche Gebrauchte sollte man ab rund 4500 Euro finden. (sp-x)
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